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Verehrung der Frau aktueller denn je

MAINZ – Plätze, Straßen, Denkmäler, Schule: Die Spuren des am 29. November 1318 zu Grabe getragenen Minnesängers „Heinrich von Meißen‟, genannt „Frauenlob‟ sind allgegenwärtig. Kürzlich luden die Verantwortlichen der Reihe „Frauenlob feiern!‟, Günter Minas und Christiane Schauder, Kuratoren des Vereins „Dreimalklingeln‟, Kulturdezernentin Marianne Grosse zum „Minnesängerbrunnen‟ am Frauenlobplatz ein. Gemeinsam halfen sie mit „Essigtinktur‟, das in die Jahre gekommene Mosaik zu reinigen.

Das größere Fliesenbild wurde bereits auf Anregung der Initiatoren der Frauenlob-Veranstaltungsreihe vom Grünamt gereinigt. „Der abgelagerte Kalk stört mich noch etwas‟, sagt Günter Minas und greift beherzt zum Reinigungstuch. Das 1957 eingeweihte Denkmal aus glasierter Keramik weist Ablagerungen auf, die seine kräftigen Farben in den vergangenen 60 Jahren ausbluten ließen.

Auch an dem kleineren Mosaik gegenüber, das Frauenlob bei seiner Grablegung zeigt, nagt der Zahn der Zeit. Nach seinem Tod wurde der Minnesänger im östlichen Kreuzgang des Mainzer Doms beigesetzt – nur von Frauen. Der Legende nach sollen sie ihm sogar Wein ins Grab geschüttet haben. Auch sagt man dem Dichter, der für seine „blumige Sprache‟ bekannt war, eine polemische Selbstdarstellung und eine überordentliche Verehrung der Frau, insbesondere der höchsten Frau, der Jungfrau Maria nach.

Anlässlich des 700. Todestag von „Heinrich von Meißen‟ finden eine Reihe von Veranstaltungen statt, die den Dichter zurück in den öffentlichen Raum bringen sollen.