
WEINGARTEN/MAINZ – Der TSV Schott Mainz hat sich mit einem späten Treffer den Südwestdeutschen Pokal gesichert und damit das Ticket für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals gelöst. Die Mainzer gewannen das Finale gegen den FK Pirmasens mit 2:1 (1:1) und entschieden die Partie erst in der dritten Minute der Nachspielzeit. Matchwinner wurde Étienne Portmann, der kurz vor Schluss den entscheidenden Treffer erzielte und damit für großen Jubel beim Regionalliga-Absteiger sorgte.
Versöhnlicher Abschluss
Für den Verein erhält der Erfolg eine besondere Bedeutung. Die Mannschaft von Trainer Samuel Horozovic steht bereits als Absteiger aus der Regionalliga Südwest fest und muss in der kommenden Saison wieder in der Oberliga antreten. Nach einer schwierigen Saison gelang den Mainzern damit dennoch ein versöhnlicher Abschluss. Statt mit einem enttäuschenden Ende verabschiedet sich Schott nun mit einer Teilnahme am DFB-Pokal aus dem Spieljahr.

Unterschiedliche Ausgangslagen
Die Begegnung besaß zusätzlich eine besondere Vorgeschichte. Es handelte sich um die Neuauflage des Vorjahresfinales. Damals hatte sich der FK Pirmasens mit 2:1 durchgesetzt und sich anschließend das DFB-Pokalduell mit dem Hamburger Sportverein gesichert. In diesem Jahr bot sich für die Mainzer die Möglichkeit zur Revanche – und die nutzten sie.
Dabei trafen zwei Mannschaften aufeinander, deren sportliche Ausgangslagen derzeit kaum unterschiedlicher sein könnten. Während Schott den Gang in die Oberliga antreten muss, lebt beim FK Pirmasens weiter die Hoffnung auf den Aufstieg in die Regionalliga Südwest. Der Oberligist besitzt weiterhin die Möglichkeit, über die verbleibenden Saisonspiele und mögliche Aufstiegsspiele den Sprung nach oben zu schaffen.
Größere Bühne für das Endspiel
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Begegnung durch den Finaltag der Amateure. Die Endspiele der Landesverbände wurden bundesweit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Konferenzschaltungen und Ausschnitten gezeigt. Dadurch erhielt auch das Endspiel zwischen Schott und Pirmasens eine größere Bühne. Für die Mainzer wurde daraus ein Auftritt, der nicht nur mit einem Titel, sondern auch mit dem Einzug in den DFB-Pokal endete.
Vor rund 1700 Zuschauern entwickelte sich in der Arena Weingarten eine intensive und umkämpfte Partie. Über längere Phasen besaß Pirmasens spielerische Vorteile und wirkte im Ballbesitz strukturierter. Mainz ging dennoch zunächst in Führung. Nach einer Ecke reagierte Jan Just am schnellsten und brachte den TSV Schott mit 1:0 in Führung. Pirmasens antwortete noch vor der Pause mit dem Ausgleich. In der zweiten Halbzeit bestimmten Zweikämpfe, Unterbrechungen und Standardsituationen das Spiel. Vieles deutete auf eine Verlängerung hin.
Treffer in der Nachspielzeit
Bis die Minute von Portmann kam. In der dritten Minute der Nachspielzeit behielt Leon Kern auf der Außenbahn die Übersicht und spielte den Ball in den Strafraum. Abdellatif El Mahaoui legte den Ball mit dem Kopf Portmann vor, der frei zum Abschluss kam und zum 2:1 traf. Unmittelbar danach bildete sich eine große Jubeltraube auf dem Feld.
Der Siegtreffer besaß für Portmann selbst noch eine zusätzliche Geschichte. Der Offensivspieler steht vor seinem Abschied aus Mainz und war bereits beim letzten Heimspiel der Saison auf der Bezirksportanlage in Mombach gemeinsam mit mehreren Spielern sowie Trainer Samuel Horozovic verabschiedet worden. Nach mehreren Wochen Verletzungspause setzte er damit kurz vor seinem Weggang einen besonderen Schlusspunkt.
Schwierige Saison versüßt
Mit dem Pokalsieg erhält die sportlich schwierige Saison für Schott noch einen versöhnlichen Abschluss. Trotz des Abstiegs wartet nun die Teilnahme am DFB-Pokal. Der Einzug in den DFB-Pokal bietet dem Verein nun erneut die Möglichkeit, sich auf einer größeren Bühne zu präsentieren. Die bisherigen Auftritte des TSV Schott in dem Wettbewerb haben gezeigt, dass die Mainzer auch gegen höherklassige Gegner bestehen können.
In den vergangenen Jahren traf die Mannschaft unter anderem auf Hannover 96 im Jahr 2022, auf Borussia Dortmund im Jahr 2023 sowie auf die SpVgg Greuther Fürth im Jahr 2024. Die Auslosung der ersten Hauptrunde erfolgt Anfang Juni. Dann steht fest, auf welchen Gegner die Mainzer treffen werden.
Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach






















