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Auf verdienstvollen Abschied folgt verheißungsvoller Neubeginn VG-Ex-Chef Scheurer übergab VG-Bürgermeister Adler das Amt

Ernennung René Adler als neuer VG-BGM durch Dr. Robert Scheurer Foto: Ortsgemeinde Nackenheim

BODENHEIM – Ein voll besetzter Hermann-Weber-Saal im Bodenheimer Bürgerhaus Dolles, lang anhaltender Applaus und eine von Neubeginn und Aufbruch, aber zugleich auch von Wertschätzung für das Geleistete geprägte Stimmung: Solche Eindrücke habe den Nachberichten zufolge ein Teil der Mitglieder aus dem Rat der Verbandsgemeinde (VG) Bodenheim aus der jüngsten Sitzungen mitgenommen. Sie hatte nur zwei Punkte: Die Amtseinführung des neuen VG-Bürgermeisters, René Adler (FWG), und die Verabschiedung seines Vorgängers im Amt, Dr. Robert Scheurer (CDU).

René Adler in der Antrittsrede.
Foto: Sabine Longerich

Zwar war es formal eine Sitzung, doch verzichtete die Mitglieder auf die sonst übliche Sitzordnung je nach politischer Zugehörigkeit. Über weite Strecken herrschte bei der Zusammenkunft der Charakter einer feierlichen Amtsübergabe. Zunächst überreichte Scheurer seinem Nachfolger die Ernennungsurkunde. Anschließend wurde Scheurer verabschiedet.

Langjähriges Ratsmitglied Thomas Glück, Vorsitzender der SPD-Fraktion im VG-Rat, hält die Laudatio im Namen aller Fraktionen für den scheidenden und den frisch gekürten VG-Bürgermeister. Foto: Sabine Longerich

Aus den Reihen des Rats wurde die Atmosphäre als ausgesprochen positiv und von Aufbruchsstimmung geprägt beschrieben. Zugleich kam die Anerkennung für Scheurers Arbeit und seinen Einsatz für die VG in den Dienstjahren seit 2010 im langanhaltenden Applaus. Er bezeichnete es als große Ehre, Bürgermeister der VG Bodenheim gewesen zu sein.

Eine zentrale Rolle spielte auch die künftige Zusammenarbeit im VG-Rat. In einer Ansprache im Namen der Fraktionen sicherte Thomas Glück (SPD) dem neuen VG-Chef die Unterstützung zu. Zugleich formulierte er die Erwartung von Diskussionen auf Augenhöhe und sachlicher Zusammenarbeit. Die Erwartungshaltung speiste sich aus den Aussagen aus Adlers Wahlkampf.

Adler griff diesen Gedanken in seiner Antrittsrede auf und stellte sie deutlich unter das Zeichen eines Neuanfangs. Er wolle Bewährtes nicht grundsätzlich infrage stellen, zugleich aber bisherige Abläufe überprüfen und neue Wege ermöglichen. Für die Verwaltung kündigte er mehr Digitalisierung, Serviceorientierung und Eigenverantwortung sowie eine offene Fehlerkultur an. Im Verbandsgemeinderat warb er für sachliche Diskussionen und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Mit Blick auf seine Doppelrolle als VG-Bürgermeister und Ortsbürgermeister von Nackenheim sicherte Adler ausdrücklich die Gleichbehandlung aller fünf Ortsgemeinden zu. Entscheidungen wolle er nicht nach Parteibuch, sondern nach Sachargumenten, Recht und den Interessen der gesamten VG treffen.

Inhaltliche Schwerpunkte seiner Amtszeit sollen unter anderem Schulen und Ganztagsbetreuung, Feuerwehr und Katastrophenschutz, die Stärkung des Ehrenamts sowie Klima-, Hochwasser- und Hitzeschutz sein. Weitere Akzente setzte Adler bei der Unterstützung der lokalen Wirtschaft, beim Tourismus und bei einer stärkeren interkommunalen Zusammenarbeit. Sein Amtsverständnis fasste er mit dem Anspruch zusammen, ansprechbar zu sein, zuzuhören und Entscheidungen transparent zu erklären.

Verabschiedung des VG-Bürgermeisters Dr. Robert Scheurer durch 1. Beigeordneten René Nauheimer mit eigens kreierter Entlassungsurkunde. Foto: Sabine Longerich

Auch für die Verwaltung deutete Adler Veränderungen an, ohne einen radikalen Schnitt anzukündigen. Er kündigte einen partnerschaftlichen und wertschätzenden Führungsstil an. Er komme nicht mit dem Anspruch, den Beschäftigten zu erklären, wie Verwaltung funktioniere, sondern wolle auf deren Fachkenntnis und Erfahrung setzen.

Zugleich stellte er Veränderungen in Aussicht: Die Verwaltung solle digitaler, schneller und serviceorientierter werden. Bestehende Abläufe wolle er hinterfragen, ohne Bewährtes allein um des Neuen willen zu verändern. Wichtig seien ihm außerdem Eigenverantwortung, Vertrauen und eine offene Fehlerkultur. Fehler sollten angesprochen werden und Anlass sein, daraus zu lernen, statt aus Angst vor Kritik Entscheidungen oder neue Wege zu vermeiden.

Gregor Starosczyk-Gerlach

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