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Kohlenmeiler erinnert an altes Handwerk im Lennebergwald Historische Einblicke zum 75-jährigen Bestehen des Zweckverbandes

Köhlerei kehrt für ein Wochenende in den Lennebergwald zurück Historischer Kohlenmeiler brennt am Forsthaus Lenneberg. Foto: privat

BUDENHEIM/MAINZ – Im Lennebergwald wird am Fronleichnamswochenende erstmals seit vermutlich 250 Jahren wieder ein Kohlenmeiler entzündet. Anlass ist das 75-jährige Bestehen des Zweckverbandes zur Erhaltung des Lennebergwaldes. Das Jubiläum bietet zugleich Gelegenheit, auf die Geschichte des Waldes und seine frühere Nutzung zurückzublicken.

Schmieden und Backstuben

In früheren Zeiten betrieben Menschen im Lennebergwald Köhlerei. Aus Holz entstand Holzkohle, die hohe Temperaturen ermöglichte und unter anderem in Schmieden und Backstuben gebraucht wurde. Hinweise auf diese Nutzung geben bis heute mehrere Waldwege, darunter die Kohlenschneise, die Gebrannte Schneise und die Brandschneise.

Am Fronleichnamstag, Donnerstag, 4. Juni, entzündet der Verbandsvorsteher des Zweckverbandes, der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase, den Kohlenmeiler am Forsthaus Lenneberg in Budenheim um 17 Uhr. Anschließend wandelt der Meiler das aufgesetzte Ahornholz bis Dienstag, 9. Juni, in Holzkohle um. Dabei wird die Luftzufuhr ständig überwacht und gesteuert. Der Prozess läuft im Inneren des Meilers ab; offene Flammen treten nicht aus. Bei Bedarf wird der Meiler beregnet, damit die schützende Erdschicht nicht austrocknet und geschlossen bleibt.

Waldpädagogische Begleitung

Während des gesamten Fronleichnamswochenendes können Besucherinnen und Besucher den Kohlenmeiler in Betrieb erleben. Infotafeln und Gespräche mit den Mitarbeitenden des Zweckverbandes vermitteln Wissenswertes über das alte Handwerk der Köhlerei und die Geschichte des Lennebergwaldes. Für die Gäste werden Wildbratwürste gegrillt. Dazu gibt es gekühlte Getränke.

Am Sonntag, 7. Juni, bietet die Künstlerin und Waldpädagogin Anne Böschen von 14 bis 16 Uhr ein Kreativangebot für Kinder an. Mit frisch aus Lindenästen hergestellten Holzkohlestiften können die Kinder eigene Bilder malen. Außerdem soll ein Gemeinschaftsbild im Stil von Höhlenzeichnungen entstehen.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Am Dienstag, 9. Juni, wird der Kohlenmeiler verschlossen. Nach dem Abkühlen wird die gewonnene Holzkohle in Papiersäcke abgefüllt. Die Jubiläums-Grillkohle wird später im Waldladen im Grünen Haus sowie bei Veranstaltungen am Grünen Haus verkauft.

Autor: red