
MOMBACH – Die Leitungs- und Kanalarbeiten in Mombach ziehen im Sommer in die nächsten Abschnitte weiter. Die bevorstehenden Einschränkungen bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs sorgen aber schon jetzt im Stadtteil für Unmut. In der Sitzung des Ortsbeirats vor der Sommerpause präsentierte Ortsvorsteher Christian Kanka (SPD) mehrere Antworten auf Fragen, die bei der Bürger-Informationsveranstaltung zur Baumaßnahme offengeblieben waren. Beruhigt hat sich die Lage dadurch noch nicht.
Teilweise positive Rückmeldung der MVG
Inzwischen berichtete Kanka zwar von einer teilweise positiven Rückmeldung der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) auf die von ihm angeregten Alternativen. Nach Angaben der Stadtverwaltung könne nun in Absprache mit dem Projektleiter und abhängig vom jeweiligen Baufortschritt für einen Großteil der Bauphase eine Wendefahrt über die Straßen Auf der Plantage, Auf der Langen Lein, Suderstraße und Obere Kreuzstraße realisiert werden. Der genaue Zeitraum müsse jedoch noch entsprechend des Baufortschritts abgestimmt werden.
Zunächst bleibt es bei der Erzbergerstraße
Für August und September dieses Jahres soll es zunächst dennoch nur bei einer Umleitung über die Erzbergerstraße bleiben. Als Gründe werden der derzeit nicht genau terminierbare Wechsel von Bauzuständen in den Kreuzungsbereichen der Suderstraße sowie die längeren Fahrzeiten durch Wendefahrten genannt. Diese würden nach Angaben der Verwaltung etwa fünf Minuten pro Fahrtrichtung betragen und hätten Auswirkungen auf gesetzliche Lenkzeiten sowie die Dienstplanung. Verlässliche Anpassungen der Dienstpläne benötigten einen Vorlauf von acht Wochen, der derzeit nicht gegeben sei. Für einen noch unbekannten Zeitraum im Jahr 2027 werde wegen Bautätigkeiten im Abschnitt zwischen Am Mahnes und Auf der Langen Lein einschließlich der Kreuzung Suderstraße zudem keine Wendefahrt möglich sein.
Mehrere Haltestellen sollen entfallen
Worum ging es? Als Hauptproblem aus Sicht der Bürger nannte Kanka in der Sitzung den Wegfall mehrerer Haltestellen. Auf der Buslinie 62 sollen die Haltepunkte Obere Kreuzstraße, Westring, Auf der Langen Lein, An den Dünen und Turmstraße entfallen. Stattdessen soll der Bus als Ersatz für den Halt in der Oberen Kreuzstraße eine Haltestelle in der Erzbergerstraße gegenüber der Sporthalle anfahren. Außerdem soll er unterhalb des TSV-Schott-Geländes in der Erzbergerstraße halten und am Gewerbegebiet die Haltestelle Turmstraße nutzen.
Kritik an langen Wegen
Diese Planung stieß im Gremium auf deutliche Kritik. Die Empfehlung der Verkehrsbetriebe, alternativ zur umgeleiteten Linie 62 weiterhin das reguläre Busangebot am Westring mit den Linien 60, 63 und 74 sowie in der Mombacher Hauptstraße zu nutzen, bewertete Kanka kritisch. Er griff den Unmut der Mombacher auf und mahnte dringend Korrekturen an.
In einem Schreiben an die Verwaltung bezeichnete er die ursprünglich vorgesehene Lösung als „eine Zumutung für Schüler und ältere Personen“. Die angesprochenen alternativen Busverbindungen lägen oftmals mehrere Hundert Meter entfernt. „Von einem attraktiven ÖPNV-Angebot brauchen wir dann gar nicht erst zu sprechen“, so Kanka.
Kanka hält Umweg für vertretbar
Den zusätzlichen Umweg für den Bus, der bei einem seiner Lösungsvorschläge eingeplant werden müsste, hält Kanka jedenfalls für vertretbar. „Den Umweg muss man meiner Meinung nach erwarten können“, sagte Kanka mit Blick auf die Belastungen der Anwohner. Diese seien wegen der Baustelle ohnehin schon stark gefordert. Jetzt die komplette Anbindung zur Linie 62 zu streichen, wäre aus seiner Sicht „ein Unding“.
Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach























