Start Gesellschaft Weiterhin Betretungsverbot auf Nackenheimer Rheininseln Behörden kündigen verstärkte Kontrollen an.

Weiterhin Betretungsverbot auf Nackenheimer Rheininseln Behörden kündigen verstärkte Kontrollen an.

Geleitete Ausflüge zur Rheininsel Kisselwörth – wie auf dem Archivfoto – waren früher ein beliebtes Freizeitangebot. Wegen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest bleibt das Betreten der Insel weiterhin verboten.
Geleitete Ausflüge zur Rheininsel Kisselwörth – wie auf dem Archivfoto – waren früher ein beliebtes Freizeitangebot. Wegen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest bleibt das Betreten der Insel weiterhin verboten. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

NACKENHEIM Die Nackenheimer Rheininseln Sändchen und Kisselwörth bleiben wegen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) weiterhin gesperrt. Auch in diesem Sommer gilt dort ein absolutes Betretungsverbot. Spaziergänge, Grillfeiern oder das Anlegen von Booten sind nicht erlaubt. Die Kreisverwaltung Mainz-Bingen begründet die Maßnahmen mit der weiteren Bekämpfung der Tierseuche.

Wildschweine auf den Inseln im Fokus

Nach Angaben des Veterinäramts leben auf den beiden Inseln derzeit rund 40 Wildschweine. Die Tiere sollen weiter bejagt werden, damit das Virus durch möglicherweise angeschwemmte Kadaver keinen weiteren Wirt findet. „Wir müssen dort ungestört jagen können, Grillpartys und ähnliches können wir deshalb hier nicht dulden“, sagte Veterinäramtsleiter Dr. Markus Wacker, der Kontrollen ankündigte. Auch die Wasserschutzpolizei soll verstärkt darauf achten, dass Boote insbesondere auf der hessischen Rheinseite nicht anlegen.

Lockerungen frühestens im Herbst möglich

Die Einschränkungen gelten weiterhin im gesamten ASP-Sperrgebiet zwischen Mainz-Laubenheim und Oppenheim beziehungsweise Guntersblum. Landrat Thomas Barth (CDU) erklärte, die Maßnahmen seien notwendig, um im September eine weitere Lockerung der Sperrzonen erreichen zu können. Rheinland-Pfalz und Hessen wollen dafür gemeinsam bei der Europäischen Kommission eine Rückstufung beantragen.

Sollte es keine weiteren Funde infizierter Wildschweine geben, könnten Teile des südlichen Landkreises von den bisherigen Sperrzonen entlastet werden. Wegegebote, Anleinpflichten und Schutzzäune sollen aber bestehen bleiben.

78 ASP-Fälle in Rheinland-Pfalz registriert

Rheinland-Pfalz hat seit 2024 78 ASP-Fälle registriert. Der Großteil entfällt auf die Landkreise Mainz-Bingen und Alzey-Worms. Zur Eindämmung der Seuche entstanden landesweit rund 370 Kilometer Schutzzäune.

red