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Pokalfest endet für TSV Schott Mainz mit klarer Niederlage 0:5 (0:2) Chancenlos gegen entschlossene Borussia Mönchengladbach

Silas Schwarz vom TSV Schott Mainz (in Blau) sucht den Paß zum Mitspieler. Gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach war der Oberligist in der MEWA-Arena jedoch weitgehend in der Defensive gefordert. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

MAINZ – Am Ende blieb vor allem das Erlebnis. Sportlich hatte der TSV Schott Mainz gegen Borussia Mönchengladbach keine Chance. Mit 0:5 (0:2) unterlag die Fußballmannschaft des Trainer-Duos, Sascha Meeth und Thomas Schwarz, dem Bundesligisten vor 18.500 Zuschauern in der MEWA-Arena in Mainz und verabschiedete sich damit in der ersten Runde aus dem DFB-Pokal. Die Pokalgeschichte, die mit dem Gewinn des Südwestpokals in der vergangenen Saison und dem – gewissermaßen – Abschiedsgeschenk von Ex-Trainer Samuel Horozovic ihren Anfang genommen hatte, fand damit ihr Ende.

Die Rollen waren schon vor dem Anpfiff eindeutig verteilt. Schott steht inzwischen viermal als Verbandspokalsieger des Südwestens in den Geschichtsbüchern, spielt aktuell aber in der Oberliga. Auf der anderen Seite wartete der dreimalige DFB-Pokalsieger Borussia Mönchengladbach – Bundesligist und damit fünf Spielklassen höher angesiedelt.

Und die Borussia ließ vom Anpfiff weg keine Zweifel daran aufkommen, dass sie diese Aufgabe ernst nahm. Angriff um Angriff rollte auf das Mainzer Tor zu. Schott überstand die ersten 20 Minuten dennoch schadlos. Vor allem Torwart Jan Schulz zeichnete sich mehrfach aus. Auf der anderen Seite kam Abdellatif El Mahaoui zum Abschluss, setzte den Ball aber über die Latte.

Dabei spielte Schott in der ersten Hälfte auf eine grün-weiß-schwarze Wand zu. Etwa 7.000 Gladbacher Anhänger hatten den Weg nach Mainz angetreten und sorgten lautstark für eine Atmosphäre, wie sie die Schott-Spieler aus dem Oberliga-Alltag nicht kennen. Ausgerechnet im Bundesligastadion des 1. FSV Mainz 05 bekam der Oberligist seine große Pokalbühne, während die 05er zeitgleich ihr eigenes Auswärtsspiel in Krieschow bestritten und gewannen.

In der 22. Minute war der Widerstand der Mainzer erstmals gebrochen. Ein kluger und steiler Pass aus dem Mittelfeld nutzte die große Lücke in der Schott-Defensive aus, Hugo Bolin lief in den freien Raum und ließ sich nicht mehr stoppen. Rechts an Torwart Schulz vorbei setzte er den Ball zum 0:1 ins Netz.

Nur vier Minuten später folgte das 0:2. Recht kurios für deie Betrachter. Daiki Hashiokas Kopfball segelte über Schulz hinweg, landete am linken Pfosten und rollte von dort über die Linie. Innerhalb von vier Minuten hatte der Bundesligist damit klare Verhältnisse geschaffen und den Druck aus der Partie etwas rausgenommen.

Schott nutzte die Einladung. Fabian Messina bot sich eine der wenigen Gelegenheiten. Nach einem Freistoß aus dem Mittelfeld kam auch Karim Zeghli gefährlich zum Abschluss. Gladbachs Torwart lenkte den Ball über die Latte zum einzigen Eckstoß der Mainzer in der gesamten Partie.

Kurz nach dem Wiederanpfiff gab es zunächst einen lauten Knall auf der Gästetribüne, anschließend zogen grün-weiß-schwarze Rauchschwaden durch den Gladbacher Block. Auf dem Rasen sorgten die Gäste propmp für klare Sicht auf einen für sie positiven Ausgang der Partie: Sie kombinierte im Mainzer Strafraum frei nach allen Regeln der Fußballkunst. Schotts Abwehr ließ dabei Bolin sträflich unbeaufsichtigt, der mit seinem zweiten Treffer das 0:3 (48.) erzielte.

