FINTHEN – Sehr gut besucht war die Führung durch den historischen Gewölbekeller der ehemaligen Königsborn-Brauerei, zu der der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Finthen eingeladen hatte. „Wir freuen uns sehr, dass unser Angebot, den Gewölbekeller zu besichtigen, so gut angenommen wird“, sagte die 2. HGV-Vorsitzende Agnes Wintrich zu den mehr als 40 Interessierten, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Während die eine Gruppe unterirdisch den Gewölbekeller besichtigte, erhielt die zweite Gruppe oberirdisch Informationen von Ex-Ortsvorsteher Kurt Merkator zur benachbarten Königsbornquelle.

„Herzlich willkommen in den Unterwelten des Königsborn“, sagte Matthias Jansky, Eigentümer des Gewölbekellers, zu den Gästen. Die erste Station war die große Kühlzelle am Eingang. Im 393 Quadratmeter großen Gewölbe züchtet der Eigentümer seit vergangenem Jahr Speisepilze – Kräuterseitlinge. „Sie sind Austernpilze, schmecken aber wie Steinpilze“, erläuterte Jansky. „Sie schmecken super.“ 300 Kilogramm Pilze werden im Monat produziert und dann verkauft. Sie sind in Finthen etwa im Atrium-Hotel, bei der Genusswerkstatt und im Edekamarkt erhältlich.
Vormieter im Gewölbekeller war eine Käserei. Deren Käse sei aber leider kaputt gegangen, weil der Keller mit einer Durchschnittstemperatur von 15 Grad Celsius für eine Lagerung zu warm sei. Die Luftfeuchtigkeit beträgt zwischen 90 und 99 Prozent.
„In Finthen, ad fontes, sind die Quellen entsprungen“, so Jansky weiter. „Wir werden mit Finther Quellwasser gespeist.“ Die Königsbornquelle im Keller habe vermutlich schon das römische Aquädukt mit Wasser versorgt. Der Keller sei 1872 erbaut worden. Es seien Steine aus der Römerzeit vermauert. Von 1872 bis 1920 war dort die Königsbornbrauerei, bis diese ihren Betrieb einstellte. Alte Wasserrohre der Brauerei sind noch vorhanden. Nebenan war der Pferdestall der Brauerei. Später wurden in dem Gewölbe Obstsäfte produziert, danach dann Weine gelagert. Das Gewölbe hat also eine vielfältige Geschichte.

Die Lagerräume für die Speisepilze konnten aus hygienischen Gründen nicht betreten werden. So ging es weiter in die Brunnenstube mit direktem Einblick in die Quelle. Im Winter befinden sich hier bis zu 100 Kubikmeter Wasser. „Das Wasser hat Trinkwasserqualität“, betonte Jansky.
Für den informativen Rundgang gab es viel Beifall. Der Nachmittag klang mit Federweißer und Zwiebelkuchen im Weingut Frenz aus.
Oliver Gehrig






















