
FINTHEN – Der Name klingt nach Motorsport. Tatsächlich geht es beim Großen Preis von Finthen um Bobby Cars. Der Spaß ist deshalb nicht kleiner. Das zeigte die jüngste Auflage des Rennens im Mainzer Stadtteil. Seit Jahren gehört die Veranstaltung zum Sommer in Finthen.
Der Motor-Sport-Club Mainz-Finthen organisierte erneut den Großen Preis gemeinsam mit weiteren Vereinen. Die Vorbereitungen begannen bereits im Februar. Es sei viel Arbeit und Akribie vonnöten, betonte Vereinsvorsitzender Wolfgang Walter: Genehmigungen müssen eingeholt, Sponsoren gewonnen und der Renntag geplant werden, und es gibt kleine Hürden. „Es ist halt nicht mehr einfach, Leute zu finden, die freiwillig kommen und sagen: Ich helfe“, fügte der Vereinschef hinzu.
Dennoch fühlte sich der Renntag aus der Sicht der Zuschauer laut einigen spontanen Rückmeldungen sehr gut an: Am Veranstaltungstag übernahmen die Vereinsmitglieder die Anmeldung, begleiteten die Läufe sekundengenau mit professioneller Zeitmesstechnik und kümmerten sich um den Ablauf. Walter dankte in diesem Zusammenhang den Sponsoren: „Allein die Schilder kosten so circa 800 Euro.“ Am Veranstaltungstag unterstützten zudem weitere Vereine den Motor-Sport-Club. Der Finther Carneval Verein übernahm die Kaffee- und Kuchentheke, das Weingut Frenz die Getränke. Die Freiwillige Feuerwehr begleitete den Renntag ebenfalls.
Im Gespräch mit Journal LOKAL griffen Wolfgang Walter und Ortsvorsteher Manfred Mahle (SPD) einen interessanten Gedanken auf, um ihre Motivation zu begründen. Es sei auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit für Leute, die vielleicht nicht wegfahren können, so Walter. Das Bobby-Car-Rennen solle Familien in den Sommerferien ein gemeinsames Angebot schaffen. Für Mahle hat sich der Große Preis jedenfalls längst zu einem festen Termin entwickelt. „Im Ort hat sich das einfach herumgesprochen“, erklärte er die steigendde Anziehungskraft.
An der Startrampe herrschte reger Betrieb. Kaum war ein Rennen beendet, warteten bereits die nächsten Kinder mit ihren Bobby Cars auf das Startsignal. Die Kinder gingen in Paaren an den Start. Für faire Bedingungen sorgte die erwähnte professionelle Zeiterfassung. Da eine Strecke länger war als die andere, fuhr jedes Kind zwei Wertungsläufe.

Eltern, Großeltern und Freunde verfolgten die Rennen entlang der steilen Jungenfeldstraße. Das hat einen praktischen Grund: Manche Teilnehmer waren noch so jung, dass sie ihr Bobby Car erst sicher auf der Strecke halten mussten, zumal viele Rennfahrer während der Fahrt immer wieder zu den Zuschauern blickten, um ihre Familie zu entdecken. Einige Eltern liefen nebenher, gaben Orientierung oder halfen mit einem kurzen Schubs, wenn das Bobby Car stehen blieb.
Bis zum frühen Nachmittag hatten sich rund 60 Kinder angemeldet. „Es kommen laufend neue Teilnehmer“, beschrieb eine Helferin den Andrang. Nach Abschluss der Veranstaltung zog der Motor-Sport-Club eine positive Bilanz und sprach von rund 100 teilnehmenden Kindern. Wegen der wachsenden Zahl der Teilnehmer musste der Ablauf angepasst werden. Statt einer Spaßfahrt und zwei Wertungsfahrten gab es in diesem Jahr zwei Wertungsfahrten. Zur Erinnerung an den Großen Preis erhielten die Kinder ihre Urkunden. Anschließend wurden die Siegerinnen und Sieger geehrt.

Die Frage, wer den größeren Spaß hat, beantwortete Walter schließlich mit dem ehrlichen Satz: „Wenn die Kinder lachen, lachen wir auch.“ Aus dieser Sicht haben die Organisatoren den größten Preis von Finthen gewonnen.
Gregor Starosczyk-Gerlach























