
NACKENHEIM – Rund 65 Besucher füllten am Sonntagabend den Ausstellungsraum des Muxums in Nackenheim. Freunde, Verwandte und Kunstinteressierte waren zur Eröffnung der Ausstellung „Zeven aan Zee“ gekommen und nutzten die Gelegenheit, mit den sieben Künstlerinnen ins Gespräch zu kommen. Die Bilder und Arbeiten, die im Ausstellungsraum des Ortsmuseums in Nackenheim noch bis zum 25. Oktober betrachtet werden können, verdanken sich der Studienreise an die niederländische Nordseeküste. Der Ausstellungstitel „Zeven aan Zee“ bezieht sich nicht etwa auf einen niederländischen Ort, vielmehr auf die Zahl der Künstlerinnen und die Inspirationsquelle. Es ist die zweite Gemeinschaftsausstellung der 2017 gegründeten Künstlergruppe Kunstwaggon im Muxum.
Eindrücke entlang der Küstenlandschaft
Die „Sieben am Meer“ das sind: Sabine Graf, Irmela Heß, Beate Mertel, Renate Moschinski, Dorothee Rübel, Simone von Stockhausen-Taufenbach und Elisabeth Wirsch-Kling. Sie reisten gemeinsam ans Meer. Sie packen gerne ihre Koffer zu Studienzwecken: im Jahr zuvor für die Reise nach Frankreich.
Nein, auf die Fahrräder hätten sie in Zeeland keine Staffeleien geladen, antwortet Mertel schmunzelnd. Wohl aber ihre Skizzenblöcke und Stifte. Entlang der Küstenlandschaft sog die Gruppe die Eindrücke auf: Sie sammelten Fotografien, legten unterwegs Skizzen an und arbeiteten anschließend in den zu Ateliers umfunktionierten Ferienwohnungen. Gerade größere Arbeiten brauchten einen festen Arbeitsplatz. „Die Ölbilder zum Beispiel sind dann schon im Atelier entstanden.“ Andere Eindrücke wurden zunächst skizziert und später weiterentwickelt. Was die Künstlerinnen wahrnahmen, könnte auf Papier, Leinwand und in Collagen kaum unterschiedlicher umgesetzt sein. Davon erzählt die Ausstellung „Zeven aan Zee“. Die Arbeiten entstanden in Öl, Pastell und weiteren Techniken und spiegelten diese Vielfalt eindrucksvoll wider.
Wiederkehrende Motive sind der weite Blick über das Meer, Wellen, Strand und Dünen
Eine Ausstellung mit Werken mehrerer Künstler sei besonders reizvoll, sagte Museumsleiter Peter J. Klein. Sie lege dem Auge des Betrachters eine Vielfalt vor. Der Eindruck unterstreicht die Raumkomposition. „Wir haben uns gewünscht, dass jede Künstlerin ihren eigenen Bereich bekommt, damit die jeweilige Handschrift zu sehen ist“, erklärt Beate Mertel beim Rundgang durch die Ausstellung. Das funktioniere im Muxum durch die räumliche Trennung gut. „Zeven aan Zee“ antwortet sieben Mal persönlich auf dieselbe Landschaft. Wiederkehrende Motive sind der weite Blick über das Meer, Wellen, Strand und Dünen sowie die Tier- und Pflanzenwelt der Küste. Ruhe und Kraft, Licht und Farbe, Erinnerungen, Sehnsucht nach Ferne und die Nähe zur Natur ziehen sich als Themen durch die Ausstellung.
Ausstellung bis einschließlich 25. Oktober im Muxum zu sehen
Mertel selbst arbeitete teilweise unmittelbar in der Landschaft. „Ich habe direkt vor Ort gezeichnet und gemalt“, erzählt sie und deutet auf ihre Arbeiten mit Dünen- und Strandmotiven. Dabei waren die Künstlerinnen keineswegs nur zwischen Unterkunft und Atelier unterwegs. Während sie und andere Künstlerinnen Landschaften und Küstenmotive malerisch festhielten, näherte sich Simone von Stockhausen-Taufenbach den Eindrücken über Sprache und Collagen und hat in dieser Zeit Texte geschrieben und diese dann mit Collagen umfasst.
Die Ausstellung ist bis einschließlich 25. Oktober im Muxum (Kirchbergweg 2, Nackenheim) zu sehen. Der Eintritt ist frei. Die Öffnungszeiten des Museums sind sonntags von 13 bis 17 Uhr. Gleichzeitig können Besucher auch die Dauerausstellungen zu Carl Zuckmayer, die Dorfschatzkammer, den Schifferverein und das Lapidarium besichtigen.
Gregor Starosczyk-Gerlach






















