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Solardach produziert noch keinen Strom Die Module auf dem Tribünendach der Bezirksportanlage sind installiert. Wegen eines fehlenden Stromabnehmers wurde der Anschluss zurückgestellt

Einen Schatten spendet die Tribüne sehr wohl, auch schützt sie die Zuschauer vor dem Regen. Doch das war’s auch: Die Photovoltaikanlage auf dem Dach ist aktuell nicht in Betrieb. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

MOMBACH – Eine Photovoltaikanlage ist vorhanden, Strom produziert sie jedoch nicht. Das Tribünendach der Mombacher Bezirksportanlage trägt seit 2025 Solarmodule. Bislang fehlt aber der Anschluss an das Stromnetz. Die SPD-Fraktion griff das Thema mit einer Anfrage im Ortsbeirat auf, diskutierte es aber nicht. Weil die Antwort der Verwaltung „eine Stunde vor Sitzungsbeginn“ eintraf, bat Katina Tiesler (SPD) darum, es zu verschieben.

Stadt bestätigte, dass die Anlage noch nicht in Betrieb ist

Die Fraktion verwies auf den nachhaltigen Anspruch des Projekts. Zugleich kritisierte sie die Unvollständigkeit des Projekts. Durch den nicht vorhandenen Netzanschluss erscheine die Investition „als etwas nutzlos“, hieß es in der Vorbemerkung zur Anfrage.

Die Stadt bestätigte, dass die Anlage noch nicht in Betrieb ist. Das Tribünendach seie wegen sportlicher Vorgaben entstanden. Der TSV Schott Mainz, der die Spiele in der Regionalliga Südwest austrug, benötigte eine überdachte Tribüne für den Spielbetrieb. Beim Bau erhielt das Dach zugleich Photovoltaikmodule. Gegenüber einer herkömmlichen Dacheindeckung entstanden laut Verwaltung Mehrkosten von 5.000 Euro.

Angespannte Haushaltslage und andere vorrangige Maßnahmen

Ursprünglich sollte ein geplantes Multifunktionsgebäude den erzeugten Strom nutzen. Als Gründe für die Zurückstellung nannte Sportdezernent Bürgermeister Daniel Köbler (Grüne) den Abstieg des TSV Schott Mainz in die Oberliga. Damit fehle vorerst der vorgesehene Stromabnehmer, hieß es. Hinzu sei die angespannte Haushaltslage und andere vorrangige Maßnahmen gekommen. Aus wirtschaftlichen Gründen stellte die Stadt deshalb auch den Anschluss der Photovoltaikanlage zurück. Eine spätere Inbetriebnahme bleibt nach Angaben der Verwaltung möglich.

Bauliche, technische und wirtschaftliche Voraussetzungen entscheidend

Ob dieses „zukunftsweisende Projekt“ (SPD) als Vorbild für andere Sportstätten dienen könne, wollte die Fraktion ebenfalls wissen. Die Antwort fiel zurückhaltend aus. Jede Sportstätte müsse einzeln betrachtet werden. Entscheidend seien die baulichen, technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen.

Konkrete Pläne zur Nachrüstung bestehender Mainzer Sportanlagen gebe es derzeit nicht, so Köbler. Bei Neubauten, Umbauten und Sanierungen soll Photovoltaik dagegen berücksichtigt werden. Geeignete Dachflächen werden laut Verwaltung grundsätzlich in die Planung einbezogen.

Gregor Starosczyk-Gerlach

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