FINTHEN – Mit einem freundlichen „Hallo, immer hereinspaziert“, begrüßen zwei Halbwüchsige die Gäste an der Tür und weisen sofort den Weg zur tollen Kuchentheke im Gemeinschaftsraum. Es ist Tag der offenen Tür im interkulturellen Bürgerzentrum Katzenberg-Treff. Dessen Leiter Andreas Blum hatte sich dazu entschieden, in diesem Jahr statt eines großen Sommerfestes rund um die Einrichtung in der Finther Nelkenstraße „nur“ einen „kleinen“ Tag der offenen Tür anzubieten, um vor allem den neu zugezogenen Bewohnern des Quartiers die Arbeit des Treffs vorzustellen und über die vielfältigen Angebote zu informieren. Natürlich waren auch die eingeladen, die bereits regelmäßig für Hilfe und Unterstützung, aber auch für ein geselliges Beisammensein mit Nachbarn in die Nelkenstraße kommen. „Ziel ist es, den Treff und seinen Träger, die regionale Diakonie Rheinhessen, als lebendigen Ort der Begegnung, Beratung und Unterstützung vorzustellen“, so Blum. „Für Gespräche fehlt mir und den Helfern bei den Sommerfesten einfach die Zeit, weil ich überall gleichzeitig sein muss. Das ist jetzt beim Tag der offenen Tür anders. Wer Fragen hat, kann mich und meine Mitarbeiter ansprechen“, so der Leiter der Einrichtung.
Blum plant alles, was im Katzenberg-Treff passiert. Er ist der Koordinator und Lenker im Haus und wurde zuletzt von sieben Studierenden in der sozialen Arbeit unterstützt. Lebensberatung, Bildungsangebote, Sprachkurse, Hausaufgabenhilfe, Schwangerschaftsberatung – für alle Bereiche gibt es im Treff bei Problemen Hilfe und Unterstützung. Sei es, dass jemand nur mal einen Tipp bekommen möchte oder sich wegen Sprachbarrieren nicht allein darum kümmern kann, dass Formalitäten auf den Ämtern erledigt werden können.

Im Wohngebiet „Katzenberg“ mit 19 Hochhäusern des sozialen Wohnungsbaus und Reihenhäusern leben nahezu 1500 Menschen verschiedener Nationen auf engstem Raum. Alte, kinderreiche Familien, Migranten, Alleinstehende, Studenten. Für alle sind die Türen des Treffs offen. „Hinter den vielfältigen Angeboten steht ein durchdachtes Konzept der sozialen Integration und Teilhabe, wir sind hier für alle Generationen und Kulturen ein offener Ankerplatz“, so Blum, der bei seiner Arbeit einmal die Woche für drei Stunden von der Kollegin vom Römerquellentreff, Annica Haryono, unterstützt wird. Auch finanzielle Unterstützung – sei es durch Förderprogramme oder vor allem auch durch Spenden – sei essentiell, um Förder- und Hilfsangebote überhaupt anbieten zu können.
Beim Tag der offenen Tür können sich Erwachsene bei Kaffee und selbst gebacken Kuchen über Beratungs-, Bildungs- und Freizeitangebote informieren. Aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Es wird gebastelt und gemalt und eine Buttonmaschine steht bereit. Außerdem sind die „Street Jumpers“ des Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland mit ihrem Camper vorgefahren und locken mit Outdoorspielen. Laut Karl Steffen Winkler rein Spenden finanziert, werden über den Verein umfangreiche Angebote wie etwa Ausflüge und Freizeitfahrten auch über mehrere Tage für Kinder angeboten.
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