Start Mainz Brandgefährliche Haltestelle wird nicht entschärft Bretzenheimer Ortsbeirat zeigt sich fassungslos und verärgert

Brandgefährliche Haltestelle wird nicht entschärft Bretzenheimer Ortsbeirat zeigt sich fassungslos und verärgert

Keine akute Notwendigkeit sieht die Stadt Mainz, die brandgefährliche Verkehrssituation an den Bushaltestellen Gutenberg-Center Ost zu entschärfen. Foto: Oliver Gehrig  

BRETZENHEIM – Tempo 30 ist auf der Haifaallee vor dem Gutenberg-Center erlaubt. Trotzdem rasen viele Autofahrer deutlich schneller mit 60 bis 70 km/h auf dieser schnurgeraden Strecke, die offenbar dazu verleitet, gehörig aufs Gas zu drücken. Gefährlich wird es an den beiden stark frequentierten Bushaltestellen Gutenberg-Center Ost, wenn die Fahrgäste sowie die Kunden und Patienten des benachbarten Gutenberg-Centers und des auf der anderen Straßenseite befindlichen Ärztezentrums über diese Raser-Straße laufen wollen oder müssen: Da es dort weder einen Zebrastreifen noch eine Ampelanlage gibt, nehmen sie ihr Herz in die Hand, laufen so schnell es irgendwie geht über die Straße und sind dabei oft genug auf den guten Willen der Autofahrer angewiesen, die bestenfalls bremsen.

Dass diese Verkehrssituation untragbar ist, liegt auf der Hand. Dem Ortsbeirat ist das seit sechs Jahren bewusst. Er schickt seitdem im Jahresturnus Anträge und Anfragen an die Verwaltung, wann diese brandgefährliche Gefahrenstelle endlich entschärft wird. Geschehen ist seitdem so gut wie nichts. Es wurde lediglich eine kleine Mittelinsel eingebaut, die aber keine Lösung ist. Die erneute negative Antwort von Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne), die aufgrund offener Fragen zur Gestaltung des Straßenraums und der aktuellen Haushaltslage keine Aussagen zum Baubeginn der versprochenen Ampelanlage geben will, brachte den Ortsbeirat nun richtig auf die Palme. Das Gremium fordert die Verwaltung mit Nachdruck auf, endlich tätig zu werden, bevor an dieser Haltestelle ein schlimmer Verkehrsunfall passiert.

„Wir hatten eine Genehmigung für eine Lichtsignalanlage“, betonte Stadträtin Claudia Siebner (CDU). „Jetzt heißt es: ,Wir müssen die Planungen abwarten.‘ Ich halte das für einen schlechten Witz.“ Ortsvorsteher Manfred Lippold (CDU) bekräftigte, dass dieses Thema den Ortsbeirat nun seit sechs Jahren beschäftige. Es müsse nun endlich eine Lösung her.

Hans-Peter Rosenhayn (Freie Wähler), der den jüngsten Antrag an die Verwaltung verfasst hatte, beschrieb die Verkehrssituation so: „Die Leute sind wie auf der Flucht. Es spielen sich gruselige Szenen ab. Ich fürchte, es muss erst etwas Schlimmes passieren, bis die Verwaltung tätig wird.“

Oliver Gehrig

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