Start Mainz Geplanter Straßenbahnausbau wird in Weisenau unterstützt Ortsbeirat stimmt Beschlussvorlage mehrheitlich zu

Geplanter Straßenbahnausbau wird in Weisenau unterstützt Ortsbeirat stimmt Beschlussvorlage mehrheitlich zu

Der geplante Straßenbahnausbau wird in Weisenau überwiegend positiv gesehen. Foto: Oliver Gehrig     

WEISENAU – Nach Hechtsheim war nun Weisenau an der Reihe: MVG-Projektleiter Christian Jakobs stellte die Vorzugsvariante des Interessenbeirates zum Straßenbahnausbau nun auch im Weisenauer Ortsbeirat vor, der im großen Saal des Kulturheims tagte. Kernpunkt: die Anbindung des Heiligkreuzviertels an die Straßenbahn. In Weisenau war die Zustimmung deutlich größer als einen Abend zuvor in Hechtsheim. Die Fraktionen stimmten der Beschlussvorlage bei Gegenstimmen der CDU und Enthaltung der FDP mehrheitlich zu.

„Wir sind nach wie vor in der Vorplanung, die frühzeitige Bürgerbeteiligung wurde im Mai abgeschlossen“, sagte Jakobs zu Beginn. „Es werden noch viele Jahre vergehen, bis wir in die Ausführung gehen. Das ist der Preis der frühzeitigen Bürgerbeteiligung.“ Ziel sei es, beim Straßenbahnausbau im Heiligkreuzviertel in Zielgebiete vorzustoßen, wo bereits Bushaltestellen vorhanden sind. Eingaben der Bürgerschaft seien weiter möglich. „Wir haben noch keine Trasse festgelegt“, betonte Jakobs.

Der Interessenbeirat, der mit 20 Personen in elf Sitzungen tagte, habe wie vom Ortsbeirat gewünscht den Hermann-Dexheimer-Weg aus dem Abschlussbericht herausgenommen. Die Vorzugsvariante sehe für Weisenau eine Streckenführung von Hauptbahnhof West, Am Linsenberg, Langenbeckstraße, An der Philippsschanze und An der Goldgrube über Am Stiftswingert und Göttelmannstraße bis zum Heiligkreuzweg vor. Vorteile seien die direkte Anbindung des Volksparks, des Heiligkreuzwegs und des Alten Friedhofs sowie die Aufwertung des Volksparks als Aufenthaltsortes. Prüfanträge behandelten den Schutz von Grünflächen, den Denkmalschutz, den Erhalt der vorhandenen Parkplätze, die radverkehrstechnische Erschließung der insgesamt 7,5 Kilometer langen Strecke und die Entwicklung von Park-and-Ride-Optionen.

Der Ortsbeirat hatte eine Reihe von Nachfragen. „Das Thema Altes Wasserwerk ist hochgekocht“, gab Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) zu bedenken. „Wir werden eine Leitungstrassen-Konfliktprüfung durchführen“, antwortete Jakobs.

„Mir fehlt das Thema Gewerbe“, kritisierte Herbert Egner (FDP). „Es ist wichtig, dass die Kunden uneingeschränkt aufs Gelände kommen. Die Portlandstraße einspurig sehe ich schwierig.“ Jakobs versicherte: „Sämtliche Grundstückszufahrten werden berücksichtigt.“ Klaus Dieter Wilhelm (CDU) hatte etliche Kritikpunkte: „Ich habe Probleme mit den verschiedenen Wendepunkten. Es sind sehr enge Strecken. Wir haben sehr gute Busverbindungen. Am Stiftswingert müssten viele Bäume fallen.“ Jakobs erwiderte: „Die Straßenbahn wird dort im Verkehr mitschwimmen.“ Vorfahrten würden über Signalsteuerungen geregelt. Es sei keinesfalls geplant, ganze Alleen zu fällen. Dr. Gitta Weber (ÖDP) entgegnete: „Am Rosenberg / Am Michelsberg wird aber ein Stück Baumreihe entfernt.“ Probleme sieht sie ebenfalls in der Portlandstraße. Lobende Worte hatte Alexander Quis (SPD) parat. „Der Prozess und das Verfahren sind vorbildlich.“

Vor der Abstimmung zur Beschlussvorlage sagte Ortsvorsteher Kehrein: „Wir geben mit dieser Beschlussvorlage nur einen Prüfauftrag. Die beste Variante wird sich herauskristallisieren.“ Dr. Ronald Lehndorff (Grüne) bekräftigte: „Ich glaube nicht, dass wir uns was vertun, wenn wir zustimmen.“ Sophie Augustin (CDU) stellte die Frage nach der Finanzierung des Projektes angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt. Ortsvorsteher Kehrein abschließend: „Es ist wichtig, Planungseifer zu haben, um den gordischen Knoten zu durchschlagen.“ Die Beschlussvorlage wurde vom Weisenauer Ortsbeirat mit acht Ja-Stimmen bei drei Gegenstimmen der CDU und Enthaltung der FDP mehrheitlich angenommen.

Oliver Gehrig