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TSV Schott Mainz fiebert dem großen Pokaltag entgegen Rund 16.000 Tickets für das Duell mit Borussia Mönchengladbach verkauft

Trainer Sascha Meeth (2.v.l.) bereitet den TSV Schott Mainz auf die Pokalaufgabe gegen Borussia Mönchengladbach vor. Bei der von Chiara Puci moderierten Pressekonferenz standen auch Thomas Schwarz und Till Pleuger (1.v.r.) den Journalisten Rede und Antwort. Screenshot: Youtube/TSV Schott Mainz 

MAINZ – Rund 16.000 Karten sind bereits verkauft, vor der MEWA Arena entsteht eine Eventfläche und auf dem Rasen wartet mit Borussia Mönchengladbach ein Bundesligist: Für den TSV Schott Mainz wird der kommende Sonntag ein spezieller Fußballnachmittag. Um 15.30 Uhr empfängt der Oberligist die Gladbacher in der 1. Runde des DFB-Pokals. Für Geschäftsführer Till Pleuger und den Verein ist das Spiel ein besonderes Ereignis, auf das sich die gesamte „Schott-Familie“ freut.

Ehrenamtlichen Helfer eingebunden

Eigentlich, berichtete Pleuger bei der Pressekonferenz vor der Partie, hätten die Vorbereitungen bereits mit dem Abpfiff des gewonnenen Verbandspokalfinales der vergangenen Saison begonnen. Zunächst sei vor allem die Geschäftsstelle gefordert gewesen. Je näher der Spieltag rückte, desto stärker seien auch die ehrenamtlichen Helfer aus den unterschiedlichen Abteilungen des Breitensportvereins eingebunden worden. „Jetzt ist es halt so weit“, fasste Pleuger die gewachsene Vorfreude zusammen.

Auf dem Platz hält das Trainerteam um Sascha Meeth und Thomas Schwarz dagegen möglichst viel Normalität aufrecht. Viel Zeit bleibt ohnehin nicht. Erst am Dienstag absolvierte Schott mit einem 3:1-Erfolg die nächste Runde im Verbandspokal, am Donnerstag stieg die Mannschaft wieder ins Training ein. Bis Sonntag könne in der Kürze der Zeit weder eine Fülle neuer Inhalte vermittelt werden, noch sei das nötig, erklärte Schwarz. Entscheidend sei eine Mischung aus Regeneration und dem rechtzeitigen Hochfahren auf das Pokalspiel. Am Samstag steht das Abschlusstraining an.

Der TSV ist fit und kein Spieler verletzt

Auch bei der Besetzung der Mannschaft will Meeth den besonderen Charakter des Spiels nicht über die sportlichen Kriterien stellen. Aktuelle Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit seien die maßgeblichen Faktoren. Dazu komme die körperliche Verfassung nach den jüngsten Belastungen. Schott befindet sich dabei in einer komfortablen, für das Trainerteam aber auch schwierigen Situation: Derzeit ist kein Spieler verletzt. Schon die Entscheidung, welche 20 Spieler überhaupt zum Spieltagskader gehören, werde deshalb nicht einfach, sagte Meeth.

Verdienste um den Verbandspokalsieg der vergangenen Saison können bei engen Entscheidungen durchaus eine Rolle spielen. Einen Freifahrtschein gibt es aber nicht. „Leitlinie ist Leistungsfähigkeit“, stellte Meeth klar.

Auch taktisch dürfte Schott gegen den Bundesligisten Anpassungen vornehmen müssen. In der Oberliga versucht die Mannschaft, viel Ballbesitz zu haben und spielerisch Lösungen zu finden. Dass dies gegen Gladbach nicht über 90 Minuten möglich sein dürfte, ist dem Trainerteam bewusst. Komplett von der eigenen Spielidee verabschieden will sich Schott trotzdem nicht. Die Mainzer wollen bei eigenem Ballbesitz auch selbst etwas versuchen und nicht ausschließlich tief vor dem eigenen Tor verteidigen.

„Du hast dieses Spiel einmal, du willst es genießen. Aber ich finde, du kannst es auch nur genießen, wenn du halt auch was versuchst“, sagte Schwarz. Es gehe darum, eine gesunde Balance zu finden, eigene Angriffe abzusichern und dennoch mutig nach vorne zu spielen.

Nadelstiche setzen

Dass die Rollen eindeutig verteilt sind, versucht Meeth nicht kleinzureden. Er formulierte die Ausgangslage sogar ausgesprochen nüchtern. Ein Fünftligist werde gegen einen Bundesligisten unter normalen Umständen fast jedes Spiel verlieren. Deshalb will der Trainer den Erfolg des Tages auch nicht am Ergebnis festmachen. „Wir wollen alles aufsaugen, wir wollen ein toller Gegner sein, wir wollen Nadelstiche setzen“, sagte Meeth.

