
FINTHEN – Der Selbstversuch im Bogenschießen beim Sommerfest der Reservistenkameradschaft Finthen ging gründlich daneben. So einfach, wie es aussieht, ist die Sache mit Pfeil und Bogen gar nicht, auch wenn die Zielscheibe im Finther Regenrückhaltebecken unweit der Reitsporthalle nur zehn Meter entfernt steht. Und gerade auch, weil dieser Sport eine echte Herausforderung ist, lädt die Kameradschaft seit einigen Jahren jeden Sommer Vereine und Institutionen ein, mit einer Dreier-Mannschaft am Wettkampf teilzunehmen. „Im Vordergrund steht bei uns der Spaß, hier geht es nicht um Ehrgeiz und Trophäen“, erklärte der 1. Vorsitzende Udo Veit.
Immer mehr Teilnehmer
Obwohl, ganz richtig ist das nicht. Den 17 teilnehmenden Mannschaften nämlich winkte ein Wanderpokal, der an das Team ging, das bei insgesamt neun Schüssen am meisten Punkte gesammelt hatte. Die Plätze eins bis drei erhielten außerdem jeweils drei Gutscheine zwischen fünf und zehn Euro für ein Essen oder ein Getränk in örtlichen Lokalen. „Es werden immer mehr“, freute sich Veit über die hohe Teilnehmerzahl. Er lief hin und her und hatte für jeden, der den Bogen für den Abschuss spannte, ein paar aufmunternde Worte übrig. Man müsse es einfach probieren, es sei gar nicht so schwer, animierte er die Gäste zum Mitmachen. Vor einigen Jahren sei es gewesen, da seien die Finther Reservisten einmal zu einem Bogenschießen-Schnupperkurs nach Hessen eingeladen worden. „Dort ist dann die Idee entsprungen, so was können wir doch auch machen.“ Einige Kameraden hätten sich damals gleich einen Bogen gekauft. Seither gehört das Schießen auf Ziele mit einem Pfeil zum Zeitvertreib der Reservisten.

Traditionelles Sommerfest an der Reitsporthalle
Ihr Sommerfest feiert die Kameradschaft traditionell an der Reitsporthalle. Wurden die ersten Turniere noch auf dem Gelände ausgetragen, auf dem dann das Provisorium der Peter-Härtling-Grundschule aufgebaut wurde, steht man jetzt schon im dritten Jahr im Regenrückhaltebecken am Feldweg. „Das ist sogar viel besser. Hier stehen wir so, dass Zuschauer grundsätzlich geschützt von oben alles sehen können.“ Außerdem sei das Gelände durch einen Erdwall ringsherum geschützt. „Da kann es keine Blindgänger geben“, so auch Reiner Nostadt.
Bei großen Wettkämpfen steht die Zielscheibe 90 Meter entfernt
Er deutet auf seinen Bogen. Ein Wettkampfbogen mit Stabilisator, Kimme und Korn. „Bei großen Wettkämpfen steht die Zielscheibe 90 Meter entfernt“, erklärt der Landesmeister, der inzwischen zum aktiven Schützen geworden ist und in einem Verein trainiert. Das Sommerfest mit seinem speziellen Turnier bringe laut Veit die Menschen zusammen. Vereine, Initiativen und Lokalpolitik sitzen unter dem Dach der Reitsporthalle bei Pizza, Döner oder Kuchen beisammen, tauschen sich aus und lernen sich kennen. Das sei gelebte Stadtteilkultur, findet Veit. Nostadt greift nach seinem Bogen. Das Team der Reservisten ist gleich dran, da muss er bereitstehen.
kga

























