Zuletzt berichtete Journal LOKAL über die Hilfe für ukrainische Geflüchtete, sowohl in der Verbandsgemeinde als auch in den Ortsgemeinden. In dieser Ausgabe nun stellen wir Ihnen die Initiativen der Kirchengemeinden und Schulen vor.

Aus der katholischen Pfarrgruppe Bodenheim-Nackenheim schreibt Leiterin Rosemarie Brandl, dass einige ukrainische Kinder an den Proben des Kinder- und Jugendensembles „Regenbogenchor“ teilnehmen. Die Proben finden dienstagnachmittags von 17.00 bis 18.00 Uhr im kath. Pfarrzentrum Bodenheim statt und man pflegt neben dem Singen auch Geselligkeit.

„Die evangelische Kirchengemeinde Bodenheim-Nackenheim hat den Verein ‚Nicht reden. Machen!‘ mit einer größeren Sach- sowie Geldspenden unterstützt“, so Pfarrer Thomas Schwöbel. Ebenso waren ukrainische Geflüchtete in einen Gottesdienst eingeladen, wozu die Gemeinde ein bekanntes ukrainisches Kirchenlied vorbereitet hatte.

Durch die katholische Kirchengemeinde Lörzweiler werden derzeit keine Flüchtlinge betreut. „Um Familien, die in unserer Gemeinde wohnen, kümmert sich die bürgerliche Gemeinde“, teilt Pfarrsekretärin Gilsdorf mit.

Die Grundschule Lörzweiler hingegen war sehr aktiv. „Über unseren schuleigenen Messenger konnten wir bei der Elternschaft schnell und gezielt nach Schulmaterialien und Dingen des täglichen Bedarfs nachfragen“, schreibt Schulleiter Lars Koch. Je nach Lage nehmen die drei ukrainischen Kinder am Fernunterricht aus der Ukraine teil. Ansonsten werden sie, soweit es geht, in den Klassenverband integriert oder lernen individuell mit zusammengestellten Mappen Deutsch. Manchmal mit Unterstützung durch Lehrkräfte, Manchmal mit Hilfe schuleigener iPads oder durch spracherkennende Ting/Bookii-Stifte. „Trotz Verständigungsschwierigkeiten kümmern sich alle rührend“, so der Schulleiter. Sogar eine Russisch sprechende Großmutter hilft beim Übersetzen oder assistiert den Müttern bei Behördengängen.

An der Grundschule gibt es zurzeit keine Kinder aus der Ukraine, am Gymnasium Nackenheim hingegen vier. Wie in Lörzweiler nehmen auch diese Schülerinnen und Schüler online-Lernangebote aus ihrer Heimat wahr, so der 2. stellvertretende Schulleiter Frank Zinecker. Sie erhalten vier Stunden Deutsch als Zweitsprache durch eine Lehrkraft der Schule. Ansonsten nehmen sie am Fachunterricht teil. Die Schulgemeinschaft unterstützt sie mit technischer Ausstattung. Außerdem helfen eine Russisch sprechende Lehrkraft und ein langjähriger Mitschüler aus der Ukraine beim Übersetzen und wo immer möglich.

„Glücklicherweise haben wir durch das Coronaaufholprogramm Möglichkeiten, Kinder mit Migrationshintergrund zu fördern“, schreibt der Schulleiter der Grundschule Bodenheim Stephan Roth. Auch ein Mädchen und ein Junge aus der Ukraine profitieren dort von Einzelförderung. Darüber hinaus haben Förderverein und Elternschaft in den jeweiligen Klassen für die individuelle Erstausstattung gesorgt.

Dienstags- und freitagsnachmittags ist der Bodenheimer Jugendtreff „D-Place“ geöffnet. „Im Jugendtreff betreut eine Mutter 10 – 15 geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine“, erzählt Frau Schwalbach von der Kita „Wühlmäuse“ begeistert, und weiter: „Diese Mutter lebt seit 15 Jahren in Bodenheim. Sie spricht Ukrainisch und Russisch. Mit diesen Sprachkenntnissen hilft sie engagiert beim Knüpfen von Kontakten unter den jungen Leuten.“ Mit Erfolg!

Immer wieder wird „Nicht reden. Machen!“ bei den Recherchen zu diesem Bericht genannt. In der Juni-Ausgabe hat Journal LOKAL den Bodenheimer Verein in einem Interview mit Sven Hieronymus vorgestellt. Ein Blick auf die Homepage unter www.nichtredenmachen.de lohnt sich.

Ulrich Nilles