Wer erwartet hatte, dass der Bundesligist nun einen Gang zurückschalten würde, sah sich getäuscht. „Die Gladbacher haben die Sache total ernst genommen, von der ersten Minute an bis zum Abpfiff. Wenn ein Bundesligist die Sache so ernst nimmt, hat man eben keine Chance“, stellte Meeth später fest.

Das zeigte sich auch nach einer Stunde. Drei Mainzer konnten Lukas Ulrich in der 61. Minute nicht daran hindern, das vierte Gladbacher Tor zu erzielen. Beim 0:5 überspielte Borussia die Schott-Abwehr mit einem Konter aus dem Mittelfeld. Mainzer Keeper konnte den Querpass nicht verhindern und Gladbacher Wael Mohya vollendete zum Endstand.

Meeth wollte die deutliche Niederlage dennoch nicht nur unter dem Klassenunterschied verbuchen. Seine Mannschaft sei in einigen Phasen „doch etwas passiv“ gewesen. „So ein paar Aktionen mehr hätte ich mir schon gewünscht von der Truppe“, sagte der Schott-Trainer. Gleichzeitig erinnerte er an die Belastung seiner Spieler, die erst am Dienstag im Verbandspokal über 120 Minuten gehen mussten. Am Ende habe deshalb bei ihm die Anerkennung überwogen: „Ein riesengroßes Kompliment an die Truppe“, sagte Meeth.

Auch Gladbachs Trainer Eugen Polanski, der während seiner Profikarriere selbst für den 1. FSV Mainz 05 spielte, zollte dem Oberligisten Respekt. Seine Mannschaft habe jedoch die Begegnung „von der ersten bis zur letzten Minute“ klar gestalten können. Er sei mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Abseits des sportlich eindeutigen Ergebnisses machte Schott aus dem DFB-Pokalspiel das erhoffte Fußballfest, das organisatorisch reibungslos verlief. Vor und nach der Begegnung feierte die TSV Schott-Familie bei Musik vor der MEWA-Arena. Die Anhänger beider Vereine begegneten sich friedlich. Bemerkenswert: Die Schott-Verantwortlichen bereiteten den Gästen vom Niederrhein  im Stadion einen ausgesprochen herzlichen Empfang. Auch Meeth zeigte sich dankbar für das Wohlwollen und die Kontakte aus Mönchengladbach im Vorfeld der Partie.

So endete ein weiterer Pokaltag gegen einen Bundesligisten – von denen der TSV bisher mehrere genießen konnten – zwar mit einer deutlichen Niederlage. Doch das aktuelle Ausscheiden auf der nationalen Bühne vor 18.500 Zuschauern dürfte dennoch den sportlichen Weg (nicht nur) der Fußballabteilung beim TSV Schott Manz weiter stärken: Erlebnis plus Erfahrung gleicht Weiterentwicklung. Die gibt es aber auch ohne das Alltagsgeschäft nicht. Schott kehrt dafür dorthin zurück, wo die nächste Aufgabe wartet: in den Oberliga-Alltag.

Laut Meeth gibt es Morgen ein gemeinsames Essen, dann zwei Tage Pause. Ab Donnerstag gilt der Fokus der Vorbereitung auf den nächsten Gegner. Am 29. August stellt sich der TSV beim FC Rot-Weiß Koblenz vor.

Gregor Starosczyk-Gerlach

Erste Runde DFB-Pokal

TSV Schott Mainz – Borussia Mönchengladbach 

Ergebnis: 0:5 (0:2)

Aufstellung TSV Schott Mainz: Schulz – Robotta (85. Horozovic), Gans, Ahlbach, Schwarz – Mairose, Zeghli (74. Vodi), Just – El Mahaoui (74. Blum), Itoi (56. Rudi), Messina (56. Sträßer).

Tore: 0:1 Bolin (22.), 0:2 Hashioka (26.), 0:3 Bolin (48.), 0:4 Ulrich (61.), 0:5 Mohya (Minute noch zu ergänzen).

Zuschauer: 18.500.

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