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Waldzustand im 75. Jubiläumsjahr des Zweckverbandes Vorbereitungen für die Jubiläumsfeier am Grünen Haus laufen auf Hochtouren

Die Outdoor-Fotoausstellung „Wald im Wandel“ begleitet das Jubiläum: Fotograf Alfred Engler hat dafür historische Aufnahmen des Forstreviers als Ausgangspunkt genommen und dieselben Stellen erneut fotografiert. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

BUDENHEIM/MAINZ – Der Lennebergwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Rheinhessens, eines der größten Naturschutzgebiete in Rheinland-Pfalz und mit mehr als einer Million Besuchern im Jahr das wichtigste Naherholungsgebiet für Mainz und Budenheim. In diesem Jahr rückt der Wald aus besonderem Anlass in den Mittelpunkt: Der Zweckverband zur Erhaltung des Lennebergwaldes feiert sein 75-jähriges Bestehen. Am Sonntag, 30. August, wird das Jubiläum rund um das Grüne Haus gefeiert.

Der 1951 gegründete Zweckverband ist ein Zusammenschluss der Stadt Mainz und der verbandsfreien Gemeinde Budenheim. In enger Zusammenarbeit mit dem staatlichen Forstamt Rheinhessen kümmert er sich um Pflege und Entwicklung des Lennebergwaldes. Zugleich steht das Jubiläum in einer Zeit, in der sich das Erscheinungsbild des Waldes durch den Klimawandel deutlich verändert. Trockenheit und Hitze haben vor allem seit 2015 viele Bäume geschädigt. Gleichzeitig zeigt sich nach niederschlagsreicheren Jahren eine zunehmende natürliche Verjüngung. Langfristig entwickelt sich der einst stark von Kiefern geprägte Lennebergwald zu einem vielfältigeren Laubmischwald.

Jubiläumsfeier und neue Ausstellung

Die Jubiläumsfeier beginnt am 30. August um 11 Uhr am Grünen Haus. Das Wald-Informationszentrum gehört zu den zentralen Anlaufstellen für Besucher und wurde in den vergangenen Jahren modernisiert und energetisch saniert. Unter anderem erhielt das Gebäude eine Scheitholzheizung und eine Photovoltaikanlage. Der erzeugte Strom wird beispielsweise für die Wildkühlung, Gefrierschränke, den Wildverkaufsautomaten „Wildomat“ und das Elektrofahrzeug des Zweckverbandes genutzt.

Revierförster Stefan Dorschel, der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase und Budenheims Bürgermeister Stephan Hinz (v.l.n.r.) werden die Jubiläumsfeier eröffnen. Das Archivfoto zeigt sie bei der Präsentation des Programms zum Jubiläumsjahr. Archivfoto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Zum Jubiläum erhält das Grüne Haus eine weitere Funktion. Gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum Mainz und mit Unterstützung von Sponsoren wurde der Ausstellungsraum zum Lebensraum Lennebergwald neu gestaltet. Biodiversität und Klimawandel bilden die inhaltlichen Schwerpunkte. Vorgesehen sind unter anderem ein Diorama zur Tier- und Pflanzenwelt, Mitmachangebote und Informationen zu besonderen Arten des Waldes.

Eröffnet wird die Ausstellung von den beiden Verbandsvorstehern, dem Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) und Budenheims Bürgermeister Stephan Hinz (CDU), gemeinsam mit der Vize-Direktorin des Naturhistorischen Museums. Zugleich hat das neue Maskottchen des Lennebergwaldes seinen offiziellen Auftritt: „Lenny“, ein Gartenschläfer, soll vor allem Kindern einen spielerischen Zugang zum Wald und seiner Artenvielfalt ermöglichen.

Der Wandel des Waldes in Bildern

Wie stark sich der Lennebergwald verändert hat, lässt sich bereits auf dem Weg zwischen Forsthaus und Grünem Haus betrachten. Dort ist die Outdoor-Fotoausstellung „Wald im Wandel“ zu sehen. Fotograf Alfred Engler hat dafür historische Aufnahmen des Forstreviers als Ausgangspunkt genommen und dieselben Stellen erneut fotografiert. Alte und aktuelle Bilder wurden anschließend miteinander montiert.

Das neue Maskottchen des Zweckverbandes ist ein Gartenschläfer und heißt Lenny. Beim der Jubiläumsfeier wird es offiziell vorgestellt.
Motiv: Zweckverband Lennebergwald

Die Gegenüberstellungen dokumentieren sichtbar die klimatisch bedingten Veränderungen: Aus dem früher stark von Kiefern geprägten Wald entwickelt sich zunehmend ein Laubmischwald mit zahlreichen Lichtungen. Damit greift die Fotoausstellung ein Thema auf, das Revierförster Stefan Dorschel bereits bei der Vorstellung des Jubiläumsjahres hervorgehoben hatte. Die Forstleute setzen nicht auf eine plantagenartige Wiederaufforstung, sondern begleiten und ergänzen die natürliche Entwicklung des Waldes.

Kinder-Uni kommt in den Lennebergwald

Nach der Jubiläumsfeier richtet sich der Blick besonders auf Familien. Von 14 bis 17 Uhr findet der Familientag „NETZE“ der KinderUNI Mainz statt. Neben dem Zweckverband beteiligen sich Institute der Johannes Gutenberg-Universität, Mainzer Museen, Naturschutzverbände sowie das WaldNaturschutzZentrum Ober-Olm des Forstamtes Rheinhessen.

Der Familientag fügt sich damit in das Konzept des Jubiläumsjahres ein. Der Zweckverband will nicht nur auf seine 75-jährige Geschichte zurückblicken, sondern insbesondere Kindern und Jugendlichen vermitteln, welche Bedeutung der Lennebergwald als Lebensraum, Naturschutzgebiet und Naherholungsraum besitzt. Bereits das gesamte Jubiläumsjahr über gehören deshalb Waldführungen, Pflegeaktionen, Exkursionen und weitere naturpädagogische Angebote zum Programm.

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach

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