
GONSENHEIM – Zum Tag der deutschen Einheit holt sich die CDU Gonsenheim jedes Jahr hochkarätige Gäste ins Gonsenheimer Rathaus, um diesen Tag würdig zu feiern. In diesem Jahr sprach Ex-Bundesverfassungsrichter Prof. Paul Kirchhof zum Thema „Unser Verfassungssystem in Zeiten des kulturellen Umbruchs“: Dabei wurde deutlich: Unsere Demokratie und unsere Freiheit sind nicht selbstverständlich, wir müssen stetig darum kämpfen.
Der Gonsenheimer CDU-Vorsitzende Torsten Rohe begrüßte mehr als 150 Gäste im proppenvollen Rathaus und betonte: „Dieser Tag erinnert uns an einen Moment, der für viele unvorstellbar war: dass Deutschland seine Grenzen überwindet und wiedervereint ist.“ Doch die Einigkeit und die Demokratie seien keine Selbstverständlichkeit. Die CDU setze sich für ein Miteinander in der Gesellschaft ein, statt zu spalten.
Auf die Biografie des Festredners ging der stellvertretende Gonsenheimer CDU-Vorsitzende Fritz-Bernhard Stähler ein. Prof. Paul Kirchhof, 1943 in Osnabrück geboren, war von 1975 bis 1981 Professor für öffentliches Recht an der Uni Münster. Von 1987 bis 1989 arbeitete er am Bundesverfassungsgericht und beschäftigte sich etwa mit dem Maastricht-Vertrag.
„Die Selbstverständlichkeit unserer Verfassung ist nicht mehr selbstverständlich“, sagte Prof. Kirchhof zu Beginn seiner Ausführungen. „Wir müssen kämpfen um das, was sich seit 80 Jahren bewährt hat, um diesen historischen Glücksfall nicht zum Einsturz zu bringen.“
Um die Altersversorgung der Gesellschaft zu sichern brauche es viele junge Leute, die erwerbstätig sind und Deutsch sprechen. „Sonst gibt es keine Rente“, betonte Kirchhof. Der weltweite Krieg koste viel Geld. „Dieses Geld wird woanders fehlen. Wir haben eine dramatische Verschuldung“, so der Festredner. Kirchhof warnte: „Wir überfordern unseren Staat regelmäßig.“ Kirchhof sprach sich für den Schutz des Kindes und der Familien aus, ebenso für den Schutz des Mittelstandes und der Landwirtschaft. Familien, die Nachbarschaft und die Vereine müssten gestärkt werden. „Dort findet der Mensch seine Heimat.“
Hinhören, verstehen und Konzepte entwickeln, riet er den Politikern. „Wir müssen uns unserer Werteordnung vergewissern“, so Kirchhof weiter. Der Begriff Freiheit beziehe sich auch auf die Freiheit, einen Beruf zu ergreifen und damit unseren Staat zu stärken, statt wie der Grieche Diogenes in einer Tonne zu liegen, bildlich gesprochen. „Es kommt auf den Bürger an, der sich für Familie und Beruf einsetzt.“
Im Anschluss referierte Innenstaatssekretär Dirk Herber (CDU) über seine tägliche Arbeit für den Verfassungsschutz. Zum Ende sangen alle gemeinsam die deutsche Nationalhymne. Mit Brezeln und Wein endete die gelungene Veranstaltung.
Oliver Gehrig





















