Start Kategorien Gesellschaft Austausch, praktische Hilfen und persönliche Kontakte Frühstücksprojekt bringt Frauen miteinander ins Gespräch

Austausch, praktische Hilfen und persönliche Kontakte Frühstücksprojekt bringt Frauen miteinander ins Gespräch

Es herrschte gleich eine entspannte und fröhliche Stimmung zwischen den geflüchteten Frauen und denjenigen, die ihre Hilfe und Unterstützung anboten. Foto: Sabine Longerich

BODENHEIM – Zusammen frühstücken und sich dabei besser kennenlernen: Rund 30 geflüchtete Frauen aus der Verbandsgemeinde (VG) Bodenheim nutzten dazu das erste Frauenfrühstück im Haus der Vereine in Bodenheim. Viele waren mit ihren Kindern gekommen und kannten sich zuvor nicht.

Sprachliche Hürden, familiäre Verpflichtungen oder kulturelle Gewohnheiten könnten Zugang erschweren

Eingeladen hatte Heidi Veit-Gönner (Grüne), Beauftragte der VG Bodenheim für Migration und Integration. Sie möchte aus dem Frühstück ein regelmäßiges Angebot machen. Denn gerade geflüchtete Frauen würden mit klassischen Informationsveranstaltungen nicht immer erreicht. Sprachliche Hürden, familiäre Verpflichtungen oder kulturelle Gewohnheiten könnten den Zugang erschweren.

Wie unterschiedlich die Bedürfnisse waren, zeigte sich an vier Gesprächstischen. Dort ging es um Alltagshilfen, Sprache und Arbeit, Freizeit sowie Kita und Schule. Mit dabei waren Fachleute aus Verwaltung, Volkshochschule, Gleichstellungsarbeit und Kita-Sozialarbeit sowie die Integrationshelferinnen Olena Yermolenko und Jackline Horvatitsch von der Kreisverwaltung. Ehrenamtliche von den Initiativen Kulturbuntes Bodenheim und United Nackenheim unterstützten das Treffen.

Schon vorher waren Freundschaften zwischen den Mitgliedern der Initiative Kulturbuntes Bodenheim und Geflüchteten geschlossen worden.
Foto: Sabine Longerich

„Fast alle sind gekommen“

Dass persönliche Einladungen Türen öffnen können, hatte Theresa Tatomirovic vom Integrationsbüro der VG schon im Vorfeld erlebt. Nach der offiziellen Einladung klingelte sie bei den Frauen persönlich. „Fast alle sind gekommen“, freute sie sich. Auch die Sprachbarriere ließ sich lösen: Mehrsprachige Helferinnen übersetzten, gingen von Tisch zu Tisch und holten bei Bedarf die passende Ansprechpartnerin dazu.

Neben Informationen stand der Austausch. Horvatitsch beobachtete, wie rasch die anfängliche Zurückhaltung wich. Die Frauen hätten gespürt, dass sie hier ihre Meinung frei sagen könnten, sagt sie. Sie stellten Fragen, teilten Erfahrungen. Einige erzählten, wie schwer es sein kann, sich im Alltag zurechtzufinden, Informationen zu verstehen oder die eigene Meinung auszudrücken. Eine Frage stand dabei sinngemäß im Raum: Wie kann ich als Frau in Deutschland selbstbewusst und selbstbestimmt leben?

„Ich möchte Brücken bauen in einer Zeit, wo man den Eindruck hat, Brücken werden abgerissen.“

Für Tatomirovic ist das Frauenfrühstück ein kleines, aber wichtiges Zeichen: „Ich möchte Brücken bauen in einer Zeit, wo man den Eindruck hat, Brücken werden abgerissen.“ Viele Teilnehmerinnen wünschten sich eine Wiederholung, berichtete sie. Aus dem Frühstück soll daher laut den Organisatoren ein verlässlicher Treffpunkt werden.

red

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