BODENHEIM – Ein Handschlag und der Deal war perfekt. Die Ortsgemeinde Bodenheim in Person des Beigeordneten Andreas Kappel und „Mayance Music Management“, vertreten durch die Gebrüder Manuel und Johannes Christ besiegelten die zweite „Kultur im (Dolles-)Park“ nach 2021, vom 7. -10. Juli.

Der Eröffnungsabend gestalteten Maddin Schneider und die Bemebelboys mit ihrem Programm „Häppi bis unners Käppi“.

Der 8. Juli 2022 stand ganz im Zeichen von „Wie im Himmel“. Der schwedische Drehbuchautor Kay Pollack und der Komponist Frederik Kempe hatten den vielfach preisgekrönten Film in eine Musicalfassung umgearbeitet. Dieses wurde von der „Music Factory 64853“, dem Kammerorchester Laubenheim, besser bekannt unter KAMEL und mit Profisänger Nico Müller in der Hauptrolle des Daniel Daréus präsentiert. Ein ein musikalisches Schwergewicht vor ausverkauftem Rasen.

„Ich freue mich wieder auf ein Megakonzert mit dem „Kinderchor Laubenheim“ und allen Kids auf dem grünen Rasen“, sprach Oliver Mager eine Minute vor seinem Auftritt und schwang sich auf die mobile Bühne seines KiKoLiLa. „5 – 4 – 3 – 2 – 1 – los geht’s“ schalte es aus dem Publikum. 300 Kinder und Eltern waren am Samstagmorgen, dem 9. Juli auf dem Rasen versammelt, um gemeinsam zu tanzen, hüfen, springen, in die Hände klatschen und Spaß zu haben. Und wie immer schaffte es der Komponist und Entertainer, das kleine Gezeppel über eine Stunde bei Laune zu halten. Es ging Schlag auf Schlag mit dem „Hallo“, der Begrüßung des Kinderchors Laubenheim, dieses Mal mit blauem Oberteil und gelber Krawatte, dem Lied vom „Kühe melken“, und immer war Bewegung angesagt: Traktor fahren, Kühe melken, auf einem Bein stehen, böse gucken und Monster machen. Bei „Immer der Nase lang“ führte der von Oliver ausgeguckte Papa Simon eine Polonaise durch die Zuschauerreihen an. Zum 05-er-Kultsong wurde geschunkelt. Wie vergangenes Jahr saxophonierte Bastian „Des Lebe is schee“ souverän und alle Kinder mussten auf das Stopzeichen des Maestros freezen, in ihrer Pose verharren. Schließlich entschieden die Kids durch Ja-Nein-Zurufe, was der Weihnachtsmann in der Sommerpause macht.

Oliver Mager wäre nicht er selbst, wenn er den Blick der Kinder auf sehr einfühlsame Weise nicht auf die ernste Lage gelenkt hätte. Beim Eingangslied „Friedensmacher“ (dt. Übersetzung: Frederic Vahle) sang der Kinderchor Laubenheim unter der bewährten Leitung von Henriette Christ den Refrain „Immer soll die Sonne scheinen“ in Deutsch, Französisch, Englisch und Ukrainisch. Auf der KiKoLiLa-Leinwand lief dazu im Hintergrund lief ein Video, in dem der kleine David den Inhalt des Liedes malte.

Und zum Abschluss des fröhlichen Konzerts sangen alle Nenas bekannte „99 Luftballons“ und der Kinderchor ließ solche in Gelb und Blaue in den Himmel fliegen. Ein gelungener Abschluss mit Symbolcharakter, den jeder ungenannt verstand.

Nach Konzertende resümierte Mager: „Dieses Mal lag der Schwerpunkt des Kinderkonzerts auf dem Singen. Das nächste Mal werden wir wieder mehr in Bewegung sein.“

Mitveranstalter Manuel Christ bemerkte: „Ein solches Event ist nur mit einer Anzahl von großzügigen Sponsoren zu stemmen.“

Höchste Zeit, dass die „Kultur im (Dolles-)Park“ noch mehr Unterstützer findet für ein solch hochkarätiges Ereignis in der viel bescholtenen Provinz.

Ulrich Nilles