
HAMÜ – Ein paar Tage sind vergangen, seit im Hartenbergpark gefeiert wurde. Doch einige markante Pinselstriche auf dem Bild vom Stadtteilfest in HaMü bleiben dem Besucher im Gedächtnis haften: Klar, zunächst die Hitze, aber auch das Wasser auf dem Wasserspielplatz und das, mit dem die Feuerwehr für Abkühlung sorgte, dann die vielen Erwachsenen- und Kinder-Gruppen vor und auf und neben der Bühne, die den aufrichtigen Wunsch zelebrierten, aus „HaMü feiert“ ein Fest für den Stadtteil zu machen.
Zum dritten Mal wurde der Hartenbergpark zum Treffpunkt für Vereine, Einrichtungen, Familien und Nachbarn aus HaMü. Zum ersten Mal begann das Fest mit einem ökumenischen Gottesdienst. Ortsvorsteherin Christin Sauer (Grüne) sprach später davon, dass der Gottesdienst ein gelungener Start in den Tag gewesen sei. „Rund 400 Gästen sind bereits am Vormittag da gewesen.“

Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach
Abkühlung kam zur rechten Zeit
Dass der Tag heiß werden würde, war früh absehbar. Schon im vergangenen Jahr hatte das Fest mit Temperaturen von mehr als 30 Grad zu kämpfen. Umso größer war die Freude darüber, dass der Wasserspielplatz im Park früher als erwartet geöffnet wurde. Eigentlich kündigte die Stadt den Start für die Sommerferien an. Doch man beeilte sich offenbar.
Kinder brachten Besucher in den Park
Das Programm sorgte dafür, dass über den ganzen Tag hinweg Besucher in den Hartenbergpark kamen. Bühnenauftritte unterhielten das Publikum, das die Darbietungen aus den Schattenplätzen beobachtete. Der Chor der Kita war dabei, ebenso eine Tanzgruppe der Martin-Luther-King-Grundschule. Aus Mombach reisten die „Samtpfötchen“ mit einer Tanzschow an.
Auch die Freiwillige Feuerwehr war erstmals mit dabei. Sie ist für den Innenstadtkreis zuständig und brachte eine kleine Spritzübung mit. In das Programm mischten sich Begegnung und praktische Stadtteilarbeit.
Ein Fest als Prisma des Stadtteils
Sauer nahm im Gespräch mit Journal LOKAL die Metapher vom Prisma für das Zusammenspiel auf: Was sonst an unterschiedlichen Stellen im Stadtteil geschieht, bündelt sich an einem Tag im Park. Genau das sei von Beginn an das Ziel gewesen, sagte Sauer. Als das Fest erstmals wiederbelebt wurde, seien Einrichtungen und Vereine aus dem Stadtteil angeschrieben worden. Daraus seien neue Kontakte entstanden. Menschen hätten voneinander erfahren, obwohl sie zuvor nur lose Berührungspunkte gehabt hätten. Die Gründung von „HaMü Vereint“ erleichtert die Kooperationen samt dem Engagement und sichern es organisatorisch ab. Auch Sponsoren konnten so gewonnen werden. Zudem wachse das Interesse von Vereinen und Einrichtungen, Teil des Festes zu sein.
Ehrenamt braucht Struktur
Eine wichtige Rolle spielen nach Sauers Einschätzung auch bestehende Gemeinschaftsorte. Sie nannte unter anderem den Gemeinschaftsraum der Mainzer Wohnbau-Gesellschaft am Hartenbergpark sowie Wohnprojekte, in denen Menschen bereits daran gewöhnt seien, gemeinsam etwas zu organisieren. Diese Strukturen wirkten in den Stadtteil hinein. Für die Zukunft wünscht sich Sauer, auch das Münchfeld stärker einzubinden. Dort fehlten bislang vergleichbare Räume und gewachsene Anknüpfungspunkte. Mit dem ASB-Seniorenzentrum gebe es aber einen neuen Partner, der sich nach außen öffnen wolle.
Private Ideen finden einen Rahmen
Wie das Fest auch Einzelnen den Raum gibt, zeigte der Stand von Jule Burkhart. Sie war nicht für einen Verein oder eine Kirche dabei, sondern privat. Gemeinsam mit Annett Lotz und diesmal auch mit ihrem Sohn Valentin brachte sie eigene Ideen ein. Ihr Sohn hatte ein Gewinnspiel vorbereitet. Lotz entwickelte hingegen ein „HaMü-Tarot“, bei dem Besucher Karten mit Themen aus dem Stadtteil ziehen und dazu Fragen beantworten konnten. Die Ergebnisse sollen gesammelt und an die Ortsvorsteherin weitergegeben werden.
Burkhart ist seit dem ersten Fest mit eigenen Kreativangeboten dabei. Vor zwei Jahren gestaltete sie einen partizipativen Kreativstand. Besucher konnten auf Zettel schreiben, wer sie sind, was sie lieben und welche Vision sie für Hartenberg-Münchfeld haben. Die Beiträge wurden später in der Ortsverwaltung ausgestellt. Im vergangenen Jahr ging es unter dem Titel „Was uns verbindet“ darum, was Menschen mit ihrem Stadtteil, mit ihrer Familie oder mit sich selbst verbindet.
Ihr Anliegen ist klar: Gemeinschaft soll auch jenseits von Institutionen entstehen. Burkhart beschrieb ein Gefühl, das vielen vertraut sein dürfte. Man lebe in sehr individuellen Zeiten. Jeder sei oft für sich. Gerade deshalb sei es schön, Nachbarn zusammenzubringen. Das Stadtteilfest biete einen Rahmen, in dem solche Ideen nicht sofort versanden müssen.

Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach
Gemeinschaft entsteht nicht von allein
Burkhart sprach auch von Ideen, die über den Festtag hinausreichen könnten. Eine regelmäßige Erzählstunde im Park etwa, bei der ältere Menschen berichten, wie es früher im Stadtteil war. Sie selbst habe solche Gespräche bereits erlebt und als spannend empfunden. Doch allein lasse sich so etwas schwer aufbauen. Die Energie reiche oft nicht immer, auch wenn viele Menschen solche Ideen gut fänden.
So bot „HaMü feiert“ einen guten Rahmen für die Ideen, die sich präsentieren aber auch in Hartenberg-Münchfeld in Ruhe wachsen können, um letztendlich den Menschen im Stadtteil zum Vorteil zu werden.
Gregor Starosczyk-Gerlach
























