WEISENAU – Es ist fast amtlich: Das Weisenauer Kulturheim wird pünktlich zur Fastnacht seiner Bestimmung als Veranstaltungsort übergeben. Die Zusage wurde mehrfach bei einer Begehung der Baustelle durch Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) von unterschiedlichen Teilnehmern freudig wiederholt. Wie es aussieht, werden die Weisenauer Narren pandemiebedingt indes vorerst nicht in den Genuss der Kulturstätte kommen. Der Weisenauer Carneval Club (CCW) hat seine Saalfastnacht abgesagt. Die Dezernentin sagte aber, sie sei dennoch sehr froh, dass das Kulturheim endlich Form annimmt und das Schmuckstück Ende Dezember fertig gestellt ist. Eine offizielle Übergabe soll noch terminiert werden.

Die aktuellen Lieferschwierigkeiten dürften kein Hindernis mehr sein, wie Harald Faerber vom Büro Faerber Architekten mitteilte. Alle Materialien wie beispielsweise das Parkett oder die Akustikelemente für die Wand seien eingelagert oder warteten bereits in der Halle auf die Montage.

Die Zahlen, die Grosse zum rund acht Millionen Euro teuren Bauwerk präsentierte, sowie ihre Schilderungen zur Ausstattung versprechen eine Verbesserung im Vergleich zum Altbau: „1A-Technik, die den neuesten Ansprüchen genügt“ sowie Barrierefreiheit, angefangen vom Foyer über den Saal – die Bühne eingeschlossen – bis hin zur Empore. Ein zusätzlicher Aufzug für die Technik und ein gesonderter Regieraum seien eingeplant worden.

Die Nutzfläche von rund 1640 Quadratmetern umfasst den Saal im Parterre mit rund 330 Quadratmetern mit Platz für bis zu 671 Gästen. Auf der Bühne mit 74 Quadratmetern finden beispielsweise Chöre in einer Zahl von knapp 150 Personen Platz. Der Mehrzweckraum misst 95 Quadratmeter. „Auf den 675 Quadratmetern im Erdgeschoss können sich insgesamt 1350 Personen aufhalten“, nannte die Dezernentin imposante Zahlen. Auf die Empore entfallen 109 Quadratmeter. Damit ist sie geeignet für bis zu 219 Personen.

Die Weisenauer erhalten ein Kulturheim mit einer Tipp-topp-Ausstattung“, sagte die Dezernentin. Aus ihrer Sicht ist vor allem die Eingangssituation, „die immer schrecklich war, weil sie die Gäste immer irgendwie in Hetze geraten ließ“, nun passé. Das Foyer biete eine geeignete Atmosphäre, in der man sich mit Freunden schon vor einem Event in einer ruhigen Umgebung treffen könne. „Die Weisenauer werden das helle und lichtdurchflutete Kulturheim lieben“, fasste Grosse zusammen.

Für Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) ist der zusätzliche Mehrzweckraum „das Sahnehäubchen, das die Nutzbarkeit des Gebäudes nochmal erhöht“. Seine Vorfreude sei riesig. „Und auch die Bürger warten darauf, das Kulturheim in Besitz zu nehmen“, freute er sich.

Der vortreffliche Charakter des Innenraums entstehe durch die Holzverkleidung, ergänzte Architekt Faerber. „Die Empore kann ebenfalls zweigeteilt werden, sodass außer dem Saal drei Räumlichkeiten für abweichende Nutzung zur Verfügung stehen werden.“ Das werde durch den optimalen Zugang vom Foyer zu allen Räumen erleichtert. Wie Bauleiter Frank Wenner beifügte, verspreche die Akustik den Besuchern ein herausragendes Hörvergnügen. Die induktiven Schleifen sollen auch hörgeschädigten Menschen ein ganz neues Hörerlebnis garantieren.

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach