Start Gesellschaft Von Obrigkeit und Gefräßigkeit

Von Obrigkeit und Gefräßigkeit

MAINZ – Wenn biblische Texte außerhalb ihres gewohnten Umfelds gelesen werden, können Zuhörer sie anders wahrnehmen und dabei womöglich einen neuen Zugang entdecken. Das ist die Idee, die hinter einer neuen Veranstaltungsreihe des evangelischen Dekanats unter dem Titel „Theater trifft Bibel“ steckt.
Dies erläuterte Isa Mann von der Evangelischen Erwachsenenbildung zu Beginn der ersten Lesung dieser Reihe in der ökumenischen Josefskapelle des städtischen Altenheims. Während des Lutherjahres habe es 2017 mehrere Kooperationen mit dem Mainzer Staatstheater gegeben. Daran wolle man nun anknüpfen. Das Thema zum Auftakt hieß: „Die Welt – ein besserer Ort“. Sebastian Brandes, Schauspieler am Mainzer Staatstheater, trug Texte aus dem Neuen und dem Alten Testament vor und stellte sie gleichsam in einen Dialog mit Reiseberichten Georg Forsters. Der 35-jährige Sebastian Brandes ist seit 2014 Mitglied des Ensembles am Mainzer Staatstheater.

Mit Zitaten aus dem Römerbrief des Paulus (Kapitel 12, 9-21 sowie 13, 1-4) begann Brandes: „Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsaal, beharrlich im Gebet.“ Das klang zunächst wenig überraschend. Doch dann schon: „Jedermann sei Untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott. Wo aber Obrigkeit ist, ist sie von Gott angeordnet.“ Dies führte später zu einer spannenden Diskussion.
Nachdenklich stimmte die Zuhörer eine Passage aus dem ersten Buch Samuel (8, 1-20): Die Ältesten Israels forderten Samuel auf, ihnen einen König zu geben, der über sie richten soll. Den biblischen Schlusspunkt bildete die Jothamfabel aus dem Alten Testament (Richter 9, 8-16), in der die Bäume einen der ihren zum König salben wollen. Ölbaum, Feigenbaum und Weinstock lehnen ab. „Da sprachen alle Bäume zum Dornbusch: Komm‘ du und sei unser König!“

Die nächste Folge von „Theater trifft Bibel“ findet am 10. Juni ab 16 Uhr in der Josefskapelle des städtischen Altenheims statt: „… dass der Wein erfreue des Menschen Herz“ (Psalm 104,15) lautet das Thema.

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