Vielleicht gelinge sogar ein eigener Treffer. Viel wichtiger sei jedoch, möglichst lange im Spiel zu bleiben und anschließend sagen zu können, alles gegeben zu haben. Die Mannschaft solle dieses Erlebnis außerdem als Schub für den Oberliga-Alltag mitnehmen. Von seinen Spielern erwartet Meeth deshalb nicht, mit dem Gedanken an eine mögliche Sensation auf den Platz zu gehen.

Für einige Schott-Spieler ist eine solche Kulisse nicht vollkommen neu. Sie waren bereits dabei, als der TSV 2023 im DFB-Pokal Borussia Dortmund gegenüberstand. Der größte Teil des aktuellen Kaders hat diese Erfahrung allerdings noch nicht gemacht. Schwarz hofft, dass die Pokalerfahrenen etwas Ruhe und Gelassenheit in die Mannschaft tragen können. Bei Motivation und Begeisterung sieht er dagegen keinen Unterschied zwischen den Spielern.

Die Trainer selbst hatten das Gladbach-Spiel bis zuletzt bewusst aus dem Mittelpunkt gerückt. Zunächst sollte die jeweils nächste Aufgabe zählen. Sprich: die Oberliga. Erst nach dem jüngsten Verbandspokalspiel sei der Moment gekommen, die Vorfreude tatsächlich zuzulassen. „Den Pokal letztes Jahr gewonnen zu haben, war die Basis, um jetzt dieses Spiel zu haben“, sagte Schwarz. Vor allem freue er sich für die Spieler, die eine solche Partie erleben dürften.

Vorzeigbare sportliche Entwicklung beim Oberligisten

Für den TSV ist die erneute Teilnahme am DFB-Pokal zugleich Ausdruck einer sportlichen Entwicklung, mit der Pleuger zufrieden ist. Schott hat mittlerweile viermal den Verbandspokal gewonnen und sich in den vergangenen Jahren als feste Größe im höherklassigen Amateurfußball etabliert. Zwischenzeitlich gelangen auch Aufstiege in die Regionalliga Südwest. Für einen Breitensportverein mit mehr als 4500 Mitgliedern sei Fußball auf diesem Niveau etwas Besonderes, sagte Pleuger. Selbst wenn Schott inzwischen mehrfach im DFB-Pokal vertreten war, sei ein Tag wie der kommende Sonntag keineswegs Normalität.

Das soll auch rund um die 90 Minuten deutlich werden. Bereits um 12.30 Uhr öffnet vor der MEWA Arena eine Eventfläche mit Bühne, DJ, Essens- und Getränkeständen, Fanshop und Infostand. Nach der Partie soll auch die erste Mannschaft auf die Bühne kommen. Bis etwa 20 Uhr ist dort Programm vorgesehen.

Noch genügend Tickets für das Pokalspiel

Kurzentschlossene können ebenfalls noch dabei sein. Neben dem Onlineverkauf öffnen am Sonntag die Tageskassen. Bei einer für diese Partie vorgesehenen Kapazität von rund 18.000 Zuschauern seien noch ausreichend Sitz- und Stehplätze vorhanden, erklärte Pleuger. Auch Gladbacher Anhänger können Karten für die regulär geöffneten Bereiche erwerben und dort in Fanbekleidung erscheinen. Wie schon beim Pokalspiel gegen Dortmund dürfte sich deshalb im gesamten Stadion eine Mischung der Vereinsfarben zeigen.

Wenn es nach Meeth geht, sollen die Schott-Farben zumindest auf dem Platz möglichst lange sichtbar bleiben. Gelingt es seiner Mannschaft, den Favoriten zu beschäftigen, vielleicht selbst ein Tor zu erzielen und anschließend mit dem Gefühl vom Platz zu gehen, alles versucht zu haben, wäre für den Trainer bereits viel erreicht. Das Ergebnis allein soll jedenfalls nicht darüber entscheiden, ob aus dem Sonntag ein großer Pokaltag für die Schott-Familie wird.

Der offizielle Ticketverkauf läuft über über diesen Link.

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach 

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Gregor Starosczyk-Gerlach: Redaktionsleiter für Journal LOKAL Rheinhessen. Erfahrener Journalist und Fotograf für Journal LOKAL seit 2013. Experte für Lokalmedien mit Schwerpunkt Rheinhessen und Mainz. Theologiestudium als Inspirationsquelle für faszinierende Alltagsgeschichten.

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