RÜSSELSHEIM – Wie sind die Stadtwerke Rüsselsheim wirtschaftlich aufgestellt? Welche Herausforderungen kommen auf das kommunale Unternehmen zu? Und welchen Beitrag leisten die Stadtwerke zur Wertschöpfung in Rüsselsheim und der Region? Über diese und weitere Fragen informierte Geschäftsführer Maik Landwehr am Mittwoch, 28. Oktober, interessierte Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung. Ziel der Veranstaltung war es, transparent über die aktuelle Situation des Unternehmens zu informieren, Entwicklungen einzuordnen und einen offenen Austausch über die Zukunft der Stadtwerke zu ermöglichen.
Für Landwehr ist der Austausch ein wichtiger Bestandteil einer offenen Unternehmenskommunikation: „Wir wollen nachvollziehbar machen, wo wir stehen, welche Herausforderungen wir sehen und wie wir die Stadtwerke für die Zukunft aufstellen. Der Dialog mit den politischen Vertreterinnen und Vertretern ist uns dabei wichtig. Die Fragen und Anregungen zeigen, wie groß das Interesse an der Weiterentwicklung unserer kommunalen Infrastruktur ist.“
Dabei wurde deutlich, dass die Stadtwerke längst mehr sind als ein klassischer Energie- und Wasserversorger. Von Strom, Gas und Trinkwasser über den öffentlichen Nahverkehr bis hin, Elektromobilität und Energiedienstleistungen übernimmt die kommunale Unternehmensgruppe zahlreiche Aufgaben für Rüsselsheim und die Region.
Ein besonderer Schwerpunkt des Vortrags lag auf der regionalen Wertschöpfung. Denn die wirtschaftliche Bedeutung der Stadtwerke reicht über die Versorgung mit Energie und Wasser hinaus. Sie sichern Arbeitsplätze, vergeben Aufträge an Unternehmen und leisten durch Steuern und Abgaben einen Beitrag zur öffentlichen Finanzierung.
Die Zahlen verdeutlichen diese Bedeutung: Von jedem Euro, den die Stadtwerke ausgeben, bleiben 74 Cent in Rüsselsheim und der Region.
„Als kommunales Unternehmen tragen wir Verantwortung für eine zuverlässige Versorgung. Gleichzeitig wollen wir wirtschaftlich erfolgreich sein und dafür sorgen, dass unsere Wertschöpfung möglichst stark der Stadt und der Region zugutekommt“, erläuterte Landwehr.
Neben der aktuellen wirtschaftlichen Situation richtete Landwehr den Blick vor allem nach vorn. Die Energie- und Wärmewende, steigende Anforderungen an die Infrastruktur, Digitalisierung und veränderte Kundenbedürfnisse stellen die Stadtwerke vor große Aufgaben.
Zu den zentralen Zukunftsthemen gehören der Ausbau und die Digitalisierung des Stromnetzes, die Weiterentwicklung der Wärmeversorgung, der Ausbau der Ladeinfrastruktur und die schrittweise Elektrifizierung der Busflotte. Ab 2028 sollen die ersten Elektro-Gelenkbusse zum Einsatz kommen. Auch der Kundenservice soll durch einheitlichere Prozesse, digitale Angebote und den Einsatz künstlicher Intelligenz weiter verbessert werden.
Gleichzeitig wollen die Stadtwerke neue wirtschaftliche Potenziale erschließen. Unter dem Ansatz „Make more of it“ sollen vorhandene Kompetenzen und Kapazitäten künftig verstärkt auch für externe Kunden und Unternehmen genutzt werden. Dazu zählen beispielsweise IT-Dienstleistungen, Leistungen rund um intelligente Messsysteme oder Angebote des Verkehrsbetriebs.
Die Stadtverordneten zeigten großes Interesse an den vorgestellten Entwicklungen. In der anschließenden Diskussion wurden zahlreiche Fragen gestellt und Anregungen eingebracht. Besonders das Thema Wärmegewinnung und die Möglichkeiten einer zukünftigen Wärmeversorgung standen dabei im Fokus.
Positiv aufgenommen wurde insbesondere die ausführliche und transparente Information durch das kommunale Tochterunternehmen. Die Teilnehmenden begrüßten die Möglichkeit, sich aus erster Hand ein umfassendes Bild von der aktuellen Situation und den strategischen Überlegungen der Stadtwerke zu machen.
Corinna Brod
Stadtwerke Rüsselsheim GmbH






















