
NIEDER-OLM – Es gibt Abschiede, die mehr sind als ein letzter Händedruck. Sie erzählen von gemeinsamen Jahren, von gewachsenem Vertrauen und von Menschen, die Spuren hinterlassen haben. Ein solcher Abschied war der von Pfarrerin Julia Freund im evangelischen Gemeindezentrum in Nieder-Olm. Nach zwölf Jahren verlässt sie, zusammen mit ihrem Mann Jochen, die evangelische Kirchengemeinde – und mit ihr geht eine Seelsorgerin, Brückenbauerin und Wegbegleiterin, die das Gemeindeleben nachhaltig geprägt hat.
Tränen des Abschieds – aber auch der Freude
Dass ihr Weggang viele Menschen bewegt, war an diesem Nachmittag überall zu spüren. Zwischen herzlichem Lachen, liebevollen Erinnerungen und dankbaren Worten gab es auch immer mal wieder feuchte Augen. Es waren Tränen des Abschieds – aber auch der Freude darüber, dass sich für Julia Freund ein neues Kapitel öffnet.
Zu Beginn der Feier gab es einen kleinen Gottesdienst, dessen Thema nicht hätte passenden sein können. Im Mittelpunkt stand nämlich die Geschichte „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch. Die Erzählung über Aufbruch, Sehnsucht und das Entdecken neuer Wege berührte viele Gäste. Sie ließ schmunzeln, erinnerte aber zugleich daran, dass jeder Neuanfang auch bedeutet, Vertrautes hinter sich zu lassen. Genau das wird Julia Freund nun tun. Für die kommenden drei Jahre übernimmt sie eine besondere Aufgabe in Mittelamerika. Von Costa Rica aus wird sie die evangelischen Gemeinden in Costa Rica, Honduras, Nicaragua und Panama begleiten – eine neue Herausforderung, die sie mit großer Vorfreude erwartet.
Die Wege trennen sich zwar über tausende Kilometer, doch die Erinnerungen bleiben
Doch in Nieder-Olm hinterlässt sie eine große Lücke. Zahlreiche Wegbegleiter waren gekommen, um Danke zu sagen: Da waren ihre Kollegin Elke Stein, Mitglieder des Kirchenvorstandes, viele Pfadfinder und Mitarbeiterinnen der Kita sowie Kolleginnen und Kollegen von der katholischen Kirchengemeinde, denn auch die Ökumene war Julia Freund ein Herzensanliegen.
Als die Feier langsam ausklang, war allen bewusst: Die Wege trennen sich zwar über tausende Kilometer, doch die Erinnerungen bleiben. Und vielleicht wird irgendwo zwischen Nieder-Olm und Panama immer wieder der Gedanke aufkommen, den Janosch so schön formuliert hat: Manchmal muss man aufbrechen, um Neues zu entdecken – ohne dabei zu vergessen, wo man zu Hause war.
Annette Pospesch
























