Start Gesellschaft Fünf Jahre UNESCO-Welterbe Vorfreude auf das neue Besucherzentrum am Alten Jüdischen Friedhof

Fünf Jahre UNESCO-Welterbe Vorfreude auf das neue Besucherzentrum am Alten Jüdischen Friedhof

 Visualisierung des neuen Besucherzentrums am Alten Friedhof Judensand Mainz. Die Ausstellung soll die Geschichte des Friedhofs und der SchUM-Stadt Magenza vermitteln. Foto: Landeshauptstadt Mainz

HAMÜ – Fünf Jahre nach der Aufnahme der SchUM-Stätten in die UNESCO-Welterbeliste erinnern Mainz, Worms und Speyer aktuell mit einem gemeinsamen Jubiläumsprogramm an die internationale Bedeutung des jüdischen Kulturerbes. In Mainz bot beispielsweise die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dazu erneut Führungen über den Alten Jüdischen Friedhof an.

Rund um den Friedhof hat sich in den vergangenen Monaten viel verändert. Das hat einen Grund: Am Samstag, 6. September, soll das neue Besucherzentrum Alter Friedhof Judensand Mainz“ eröffnet werden. Konzeptionell wird der sensible Bereich, das Welterbegebiet Alter Jüdischer Friedhofals Teil des UNESCO-Welterbes SchUM-Stätten behutsam für eine nachhaltige touristische Nutzung umgestaltet. Am Eröffnungstag, ab 13 Uhr,wird laut den bisherigen Planungen der neue Pavillon an der Paul-Denis-Straße für alle zugänglich sein

Die Arbeiten am neuen Besucherzentrum am Alten Jüdischen Friedhof „Judensand“ schreiten voran. Die Eröffnung ist für Samstag, 6. September, vorgesehen. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Interessierte können sich dann auf Führungen durch die durch die Ausstellung und über den Friedhof selbst freuen. Die Ausstellung informiert über die Geschichte eines der bedeutendsten jüdischen Friedhöfe Europas sowie über die weiteren SchUM-Stätten. Von einer erhöhten Plattform eröffnet sich ein Blick über das Gelände mit seinen Grabsteinen, von denen einige aus dem elften Jahrhundert stammen.

Zur Erinnerung: Der Alte Jüdische Friedhof wurde bis 1880 genutzt. Danach legte der Mainzer Stadtbaumeister Eduard Kreyßig an der Unteren Zahlbacher Straße neben dem Hauptfriedhof einen neuen jüdischen Friedhof an. Seit 1948 erinnert am Eingang des alten Friedhofs eine Gedenktafel mit den Worten: Unseren Opfern zum Gedenken. Den Mördern zur Schande. Den Lebenden zur Mahnung.“ Die Gräber blieben während der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs unversehrt. Auf dem neuen jüdischen Friedhof werden bis heute Mitglieder der jüdischen Gemeinde beigesetzt. Die Begräbnisstätte spiegelt die wechselvolle Geschichte der jüdischen Gemeinde in Magenza, dem hebräischen Namen für Mainz, wider. 

Für diesen Festtag für Mainz, wie ihn die Stadt ankündigt, soll auch das SchUMobil anrollen, das Workshops und Informationen zu allen drei Welterbestädten präsentiert. Schließlich soll auch Musik, Speisen und Getränke auf der Mombacher Straße vor dem Haupteingang die Gäste bis 18 Uhr erfreuen.

Gregor Starosczyk-Gerlach