RÜSSELSHEIM – Am Donnerstagabend gegen 23.40 Uhr kam es in mehreren Bereichen des Rüsselsheimer Stromnetzes zu einer umfangreichen Versorgungsstörung. Betroffen waren zunächst der Stadtteil Ramsee, anschließend die A-Siedlung, die Innenstadt und schließlich Haßloch. Insgesamt waren rund 2.000 Haushalte zeitweise ohne Strom.
Die Bereitschaftsteams der Stadtwerke Rüsselsheim nahmen unmittelbar nach Eingang der ersten Meldungen die Störungssuche und die Reparaturarbeiten auf.
Nach derzeitigem Kenntnisstand führte das Zusammentreffen mehrerer Faktoren zu dem Störungsereignis. Die außergewöhnlich hohen Temperaturen der vergangenen Tage sorgten für eine sehr hohe Stromnachfrage. Hinzu kam am Abend eine zusätzliche Belastung des Netzes, unter anderem durch das zeitgleich stattfindende WM-Spiel. In vielen Haushalten liefen Fernseher, Ventilatoren und Klimageräte gleichzeitig.
Die hohe Netzbelastung führte dazu, dass mehrere Betriebsmittel ausfielen. In allen bislang festgestellten Schadensfällen waren Verbindungselemente (Kabelmuffen) betroffen. Die dadurch entstandenen Erdschlüsse führten zu einer außergewöhnlichen Kettenreaktion: Durch die veränderten Lastflüsse im Netz kam es zu weiteren Ausfällen. Diese unglückliche Verkettung mehrerer Defekte führte schließlich zu dem großflächigen Störungsereignis. Insgesamt wurden bislang acht beschädigte Kabelmuffen identifiziert.
„Einzelne Defekte an Verbindungselementen kommen in einem Stromnetz immer wieder vor. Dass jedoch mehrere Betriebsmittel nahezu gleichzeitig ausfallen und sich die Auswirkungen gegenseitig verstärken, ist außergewöhnlich. Nach derzeitigem Stand gehen wir davon aus, dass die außergewöhnlich hohe Netzbelastung infolge der Hitze dabei eine wesentliche Rolle gespielt hat. Unsere Mitarbeitenden haben die ganze Nacht mit Hochdruck daran gearbeitet, die Versorgung Schritt für Schritt wiederherzustellen. Dafür danke ich unserem gesamten Team ausdrücklich“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Maik Landwehr.
Unterstützung erhielten die Stadtwerke Rüsselsheim von der ESWE Versorgungs AG Wiesbaden sowie den Mainzer Netzen. Insgesamt waren rund 50 Einsatzkräfte im Einsatz. An 22 Netzstationen wurde parallel gearbeitet, um die Stromversorgung schrittweise wiederherzustellen. Da auch umliegende Netzbetreiber aufgrund der hohen Temperaturen stark beansprucht waren, stand lediglich ein zusätzlicher Messwagen aus Wiesbaden zur Verfügung. Zusätzlich kamen drei Notstromaggregate zum Einsatz. Durch die enge Zusammenarbeit konnte insbesondere die Versorgung kritischer Infrastruktur sichergestellt werden.
Die eigentliche Großstörung konnte bereits nach rund zwei Stunden behoben werden. Die Stromversorgung ist inzwischen größtenteils wiederhergestellt. An drei Schadensstellen in Haßloch sind weiterhin Tiefbauarbeiten erforderlich, um die beschädigten Kabelmuffen freizulegen und auszutauschen. Parallel dazu erfolgen weitere Messungen im Netz.
Die Stadtwerke gehen derzeit davon aus, dass im Laufe des Nachmittags, voraussichtlich gegen 15 Uhr, alle derzeit noch nicht versorgten Stationen wieder ans Netz gehen können. Anschließend wird auch die vollständige Redundanz des Stromnetzes – also die zusätzliche Absicherung durch alternative Versorgungswege – wiederhergestellt. Ziel ist es, sämtliche beschädigten Kabelmuffen bis Samstagabend auszutauschen.
Vereinzelt kann es außerdem noch zu Einschränkungen bei der Internetversorgung kommen. Hintergrund ist ein betroffener Netzknoten, dessen Ausfall Auswirkungen über das Rüsselsheimer Stadtgebiet hinaus hat.
Die Stadtwerke Rüsselsheim bedanken sich bei allen betroffenen Kundinnen und Kunden für ihre Geduld und ihr Verständnis sowie bei den unterstützenden Netzbetreibern und Einsatzkräften für die schnelle und unkomplizierte Zusammenarbeit.
Corinna Brod
Stadtwerke Rüsselsheim GmbH























