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Überwindung der Ungerechtigkeit durch Bildung

Gau-Bischofsheim – In Gau-Bischofsheim geht es voran, erst wurde das Richtfest für einen neuen Kindergarten mit Bürgermeister Patric Müller gefeiert, dann eröffnete VG-Bürgermister Dr. Robert Scheurer als Schulträger die Erweiterung der Grundschule Astrid-Lindgren-Schule mit einem symbolischen Spatenstich. Und wurde philosophisch dabei: „Einen Tag vor dem 200. Geburtstag von Karl Marx setzen wir deutliche Zeichen zur Beendigung des Klassenkampfs.“ Denn in der Schule wurde es eng, die Errichtung der Klassenraummodule hatte aber schon deutliche Entspannung herbeigeführt. Die Kinder, auch Harxheimer sind dabei, führten zum Dank ein Musikstück auf.

Die Schule wird nun in einem Anbau um zwei Klassenräume, einen Mehrzweckraum sowie Nebenräume erweitert. Bis 1982 gehörten auch Lörzweiler Kinder zum Schulverband der Gemeinschaftsschule Gau-Bischofsheim. Damals waren es 125 Schüler, heute ohne Lörzweiler, sind es 182. Die Prognose für 2018/2019 beträgt 195 Schüler. Es wird ein Bedarf für zehn Klassen entstehen.

Die Betreuende Grundschule mit 60 Kindern in drei Gruppen wird sich nach der Erwartung nicht verändern im laufenden und nächsten Jahr. Doch auf Dauer wäre deren Platzbedarf auch nicht mehr zu decken. „Mit Schreiben vom Juli 2017 hat die Dienstleistungsdirektion eine 2,5-Zügigkeit bestätigt und daraufhin das Raumprogramm festgelegt“, sagte Scheurer in seiner Begrüßungsrede. Die Schule erhält damit auch wieder einen größeren Raum für unterschiedliche Nutzungen wie zum Beispiel Veranstaltungen im Rahmen der demokratischen Schülerbeteiligung.

Angebunden werde der Erweiterungsbau mit einem überdachten Eingang. Das geplante Flachdach beinhaltet die Möglichkeit späterer Aufstockung. Und zur Rasenfläche hin, wo der Spatenstich stattfand, wird ein Teil der Außenfläche überdacht. Klassenräume und Mehrzweckraum werden barrierefrei zugänglich gestaltet.

Auch der Bestandsbau wird in diesem Zuge Veränderungen unterliegen. Das Lehrerzimmer zieht ins obere Geschoss, im frei werdenden Bereich des Erdgeschosses werden Schulleitung und Sekretariat untergebracht, die Betreuende Grundschule erhält einen weiteren Raum.

Die Umbauten im Bestand sollen in den kommenden Sommerferien erfolgen, der Erweiterungsbau soll zum Schuljahresbeginn 2019/20 fertig sein. Die Gesamtkosten betragen rund 1,1 Millionen Euro. Beantragt ist ein Zuschuss von 0,6 Millionen Euro beim Land, der Kreisanteil beträgt 86.000 Euro.

Die Astrid-Lindgren-Grundschule ist eine von 37 Modellschulen für Demokratie und Partizipation in Rheinland-Pfalz. Der Neubau biete nun die Möglichkeit, so Scheurer weiter, sich vorbildlich als Modellschule zu entwickeln. Und deshalb endete Scheurer auch mit Karl Marx wie er begonnen hatte: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen! So wollen wir den Anforderungen einer Demokratiemodellschule gerne gerecht werden, denn die Überwindung der Ungerechtigkeiten in dieser Welt und im System des Kapitalismus sind ausschließlich Bildung, Bildung, Bildung.“