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Steuerbetrug auf offener Bühne in Ober-Olm VALENTINUSBÜHNE >>>Laienspielgruppe sorgt mit „Haarige Zeiten“ für viele Lacher

Im Friseursalon von Moni bricht das Chaos aus. Steuerprüfer Sven hat sich angekündigt. Die Ober-Olmer Valentinusbühne brilliert in „Haarige Zeiten“. Foto: Foto: Annette Pospesch

OBER-OLM – Die Laienspielgruppe der Valentinusbühne Ober-Olm zeigte sich bei ihrem diesjährigen Stück „Haarige Zeiten“ wieder gut aufgelegt. Bei sechs ausverkauften Vorstellungen begeisterten sie das Publikum und sorgten für jede Menge Muskelkater im Zwerchfell.

Ob jung oder alt, „kaputtgelacht“ haben sich alle. Dabei ist der Plot ja eigentlich alles andere als lustig: Eine Steuerprüfung bringt Moni (Sandra Paulus), die Besitzerin eines Friseursalons, in die Bredouille – gilt es doch, Steuerbetrug zu vertuschen. Ihr Ehemann Thorsten (Enrico Einecke) lebt gern auf großem Fuß. Die Kundinnen kann er zwar nicht frisieren, dafür aber, mit vermeintlich gewieften Tricks, die Steuererklärung. Doch plötzlich droht alles aufzufliegen.

Vom hyperkorrekten Steuerprüfer Sven (Uwe Beyer), der sich persönlich angesagt hat, ist sicher keine Nachsicht zu erwarten. Schon allein deshalb, weil er als Kind von Thorsten gemobbt wurde und dann auch noch als junger Mann von Moni abserviert worden war. Wie also soll man ihm die horrenden Betriebsausgaben erklären? Wofür braucht ein Friseursalon etwa ein Trampolin oder sündhaft teures Porzellan? Welche Kundin wurde mit Hundefutter bewirtet? Und warum bekommt Silvio (Alexander Metzler), der Meistercoiffeur und Kundinnenliebling, weiterhin seinen Lohn, obwohl er längst nach Indien ausgewandert ist? Moni und Thorsten müssen immer absurdere Ausreden erfinden. Auf der Bühne steigt die Verzweiflung und entfesselt ein Chaos, im Publikum wächst die Begeisterung. Dies auch Dank der brillanten Spielfreude der naiven Salon-Azubine Celine (Yolanda Ferri Vicente), die für ganz besonders herzliche Lacher sorgt. Aber auch die Kundinnen Katharina Haase (Elfriede Niebergall) und Katharina Hase (Lara Jäger), Gisela Heck (Anke Walter) und die Braut Anna (Nadine Trautmann) sowie die nervöse Vertreterin Claudia Schramm (Dagmar Baur) tragen nicht minder zum Amüsement bei.

Winni Abel, die Autorin der Komödie, hat jede ihrer Figuren mit einem unverwechselbaren Charakter ausgestattet. Aber zum Leben erweckt werden sie erst durch die Schauspieler der Valentinusbühne der katholischen Pfarrgemeinde St. Martin Ober-Olm. Die Laiendarsteller spielen ihre Rollen so glaubwürdig. Alle, die „Urgesteine“ ebenso wie die Neulinge, überzeugen mit einer eindrucksvollen Bühnenpräsenz.

Die Inszenierung ist auch deshalb so erfolgreich, weil sie von Regisseurin Dagmar Baur mit sehr viel Gespür für Lokalkolorit, Sprache, Wirkung und Timing auf die Schauspielerinnen und Schauspieler angepasst wurde. Die Valentinusbühne präsentierte wieder einmal einen rundum gelungenen Abend und wurde vom Publikum mit frenetischem Applaus belohnt. Auch Pfarrer Simon Krost bedankte sich nach der Vorstellung für den amüsanten Abend und das große Engagement der gesamten Truppe auf und hinter der Bühne.

Annette Pospesch