Start Gesellschaft Nackenheim im Wandel René Adler über Fortschritte und Pläne

Nackenheim im Wandel René Adler über Fortschritte und Pläne

Die Neugestaltung des Marktplatzes zählt René Adler zu den wegweisenden Projekten für Nackenheim). Foto: Ortsgemeinde Nackenheim

NACKENHEIM – Im Rahmen der Einwohnerversammlung hat Ortsbürgermeister René Adler einen Überblick über die Maßnahmen im Jahr 2023 gegeben und die Projekte in Nackenheim für das kommende Jahr vorgestellt. „Wir sind stolz darauf, dass wir einige der langfristigen Ziele erreicht haben oder bald erreichen werden. Die Investitionen der letzten Jahre sind beachtlich, dennoch bleibt viel zu tun“, sagte Adler Journal LOKAL.

Ambitionierte Bauprojekte im Fokus

Die Agenda 2023/2024 ist prall gefüllt: Der erste Bauabschnitt des Neubaugebiets „Hinter der Lehnsweide“ soll bis März 2024 abgeschlossen sein. „Die Grundstücksvergabeverfahren für die gemeindeeigenen Grundstücke nach bestimmten Kriterien sind abgeschlossen. Die noch nicht vergebenen Flächen stehen aktuell über ein Gebotsverfahren zum Kauf an. Über ein Konzeptvergabeverfahren soll bezahlbarer Mietwohnraum auf den Mehrfamilienhausgrundstücken geschaffen werden.“

Beendet sei auch die Bebauungsplanung für den zweiten Bauabschnitt des Gewerbegebiets „Am Wäldchen“ und die Bebauung des ersten Abschnitts in vollem Gange. „Die Erschließung des zweiten Bauabschnitts folgt vermutlich ab Frühjahr 2024.“ Dabei werde der Fahrbahnausbau für die Straße „Mittelwiese“ erfolgen. „Aktuell läuft zudem die Planung für den dritten Bauabschnitt.“ Begonnen hatte die Bauleitplanung für das Neubaugebiet „Sprunk III” mit 79 Grundstücken. Den Satzungsbeschluss erwartet die Gemeinde Ende 2024.

Nachhaltigkeit und Infrastruktur im Vordergrund

Adler möchte „die positive Dynamik“ der aktuellen Projekte fortsetzen. „Ein Schwerpunkt liegt weiterhin auf einer nachhaltigen Dorfentwicklung, einschließlich der Umsetzung von Klima- und Umweltschutzprojekten.“ Zu den herausragenden Projekten im kommenden Jahr werde sicherlich die Modernisierung der maroden Bahnunterführung Bellenäcker gehören, sagt er. Für die Sanierungsmaßnahmen an der Unterführung, „auf die wir seit Jahren mit großem Engagement und Fleiß hinarbeiten, wird aktuell die Ausschreibung vorbereitet“. Der Start ist im Frühjahr 2024. Der neue Bauhof als Hallenbau mit vier Stellplätzen, Sozialbereich, Werkstatt, Lager sowie einer Photovoltaikanlage soll der Zentralisierung der bisherigen Standorte und Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes dienen. „Zudem wird die Kindertagesstätte Blumenwiese um eine Gruppe und verschiedenen Funktionsräumen erweitert. Die Förderbescheide liegen vor, so dass nun die die Ausführungs- und Genehmigungsplanung beauftragt werden kann.“ 2024 sollen zudem die Jahnstraße und die Neugasse mit Pflasterung wie in der Flutgasse und Schulgässchen ausgebaut werden. Die Abrechnung erfolgt über wiederkehrende Beiträge. „Ende Februar 2024 beginnt das Konsortium der Telekom, die GlasfaserPlus, den flächendeckenden Glasfaserausbau, der eigenwirtschaftlich ohne Vorvermarktungsquote erfolgt.“ Bei der Straßenbeleuchtung steht die Umrüstung auf LED-Technik an. Bei den geplanten neuen Bushaltestellen finden aktuell Abstimmung der finalen Planung mit dem Landesbetrieb Mobilität und den Behörden statt.

Förderung des Radverkehrs und Kultur

Zu einem Radweg wird der Leinpfad am Rhein, der ab Frühjahr 2024 mit einer Pflasteroberfläche ausgebaut wird: 90 Prozent der Kosten finanziert der Bund, den Eigenanteil der Ortsgemeinde die VG Bodenheim aus dem Radwegefonds. Hinsichtlich des Radverkehrs wird die neue Themenroute („Rheinterrassen-Achter“) im Jahr 2024 als erste Route im Streckennetz eingeweiht. Die Planung für die Erweiterung des Ortsmuseum stehen ebenfalls auf der To-do-Liste sowie die Anwendung der Erkenntnisse des Starkregenkonzepts.

Bürgerbeteiligung und Jugendengagement

Nicht zuletzt will die Gemeinde die Anregungen aus der Kinder- und Jugendversammlung umsetzen, bei der sich rund 60 Kinder und Jugendliche beteiligten. Die nächste Veranstaltung dieser Art soll sich im November 2024 wiederholen. Unter Umständen könnte im Ort auch eine ständige Jugendvertretung eingerichtet werden. In Planung befindet sich zudem ein Jugendtreff mit begleitender Jugendarbeit. „Ich freue mich sehr, dass wir im vergangenen Jahr eine Reihe von bedeutenden Maßnahmen und Projekten abschließen konnten“, sagte Adler. Dazu zählte er auch die Neugestaltung des Marktplatzes. „Sehr bewegend war zudem die Verlegung der ersten Stolpersteine in unserer Gemeinde.“

Gregor Starosczyk-Gerlach