OPPENHEIM – Nach einer Wettkampfstrecke von acht Kilometern bei einem Durchschnittstempo von 10 km/h – und das im Stehen paddelnd – musste sich der für Oppenheim angetretene Niclas Imruck um gerade einmal zwei Bootslängen Normen Weber, der für Augsburg startet, geschlagen geben. Dritter auf der Acht-Kilometer-Distanz wurde Victor Kraus vom KC Dillingen und Vierter Jan Giritsch aus Winningen an der Mosel, der Deutsche Meister der Junioren. „Der wollte heute nur spielen, Normen fährt in einer deutlich höheren Liga“, kommentierte Niclas Imruck die tatsächlichen Kräfteverhältnisse. Normen Weber wurde 2013 Canadier-Weltmeister im Wildwasser. Heute ist er Deutscher Meister im Stand-Up-Paddling und wurde Vierter beim WM-Lauf in Ungarn.

Austragungsort Oppenheimer Hafen und das bei frühsommerlichen Temperaturen, ein sportlicher Höhepunkt, den es hier so noch nicht gab. Noch ist das Stand-Up-Paddling eine junge Sportart und die Szene der Top-Athleten überschaubar. Man kennt sich und nahm für das Stelldichein in Oppenheim weite Wege aus ganz Deutschland auf sich. Wolfgang Mayr, Trainer des 18-jährigen Giritsch und selbst ein Wettkampf-erfahrener Sportler, übernahm die Rennleitung. Mit den richtigen Kommentaren zu Stärken und Schwächen der Sportler, zur Taktik beim geschickten Umrunden der Wendebojen und auch zu Bootsmaterial und Paddeln bezog er die Zuschauer gekonnt in das Geschehen mit ein.

Insgesamt nahmen 28 SUP-Fahrer teil. Etwa die Hälfte davon aktive Amateur-Sportler, die andere Hälfte Teilnehmer, bei denen vor allem der Spaß im Vordergrund stand. Und die dem Hafen mit ihren Boards jede Menge Farbe verliehen. Sie konnten ihre Kräfte auf der kürzeren Drei-Kilometer-Distanz messen. Beindruckend: Der Jüngste, David Kraus, 10 Jahre, vom KC Dillingen absolvierte die Strecke in 22:58 Minuten. Christoph Straub vom KC Radolfzell, bester auf dieser Distanz, benötigte 21:44. Zum Schluss gab es noch ein Sprintrennen mit Vor- und Endläufen, in denen jeweils zwei Kontrahenten zwei Bojen im Abstand von 30 Metern umrunden. Das Besondere daran ist der deutliche Vorteil für diejenigen, die eine perfekte Wende beherrschen, und natürlich auch die Schadenfreude über häufige Wasserlandungen. Die Könner springen förmlich auf ihrem Board nach hinten. Während das vordere Ende sich aufrichtet und die Sache sehr instabil wird, zieht das Paddel um das Heck herum durchs Wasser.

Anfängerkurse starten ab Ende Mai. Weitere Informationen unter www.kc-oppenheim.de.

red