
NIERSTEIN – Die Stadt Nierstein weiht am Donnerstag, 14. August, eine neue Sitzbank auf dem Marktplatz offiziell ein und nimmt sie in ihren Bestand auf. Wie die Verwaltung jetzt angekündigt hat, soll die Bank, die die Aufschrift „Zusammensetzen für Freiheit und Demokratie“ trägt, die Menschen dazu ermutigen, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Gestiftet wurde die Bank von dem früheren Niersteiner Gemeinderatsmitglied Elfriede Hexemer. Anlässlich ihres 80. Geburtstags verzichtete sie auf persönliche Geschenke und bat stattdessen um Spenden für ein Projekt zugunsten der Stadt. „Unsere Gesellschaft im Kleinen wie im Großen braucht die Begegnung und den Austausch, das Miteinanderreden und das gegenseitige Verstehen. Deshalb wollte ich mit dieser Bank ein Zeichen setzen“, erläutert Hexemer. Die Botschaft lautet, ergänzt Hexemer: „Setzt euch zusammen und redet miteinander.“
Die Kommunalpolitikerin gehörte zehn Jahre dem Stadtrat an, engagierte sich über viele Jahre im Sozialausschuss und war 1994 die erste Frau im Bauausschuss der Stadt.
Die Wahl des Einweihungstages fällt nicht zufällig auf den 14. August. Es ist der Geburtstag der Spendengeberin, hat aber auch eine historische Bedeutung. An dem Tag wurde im Jahr 1919 die von der Weimarer Nationalversammlung beschlossene Verfassung verkündet. Deutschland wurde damit zur Republik, Schwarz-Rot-Gold zu den Staatsfarben und Frauen erhielten erstmals das aktive und passive Wahlrecht. „Das war ein wichtiger Schritt und eine Stärkung unserer Demokratie“, sagt Stadtbürgermeister Jochen Schmitt (FWG).
Entworfen wurde die Bank vom Schwetzinger Designer Klaus-Peter Deimann. Er initiierte auch das Projekt der Schwetzinger Motivbänke, die an prägende Ereignisse der Stadtgeschichte erinnern.
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