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Gemeinsam unter Gottes Himmel unterwegs Pfarrer Christian Nagel feierte sein Priesterjubiläum in Weisenau und Laubenheim

Pfarrer Christian Nagel ist gerne mobil im Auftrag des Herrn. Zuletzt feierte der Geistliche sein 40-jähriges Priesterjubiläum in den Gemeinden in Weisenau und Laubenheim. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

WEISENAU/LAUBENHEIM – Pfarrer Christian Nagel feierte vor Kurzem sein 40-jähriges Priesterjubiläum. Doch wer ihn über die Festtage sprechen hört, merkt schnell: Die Feierlichkeiten sind nicht auf seine Person zugelaufen. Nagel legt vielmehr Wert darauf, dass sein Jubiläum für die katholischen Gemeinden in Weisenau und Laubenheim einen gemeinsamen Bezugspunkt darstellte. Das besondere Datum nutzte er als Anlass, gemeinsam mit den Menschen zu schauen, was sie über Jahre und Jahrzehnte miteinander verbunden hat.

Katholische Kirche im strukturellem Wandel

Seit rund 35 Jahren ist Nagel in Weisenau tätig, seit etwa 20 Jahren auch für Laubenheim. In dieser Zeit sind zahlreiche persönliche Lebenswege mit seinem priesterlichen Dienst verbunden worden: Taufen, Hochzeiten, Familienkreise, Gottesdienste, Gespräche und viele Formen ehrenamtlichen Engagements. Beim Jubiläum kamen diese Erinnerungen wieder zur Sprache. Nicht als bloße Rückschau, sondern als Erfahrung einer Gemeinschaft, die sich ihrer eigenen Geschichte vergewisserte. Die katholische Kirche im Bistum Mainz, zu dem die Weisenauer und Laubenheimer gehören, befindet sich im strukturellen Wandel. Nagel wäre nicht Nagel, wenn er nicht aus dem Leitwort der Feier – „Unter Gottes Himmel gemeinsam unterwegs“ – einen Wegweiser für die Veränderungen machen wollte.

Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte

Doch zunächst der Blick zurück: Für den Geistlichen wurde der Satz gut greifbar. Als stark bewegend bezeichnet Nagel – für ihn, aber auch für viele Gäste – einen Film, der Erinnerungen aus den vergangenen Jahrzehnten aufgriff. Menschen fanden sich auf den Fotografien wieder. Für manche wurde der Rückblick auf das Wirken des Pfarrers ein Blick auf den eigenen Lebensweg: auf Taufe, Ehe, Familiengründung, Kinder, Glaubenswege und Begegnungen in der Gemeinde. „Bei all den Erinnerungen kamen viele Menschen miteinander ins Gespräch.“ Das Wiedererkennen ging ins Erzählen über. Typisch Nagel.

Viele konnten spüren, dass sie nicht allein für sich stehen, sondern Teil einer größeren Gemeinschaft sind

Gerade darin sieht er die Kraft des Jubiläums. Seine Person stand zwar im Vordergrund, doch die Feier mündete nicht etwa in Personenkult, sondern in der Gelegenheit, wieder zusammenzukommen, näher zu rücken und Dankbarkeit auszudrücken. „Viele konnten spüren, dass sie nicht allein für sich stehen, sondern Teil einer größeren Gemeinschaft sind“, sagt er.

Diese Perspektive sei von Bedeutung, meint Nagel, weil die Kirche vor Veränderungen steht. Zum 1. Januar 2027 werden Weisenau und Laubenheim gemeinsam mit Ebersheim und Hechtsheim in der neuen Pfarrei St. Katharina von Siena Mainz neu aufgestellt. Nagel spricht darüber mit Zuversicht, aber nicht ohne die Schwierigkeiten zu benennen. „Der Weg in eine größere pastorale Einheit bringt neue Möglichkeiten, verlangt aber auch Aufmerksamkeit für jene, die sich nicht ohne Weiteres auf den Weg in andere Kirchorte machen können.“

Besonders ältere und kranke Gemeindemitglieder sowie Familien mit kleinen Kindern dürften nicht aus dem Blick geraten

Besonders ältere und kranke Gemeindemitglieder sowie Familien mit kleinen Kindern dürften nicht aus dem Blick geraten. „Wir wollen die Gemeinschaft so gestalten, dass Menschen weiterhin eingeladen, aufgefangen und beteiligt werden.“ Gottesdienste, Begegnungen und Angebote müssten auch künftig Orte schaffen, an denen die Menschen ihr Zuhause im Glauben behalten.

Wenn Nagel darüber spricht, klingt das, als baute er aus dem Jubiläum eine Art Brücke. Er spricht vom Signal für die Zukunft. Die Gemeinden hätten erlebt, dass sie gemeinsam unterwegs seien, nicht eingeschlossen in den eigenen Mauern, sondern offen für den Weg zum anderen. In der Dankbarkeit für die vergangenen Jahre schimmert für ihn die Vision durch, wie kirchliches Leben in Weisenau, Laubenheim und darüber hinaus gestaltet werden kann.

Gregor Starosczyk-Gerlach

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