Start Budenheim Lennebergwald feiert 75 Jahre Zweckverband Programm mit Kohlenmeiler, Familientag und neuer Ausstellung...

Lennebergwald feiert 75 Jahre Zweckverband Programm mit Kohlenmeiler, Familientag und neuer Ausstellung im Grünen Haus

Im Grünen Haus stellten Revierförster Stefan Dorschel, der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase und Budenheims Bürgermeister Stephan Hinz (v.l.n.r.) das Programm des Zweckverbandes Lennebergwald zum 75-jährigen Jubiläum vor. Der Wald soll im Festjahr nicht nur gefeiert, sondern auch als sensibler Natur- und Erholungsraum stärker ins Bewusstsein gerückt werden. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

BUDENHEIM/MAINZ – Der Lennebergwald ist Naherholungsgebiet, Naturschutzraum, Lernort und forstliche Daueraufgabe zugleich. Im Jahr 2026 rückt er besonders in den Blick: Der Zweckverband Lennebergwald feiert das 75-jährige Jubiläum seiner Gründung im Jahr 1951. Zugleich jährt sich die Ausweisung als Naturschutzgebiet zum 30. Mal.

Zwischen Jubiläum und Klimawandel

Bei der Vorstellung des Jubiläumsprogramms im Grünen Haus machten der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos), Budenheims Bürgermeister Stephan Hinz (CDU) und Revierförster Stefan Dorschel deutlich, dass das Jubiläum den Blick auf Geschichte, Naherholung und Herausforderungen im Klimawandel lenken will.

Höhepunkt am Grünen Haus

Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist das große Fest am 30. August am Grünen Haus mit Jubiläumsfeier, Familientag und Kinder-Uni. Dann soll auch die neue Ausstellung eröffnet werden. Der Raum wurde modernisiert, das Gebäude saniert und energetisch verbessert. Haase sprach von einem Ausnahmejahr für den Zweckverband, dessen Vorsitz zwischen Mainz und Budenheim wechselt. Im Mittelpunkt stünden die Menschen, die täglich im Wald arbeiten. Ziel der Waldpflege sei kein aufgeräumter Wald im Sinne einer Plantage, sondern ein klimaresilienter Mischwald. Der Lennebergwald verändere sich, regeneriere sich glücklicherweise an vielen Stellen selbst, brauche dafür aber lange Zeiträume. „Als größtes Naherholungsgebiet der angrenzenden Gebietskörperschaften ist er ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität“, so Haase. Budenheims Bürgermeister Hinz würdigte die Arbeit hinter dem Jubiläumsprogramm und hob die Zusammenarbeit zwischen Mainz und Budenheim hervor. Wichtig sei, dass viele Kinder aus Schulen und Kindergärten den Wald erleben könnten.

Neue Ausstellung mit Maskottchen

Eine Ausstellung im Grünen Haus, das künftig übrigens als Außenstation des Naturhistorischen Museums Mainz dienen soll, wird das Jubiläum begleiten. Geplant sind ein Diorama zur Tier- und Pflanzenwelt, Mitmachstationen, Vergleiche zwischen Wald früher und heute sowie Informationen zu Arten wie Gartenschläfer und Wiedehopf. Mit Blick auf die jüngsten Waldbesucher stellte Dorschel das Maskottchen „Lenni“ vor: Die Gartenschläferfigur soll Kindern einen spielerischen Zugang zum Wald eröffnen.

Kohlenmeiler und Waldpflege

Das Programm bietet viele Extras: Dazu gehört auch ein historischer Bezug. Am 4. Juni wird am Forsthaus ein Kohlenmeiler entzündet. Stadtwaldranger Fabian Emde erläuterte, dass alte Flurnamen und Spuren auf frühere Köhlerei hinweisen. Im Lennebergwald sei tatsächlich geköhlert worden, unter anderem zur Versorgung der Stadt mit Kohle zum Schmieden und Heizen. Rund um den Kohlenmeiler sind Familienangebote vorgesehen. Am 20. Juni ist außerdem eine Waldpflegeaktion an der 14-Nothelfer-Kapelle geplant.

Führungen, Waldfee und Lernorte

Darüber hinaus stehen regelmäßige Angebote auf dem Jahresprogramm, darunter der ökumenische Waldgottesdienst am Pfingstmontag, Walderlebnisfreizeiten, Fledermaus-Exkursionen, Führungen und Angebote der „Waldfee“. Die Waldpädagogin aus Mainz-Gonsenheim führt Kinder über Fantasie und Naturerlebnis an den Wald heran. Auch das Informationsangebot im Außenbereich soll ausgebaut werden. Schon jetzt gibt es einen Baumarten-Lehrpfad mit mehr als 20 Arten. Weitere Stationen sollen folgen, darunter ein Bodeneinschlag zur geologischen Geschichte des Waldes. Dafür sucht der Zweckverband weiter Unterstützer, Spender und Sponsoren.

Dauerhafte Angebote im Wald

Revierförster Dorschel verwies zudem auf dauerhafte Angebote wie Waldführungen, Kooperationen etwa mit dem Gonsenheimer Wildpark, Pflegeaktionen mit Schulklassen, Pflanzaktionen und Maßnahmen gegen invasive Arten wie den Götterbaum.

Gregor Starosczyk-Gerlach