BODENHEIM – Assistenzhunde können die Lebensqualität von Menschen mit körperlichen beziehungsweise geistigen Einschränkungen erheblich verbessern. Sie sind speziell für eine Person ausgebildet und unterstützten sie bei der Bewältigung des Alltags. So wäre es auch im Fall der dreijährigen Josi aus Bodenheim.

Josi wurde mit einem fetalen Alkoholsyndrom (FAS) geboren. FAS wird u. a. durch Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft der Mutter verursacht. Die Folgen: massive körperliche und geistige Beeinträchtigungen. Josi ist hinsichtlich ihres Entwicklungsstands deutlich hinter Gleichaltrigen zurückgeblieben. Sie erkennt keine Gefahren und verletzt sich und andere unbeabsichtigt und sehr schnell. Auch den Kindergarten- und Schulweg wird sie nie alleine bewältigen können. Sie wäre lebenslang auf zeitintensive Betreuung angewiesen. Vor allem durch ihre Pflegeeltern.

Josi in ihrer häuslichen Umgebung – Foto: Marion Wenzel


Bis Marion Wenzel und Partner Thomas Kasper den Hinweis zum Kauf eines Assistenzhundes erhielten. Dieser könnte Josi ein eigenständigeres Leben ermöglichen. Das Kind wäre dann mit dem Hund durch eine Leine verbunden und würde sicher durch den Alltag geleitet. So zum Beispiel beim Überqueren von Straßen und bei anderen gefährlichen Situationen. Ebenso warnt der Hund die Pflegeeltern und andere Kontaktpersonen durch Anstupsen und Pfote auflegen, wenn Josi sich in akute Gefahrensituationen begibt.

Der Assistenzhund hat allerdings seinen Preis, nämlich über 38.000 Euro. Das Tier muss zunächst über 16 Monate für seine zukünftige Aufgabe ausgebildet werden, wobei das Gros der Kosten durch das sogenannte „Training im Mantrailing“ entsteht. Das Tier erhält mittels Nasenarbeit spezifische Handlungsimpulse. Dann erfolgen die Übergabe und die vierwöchige Einarbeitung in der Familie sowie spätere Kontrollen.

Eine stolze Summe – Foto: Orga-Team Nikolausmarkt

 


Bei einem solchen Betrag war für die Wenzels guter Rat teuer. Zunächst wendete sich Marion Wenzel an Volker Schäfer, 1. Vorsitzender der Bodenheimer Schoppegarde. Schäfer stellte sie wiederum Mark Schneider von der Burgeria vor. Anliegen: Spenden von den Standbetreibern des Bodenheimer Nikolausmarkts zu erbitten. Und diese trugen eine ansehnliche Summe zusammen.
Außerdem starteten die Pflegeeltern den Spendenaufruf „Ein Hund für Josi“ über www.gofundme.com/f/ein-hund-fr-josi. Als Ansprechpartnerin steht Marion Wenzel unter wenzel71@freenet.de und 0162/2569256 zur Verfügung.

Ulrich Nilles