
HEIDESHEIM – Die Freiwillige Feuerwehr Heidesheim hat rund um die Burg Windeck ein Familienfest gefeiert. Die Veranstaltung bot Einblicke in den Einsatzalltag, die Technik und die Nachwuchsarbeit und war Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Heidesheim. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über die Arbeit der Feuerwehr Heidesheim zu informieren.
Laut Chronik wurde die Wehr am zweiten Weihnachtstag 1867 mit 36 Mitgliedern gegründet. Im Mittelpunkt des Familienfests der Freiwilligen Feuerwehr Heidesheim stand eine realitätsnahe Schauübung. Zwei Fahrzeuge waren in ein simuliertes Unfallgeschehen eingebunden – ein Szenario, wie es sich auch auf den benachbarten Autobahnen ereignen kann. Zu solchen Einsätzen rücken die Einsatzkräfte der Feuerwehr Heidesheim regelmäßig aus.
Feuerwehr Ingelheim: Zusammenarbeit nach Eingemeindung
Seit der Eingemeindung von Heidesheim und Wackernheim im Jahr 2019 arbeitet die Freiwillige Feuerwehr Heidesheim als Teil der Feuerwehr Ingelheim eng mit der Einheit aus Wackernheim zusammen. Beim Familienfest demonstrierten die Einsatzkräfte beider Wehren gemeinsam die Rettung von Verletzten. Das Publikum verfolgte die Abläufe aufmerksam und quittierte sie mit Applaus. Eine Person wurde aus einem auf dem Dach liegenden Fahrzeug auf einem Rettungsbrett befreit, bei einem zweiten Wagen entfernten die Einsatzkräfte mit technischem Gerät und Muskelkraft die Seitentür, um die eingeklemmte Dummy-Puppe zu bergen.

Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach
150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Heidesheim: Ausstellung in der Burg Windeck
In der Burg Windeck zeigte die Freiwillige Feuerwehr Heidesheim eine historische Ausstellung mit Exponaten und Bildern aus verschiedenen Jahrzehnten. Sie dokumentierten die Entwicklung der Feuerwehr sowie prägende Einsätze aus der Geschichte der Wehr. Das Interesse der Besucher unterstrich die enge Verbundenheit der Bevölkerung mit der Feuerwehr Heidesheim.
Ein besonderes Exponat war ein Schweißgerät aus dem Scheunenbrand in der Mühlenstraße im vergangenen Jahr. Die enorme Hitze hatte einen Druckgasbehälter zum Bersten gebracht. Das thermisch oxidierte Metall wirkte wie ein mahnendes Beispiel für die Gefahren, mit denen die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr konfrontiert werden.
Feuerwehr-Übung im Film: Eindrückliche Einsatzbilder
Ergänzt wurde die Ausstellung durch einen Film, der Ausbildungsszenen und reale Einsatzbilder zeigte. Besonders eindrücklich waren die Aufnahmen der sich ausbreitenden Flammen. Das Feuer entwickelte sich mit großer Dynamik und machte die Wucht und Unberechenbarkeit eines Brandes anschaulich.
Jugendfeuerwehr Heidesheim: Nachwuchsarbeit zum Mitmachen
Die Jugendfeuerwehr Heidesheim gestaltete beim Familienfest ein umfangreiches Programm für Kinder. Dazu gehörten Kinderschminken und verschiedene Geschicklichkeitsübungen. Ein Hindernisparcours vermittelte spielerisch Grundlagen aus dem Feuerwehralltag, etwa das sichere Bewegen über Schläuche oder das Überwinden von Hindernissen.
„Wenn wir im Einsatz sind, liegen Schläuche oft im Weg, da muss man sich sicher bewegen können“, erklärte der zwölfjährige Mats, der seit zwei Jahren Mitglied der Jugendfeuerwehr Heidesheim ist. Die Atmosphäre beim Familienfest der Feuerwehr Heidesheim war bewusst offen gestaltet. Kinder konnten ein Quiz lösen, anschließend die Feuerwehrfahrzeuge besichtigen und direkt mit den Einsatzkräften sprechen. Viele nutzten diese Möglichkeit und bewegten sich neugierig zwischen den Stationen.
Gaffer-Problematik: Information und Sensibilisierung
Eine Informationsstation griff das Thema „Gaffer“ auf. Dort zeigte die Feuerwehr Heidesheim, wie Schaulustige an Einsatzstellen die Arbeit der Rettungskräfte behindern können. Besucher wurden für die Problematik sensibilisiert und konnten sich über richtiges Verhalten informieren.
Für die kommenden Jahre sieht sich die Freiwillige Feuerwehr Heidesheim gut aufgestellt. Die Nachwuchsarbeit gilt als stabil, und mit einem möglichen Ersatzbau für das Feuerwehrgerätehaus steht ein weiteres wichtiges Projekt an.























