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Kontrollen der Schulwegsicherheit zum Schulstart in Mombach  Stadt und Polizei nehmen Elterntaxis in den Blick

Etwa zehn Minuten vor Unterrichtsbeginn herrschte auf den Wegen zum Schulkomplex Am Lemmchen reger Betrieb. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach 

MOMBACH – Die Schule geht wieder los – und damit rückt die Sicherheit auf den Schulwegen in den Fokus. Ausgerechnet an dem Morgen, an dem die Erstklässler zur Einschulungsfeier in die Grundschule Am Lemmchen strömten, kontrollierten Mitarbeiter des Verkehrsüberwachungsamtes gemeinsam mit der Polizei das Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Im Mittelpunkt standen die Hol- und Bringzonen, das Freihalten von Zebrastreifen und Bushaltestellen sowie sogenannte Elterntaxis.

Hol- und Bringzonen statt Halten im Halteverbot

„Es würde an der Lebensrealität vorbeigehen, wenn wir solche Hol- und Bringzonen komplett abschaffen würden“, sagte Verkehrsdezernent Karsten Lange (CDU). Ein Teil der Eltern werde seine Kinder weiterhin mit dem Auto zur Schule bringen. Deshalb setze die Stadt bewusst auf ausgewiesene Haltezonen, in denen Kinder möglichst sicher ein- und aussteigen können. Gleichzeitig müsse verhindert werden, dass Fahrzeuge Bushaltestellen oder Fußgängerüberwege blockierten und dadurch gefährliche Situationen entstünden.

Vor der Grundschule Am Lemmchen stehen auf beiden Straßenseiten eigens ausgewiesene Hol- und Bringzonen zur Verfügung, in denen zwischen 7 Uhr und 17 Uhr nicht geparkt werden darf. Nach der Sommerpause waren freilich sämtliche Stellflächen mit abgestellten Fahrzeugen belegt. Die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung suchten das Gespräch mit den Fahrzeughaltern, erläuterten die Beschilderung und erklärten die Funktion der Hol- und Bringzonen. Teilweise dauerten die Gespräche mehrere Minuten, weil gemeinsam die Verkehrszeichen in Augenschein genommen wurden. Für etliche Autofahrer kam das Parkverbot nach eigener Aussage überraschend. Nachdem sie über die Regelung informiert worden waren, fuhren sie ihre Fahrzeuge weg.

Während der ersten Schultage kontrolliert die Verkehrsüberwachung nach Angaben Langs sämtliche Mainzer Grundschulen. Unterstützt werden die städtischen Kräfte von der Polizei. Diese achtete neben Halte- und Parkverstößen insbesondere darauf, dass Kinder ordnungsgemäß angeschnallt waren und in geeigneten Kindersitzen transportiert wurden.

Aufklärung steht zunächst im Vordergrund

Abteilungsleiterin Silvia Ringhausen betonte, dass die Kontrollen vor allem der Prävention dienten. „Unsere Intention ist wirklich die Sensibilisierung“, sagte sie. Gerade an Grundschulen sei besondere Aufmerksamkeit erforderlich, weil die Kinder kleiner seien und sich noch nicht so sicher im Straßenverkehr bewegten wie ältere Schüler. „In der Regel machen wir eine mündliche Verwarnung oder lassen es bei einer Belehrung sein.“ Erst wenn Verkehrsteilnehmer uneinsichtig reagierten, würden bereits am ersten Schultag Verwarnungen ausgesprochen. In Mombach war dies aber nicht der Fall.

Baustelle verschärft die Verkehrssituation

Gleichwohl verschärft in Mombach derzeit eine Baustellensituation rund um den Neubau des Gymnasiums die Verkehrsverhältnisse zusätzlich. Ortsvorsteher Christian Kanka (SPD) verwies auf das enge Wohngebiet, durch das derzeit zahlreiche Schüler geführt werden. Immer wieder kämen Eltern dennoch mit ihren Fahrzeugen bis unmittelbar vor das Schultor oder hielten am Zebrastreifen. „Da muss man sich schon fragen: Wo sind da die Gedanken? Verständlich ist es nicht“, sagte Kanka.

Die Beobachtungen am Dienstagmorgen bestätigten diese Einschätzung. Während der etwa halbstündigen Beobachtung, zwischen 7.30 Uhr und dem Unterrichtsbeginn, begleiteten zwar die meisten Eltern ihre Kinder zu Fuß bis zur Schule. Ein erheblicher Teil brachte sie jedoch mit dem Auto. Immer wieder hielten Fahrzeuge unmittelbar vor dem Zebrastreifen oder in der Bushaltestelle an, um den Nachwuchs aussteigen zu lassen. Auch wenn das Anhalten oft nur wenige Sekunden dauerte, sei dies aus Gründen der Verkehrssicherheit unzulässig, so Ringhausen. „Blockierte Bushaltestellen behindern den Linienverkehr, haltende Fahrzeuge am Fußgängerüberweg nehmen Kindern und Autofahrern die Sicht und erhöhen das Unfallrisiko erheblich.“

Schule appelliert an die Eltern

Schulleiter der Grundschule Ralf Oeser bezeichnete den Bereich des Zebrastreifens in der Tat als größten Problempunkt. Die Schule weise die Eltern zwar regelmäßig auf die vorgesehenen Hol- und Bringzonen sowie sichere Wege zur Schule hin. „Ich werde heute bei der Einschulungsfeier darauf hinweisen: Bitte nicht am Zebrastreifen halten“, sagte Oeser. Die Erfahrung zeige jedoch, dass sich nicht alle Eltern an diese Vorgaben hielten. „Die Appelle verpuffen manchmal leider.“

„Je weniger Verkehr wir hier haben, umso sicherer wäre der Schulweg für die Kinder“, unterstrich Lange. Die Stadt appelliere deshalb erneut an Eltern, ihre Kinder möglichst zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule zu begleiten.

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach 

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Gregor Starosczyk-Gerlach: Redaktionsleiter für Journal LOKAL Rheinhessen. Erfahrener Journalist und Fotograf für Journal LOKAL seit 2013. Experte für Lokalmedien mit Schwerpunkt Rheinhessen und Mainz. Theologiestudium als Inspirationsquelle für faszinierende Alltagsgeschichten.

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