Volksbank Alzey-Worms: Spitzenergebnis trotz Negativzinsen

Worms/Mainz – Negativzinsen und die Niedrigzinspolitik der EZB, die Digitalisierung der Branche und die hohe gesetzliche Regulatorik waren die Herausforderungen, die es für die Volksbank Alzey-Worms im vergangenen Geschäftsjahr zu meistern galt. Bei der Vertreterversammlung im Mozartsaal des Wormser Kultur- und Tagungszentrums zog Vorstandssprecher Armin Bork dennoch das Fazit: „Wir haben erneut ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter uns gebracht.“ Zufrieden sei man sowohl mit dem überdurchschnittlichen Spitzen-Betriebsergebnis (41 Millionen Euro) als auch mit der Entwicklung der Kundeneinlagen und des Kreditgeschäftes. Diesen Erfolg verdanke die Bank dem Vertrauen der Kunden und Mitglieder und dem „altmodischen“ Geschäftsmodell: Arbeiten statt spekulieren.

Der Blick in die Zukunft allerdings sieht nicht so rosig aus. Die Folgen des Negativzinses (Bork: „So etwas war seit Beginn der Zeitrechnung noch nie da.“) bedrohen auch das stabile genossenschaftliche Geschäftsmodell. Die Banken erwarten bis 2019 einen Rückgang der Profitabilität um 25 Prozent oder mehr. Bislang reagierte die Volksbank Alzey-Worms mit einer Umstrukturierung im Bereich der Geschäftsstellen und will der andauernden Gefährdung mit Einsparungen und der Erschließung neuer Ertragsquellen begegnen.

Zufriedenheit mit dem Erreichten sprach dennoch aus Borks Rechnung: So stieg die Bilanzsumme im letzten Jahr um 4,7% auf 3,4 Mrd. Euro. Das Kreditvolumen erhöhte sich um 138,5 Mio. Euro bzw. 5,1% auf 3 Mrd. Euro. Der Provisionsüberschuss sank allerdings um rund 0,5 Mio. Euro. Dafür haben sich die Personalausgaben und die anderen Verwaltungsaufwendungen und die Abschreibungen verringert.

Aufsichtsratsvorsitzender Axel Haas stellte das Genossenschaftsmodell als Instrument gegen Terror und instabile Weltlage dar und zitierte den Gründer Herrmann Schulze-Delitzsch: „Der Geist der freien Genossenschaft ist der Geist der freien Gesellschaft.“ In seiner Rede empfahl Harald Silz, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, Vorstand und Aufsichtsrat zu entlasten. Die Versammlung entlastete Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig, und bejahte auch die Dividende von 5 Prozent.

In den Aufsichtsrat wiedergewählt wurden Udo Beckmann, Werner Dahlbender, Henrik Knodel und Christoph Frank Schönenberger. Wegen Erreichens der Altersgrenze konnten Alfred Burghardt und Carlo Wolf nicht wiedergewählt werden. Ihre Positionen werden im Sinne der Einsparungen nicht mehr besetzt. Axel Haas und Armin Bork verabschiedeten die beiden mit einer ausführlichen Laudatio.