BODENHEIM – Farben fremder Kulturen, gestickte Bücherhelden, winzige Insekten vor der Kameralinse und mit Pinselstrichen wiedergegebene Geschichten: An acht Wochenenden folgen in Bodenheim ganz unterschiedliche künstlerische Welten aufeinander. Vom 2. Oktober bis zum 22. November erhält das Publikum im Historischen Rathaus die Gelegenheit, regionale Künstler und ihre Arbeiten kennenzulernen.

Den Auftakt macht Gaby Leonard-Hammer am 2. und 3. Oktober. Sie kennt die Welt aus eigener Erfahrung, sagt sie. Menschen und Farben fremder Kulturen haben sie geprägt. „Die Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters.“

Eine Woche später übernimmt Gisela Ruth den Ausstellungsraum. „Das Malen ist für mich ein langer und langsamer Prozess, ein Abenteuer.“ Ihre Bilder dürfen wachsen und sich verändern, erklärt sie. Diesem Abenteuer können die Besucher am 9. und 10. Oktober nachspüren und in ihren Arbeiten Neues entdecken.

Mit Nadel und Faden setzt Dagmar Reifenberger am 16. und 17. Oktober ihre Motive um. Sie nutzt das Sticken als Gedächtnistraining und übersetzt beispielsweise Bücherhelden von Paul Maar ins textile Bild. Zusätzlich ist ein Stick-Workshop für Kinder und Jugendliche geplant. Der Termin wird noch bekannt gegeben.
Dann wandert der Blick hinaus in die Natur. Andreas und Jakob Frings sowie Torsten Jäger widmen sich am 23. und 24. Oktober der Naturfotografie. Schüler Jakob zeigt als begeisterter Vogelbeobachter ausschließlich Aufnahmen aus Bodenheim. Historiker Andreas Frings nähert sich mit dem Makroobjektiv Insekten, Bienen, Hummeln und Schmetterlingen. Torsten Jäger richtet seine Kamera auf die Vielfalt der heimischen Natur. „Die Natur ist für mich ein Wunder und ein wahres Kunstwerk“, beschreibt der Naturschützer sein Empfinden.

Die Entstehung solcher Aufnahmen zeigen Jäger und Frings am 24. Oktober ab 10 Uhr bei einem Foto-Workshop für Kinder von zehn bis 16 Jahren am Erlebensraum der Naturschutzgruppe Bodenheim in der Kapellenstraße. Dabei geht es um Natur-Schnappschüsse und Nahaufnahmen: mit der Kamera der Eltern ebenso wie mit dem eigenen Handy.
Den Blick auf die Bewohner der heimischen Natur greift Tina Weber am darauffolgenden Wochenende auf. Ihre Bilderserie am 30. und 31. Oktober rückt Tiere und Insekten in den Mittelpunkt.

Eine ganz andere Geschichte bringt Farzana Ahmady mit nach Bodenheim. Die freischaffende Künstlerin, die am 6. und 7. November zu Gast ist, studierte Kunst an der Universität in Herat. 2023 setzte sie sich in Deutschland künstlerisch mit dem Fall Afghanistans und den Folgen des Krieges auseinander. „Ich liebe es, die Persönlichkeit, Gefühle und Geschichten eines Menschen durch ein Bild sichtbar zu machen“, sagt Ahmady.

Bei Sabine Brehm steht anschließend das Experiment im Vordergrund. Acrylfarben treffen auf Spachtel- und Schütttechnik. Inspiration findet sie in Farben, Formen, Menschen und Emotionen. Ihre Arbeiten sind am 13. und 14. November zu sehen.

Das Finale gehört Katja Mähn. Am 20. und 21. November beschließt sie die achtwöchige Reihe mit einem unbeschwerten Verständnis von Kunst: „Ein Bild darf einfach gefallen, schön sein, dem Betrachter Freude schenken und ein gutes Gefühl geben.“

Der Vorhang für die jeweilige Ausstellung hebt sich im Grezzana-Saal des Rathauses jeweils freitags von 18 bis 21 Uhr und samstags von 16 bis 20 Uhr. Die Künstler sind selbst vor Ort und stehen für Gespräche und Fragen zur Verfügung. Durch die Abende führt Kulturbeigeordnete Heidi Veit-Gönner.
Sabine Longerich






















