Start Rheinhessen Große Wirkung alter Eiben „Treetag Day“ machte den Baumschutz in Bodenheim sichtbar

Große Wirkung alter Eiben „Treetag Day“ machte den Baumschutz in Bodenheim sichtbar

Die Bodenheimer BUND-Naturkindergruppe unter Leitung von Nicole Stockhusen stellt ihre Petition vor. Foto: Sabine Longerich

BODENHEIM – Wie wertvoll alte Bäume für Mensch und Natur sind, wurde beim Treetag Day in Bodenheim eindrucksvoll sichtbar. Im Mittelpunkt standen zwei uralte Eiben im Dollespark und im Wohngebiet Im Walther, deren Ökosystemleistungen mit der Software „i-Tree“ ermittelt wurden.

Mitglieder der Naturschutzgruppe Bodenheim, Eckhard Genßmann vom BUND (Mitte, mit Torsten Jäger) und Alexandra Stevens vom BUND (rechts) präsentieren die alte Eibe. Foto: Sabine Longerich

Das Zertifikat der Europäischen Eibe weist für den uralten Riesen im Dollespark zum Beispiel einen Stammdurchmesser von knapp 63 Zentimetern, eine Höhe von neun Metern und eine Blattoberfläche von rund 535 Quadratmetern aus. Jährlich hält die Eibe mehr als 9.000 Liter Wasser gegen Hochwasserfolgen zurück, kompensiert rund 35.000 Autokilometer und entzieht der Atmosphäre 3.795 Kilogramm Kohlendioxid, das als Kohlenstoff gespeichert wird. Außerdem produziert sie Sauerstoff für den Bedarf eines Menschen an zwei Tagen. Ein entsprechendes Treetag-Schild wird künftig im Dollespark über die Leistungen der Eibe informieren.

Die Kinder der Kita Wühlmäuse haben die Eibe während des heißen Sommers gegossen und gepflegt. Foto: Sabine Longerich

Besonders eindrucksvoll war der Beitrag der BUND-Naturkindergruppe Bodenheim. Mit einem Zeitstrahl machten sie die Geschichte der alten Eiben sichtbar und verbanden Vergangenheit und Zukunft mit einer Petition: „Schützt diese alten Bäume und fällt sie nicht.“ Auch die Kinder der Kita Wühlmäuse haben sich längst für „ihre“ Eibe eingesetzt. An vielen heißen Tagen gossen sie den Baum im Dollespark und halfen ihm zu überleben in Hitze und Trockenheit.

Für Eckhard Genßmann vom BUND Mainz-Bingen zeigt die Aktion, wie wichtig es ist, den Wert alter Bäume sichtbar zu machen: „Wenn wir wissen, was ein alter Baum für Klima, Wasserhaushalt, Artenvielfalt und unser eigenes Wohlbefinden leistet, wird auch klar, warum wir ihn schützen müssen. Die Kinder zeigen uns dabei sehr eindrucksvoll, dass Naturschutz vor Ort beginnt.“

Die BUND-Naturkinder präsentieren ihren Zeitstrahl, der mehr als 200 Jahre zurückreicht. Foto: Sabine Longerich

Auch Torsten Jäger, Beauftragter für Umwelt- und Artenschutz der Ortsgemeinde, betonte: „Baumschutz ist auch Menschenschutz – und Bäume machen unsere Städte und Gemeinden lebenswerter.“

Red

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