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Vereinsarbeit als willkommener Ausgleich zum Arbeitsalltag Tabea Herzberger seit Jahren aktiv bei der LSG-Die Chaote

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Von der Cheerleaderin zur Co-Trainerin: Tabea Herzberger. Foto: Annette Pospesch

KLEIN-WINTERNHEIM – Die Situation vieler Sportvereine wirkt fast schon paradox. Einerseits sind die Mitgliederzahlen, nach einem deutlichen Einschnitt in der Corona-Pandemie, seit Jahren im Aufwärtstrend; andererseits klagen viele über Nachwuchsmangel. Das gilt das vor allem für Trainer und Übungsleiter.

Seit über 10 Jahren Cheerleaderin

Ganz anders bei der „LSG-Die Chaote“ aus Klein-Winternheim. Tabea Herzberger tanzt dort seit über zehn Jahren als Cheerleaderin, engagiert sich seit Anfang 2023 auch als Co-Trainerin. Ein Problem mit mangelndem Nachwuchs habe der Verein „definitiv nicht“, verrät die 20-Jährige. „Es kommen so viele zum Schnuppertraining, vor allem junge Mädchen.“ Zum Verein kam Tabea über eine Freundin und das gemeinsame Interesse zum Tanzen, „ich soll einfach mitkommen, meinte sie, und es mir anschauen.“

Über die Jahre hat sich der Verein als lokale Anlaufstelle für tanzbegeisterte Kinder und Jugendliche etabliert. Für Tabea liegt das neben dem herzlichen Umgang untereinander auch an der kreativen Freiheit. Hier herrscht kein Quasi-Frontalunterricht für Cheerleader – wer eine Idee hat, darf sie vorstellen, Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. So sind unter vielen Vereinsmitgliedern enge Freundschaften entstanden – ein starkes Fundament für die Zukunft des Vereins.

Keine zusätzliche Verfplichtung, sondern Ausgleich zum Lernstress

Das ist besonders in stressigen Phasen wichtig, so Tabea. Als sie sich vor zwei Jahren auf die Abiturprüfungen vorbereitete, war das Tanzen und die Trainerarbeit bei der LSG keine zusätzliche Verpflichtung, sondern ein Ausgleich zum Lernstress. Es habe wirklich geholfen, die stressigen Phasen durchzustehen. Mittlerweile ist Tabea mitten in der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, ihr Engagement bei der LSG ist für sie immer noch ein hilfreicher Ausgleich zu Arbeitsalltag.
Dabei gab es auch bei ihr Zeiten, in denen die Belastung kaum auszuhalten war. „So mit 16, 17 war mir alles zu viel“, erinnert sie sich. Schule, Training, Auftritte, Privates, „da gab es Phasen, wo ich einfach keinen Bock mehr hatte.“ Umso wichtiger sind die Ratschläge, die Tabea ihrem früheren Ich heute geben würde: „Nicht den Kopf in den Sand stecken, wenn mal etwas nicht klappt. Weitermachen und sein Bestes geben, sonst verliert man schnell den Spaß.“

Existenz vieler Vereine steht bei fehlendem Nachwuchs auf dem Spiel

Es ist vor allem eine kritische Phase in der demografischen Entwicklung, die bei vielen Vereinen Sorgen hervorruft. Die Generation der Baby-Boomer wird altersbedingt nach und nach aus den Vereinsvorständen ausscheiden, die Existenz vieler Vereine steht bei fehlendem Nachwuchs auf dem Spiel. Als bei der LSG die zweite Vorsitzende aufhörte, musste Tabea nicht lange nachdenken. Weil auch ihre beiden Eltern im Vorstand sind, schlug sie „eher aus Spaß“ vor, das Amt zu übernehmen. Als sie dann tatsächlich gewählt wurde, habe sie dankbar angenommen. Für die LSG ein riesiger Gewinn – der Verein kann sich auch in Zukunft auf die engagierte Arbeit von Tabea verlassen.

Felix Werner

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