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Großbaustelle rund um die Inselkirche Die evangelische Kirche in Gonsenheim wird derzeit aufwendig umgebaut

Die Umbaumaßnahmen bergen nicht nur optische, sondern auch viele praktische Vorteile. Foto: Elke Fauck

GONSENHEIM – Wenn man von Osten kommend in den Gonsenheimer Ortskern fährt, kommt niemand umhin, den Bogen um das neogotische Schmuckstück Gonsenheims zu fahren: die evangelische Kirche, die umgangssprachlich aufgrund ihrer Lage auf einer Verkehrsinsel auch „Inselkirche“ genannt wird.

Da Ende des 19. Jahrhunderts im katholisch geprägten Gonsenheim die Zahl der Protestantinnen und Protestanten enorm wuchs, wurde unter Pfarrer Heinrich Bechtolsheimer eine evangelische Gemeinde gegründet, die bereits 1903 ihre eigene Kirche einweihen konnte. Damals war sie, gemäß Fotografien aus dieser Zeit, von einem Garten umgeben, der von einer Mauer oder einem Zaun eingefasst war. Das Gelände wurde 1921 auf die heutige Form verkleinert. 2002 wurde die Kirche saniert und bekam die Fenster von Johannes Schreiter, die in ihren Blautönen einen besonderen Akzent setzen.

Dass seit Mai dieses Jahres erneut Baumaßnahmen in Gange sind, dürfte den Gonsenheimer Bürgerinnen und Bürgern wohl kaum entgangen sein. „Die Treppenstufenanlage vor der Kirche ist schlecht begründet und immer schon in Bewegung. Jedes Jahr verrutschen einige Stufen und müssen zurückgesetzt werden. Die Ursache hierfür ist der sandige Untergrund, der häufig in Gonsenheim anzutreffen ist“, erläutert Kirchenvorstandsmitglied Thomas Seckler, der dem Bauausschuss angehört.

Menschen mit Rollstuhl oder Rollator hatten beim Besuch des Gotteshauses bisher diverse Hindernisse zu bewältigen, auch das soll sich nun ändern. Die räumliche Enge zwischen der Breiten Straße und der Kurt-Schumacher-Straße sowie der Anstieg der Straße an dieser Stelle machen die Planung zur Herausforderung, die jedoch gut gemeistert werden konnte.

Besonders der hintere Teil des Geländes profitiert von dem Projekt. Foto: Elke Fauck

2021 gelang es mit Hilfe des Architekturbüros a:dk, einen Wettbewerb zu organisieren, der unter Beteiligung von Denkmalpflege, Kirchenbauverwaltung der EKHN und der Stadtverwaltung durchgeführt wurde. Prämiert wurde der Entwurf des Garten- und Landschaftsarchitekten Michael Palm aus Weinheim. Die Arbeiten werden von der Garten- und Landschaftsbaufirma Roßkopf aus Frankfurt ausgeführt.

Das Projekt wird überwiegend aus Mitteln der Gemeinde, der Stiftung „Evangelisches Gonsenheim“ und des evangelischen Dekanats, aber auch aus Spenden finanziert. Da die seit Mai andauernden Baumaßnahmen voraussichtlich erst Ende Oktober abgeschlossen sein werden, müssen derzeit alle Veranstaltungen der Kirchengemeinde im Gemeindehaus in der Friedensstraße stattfinden.

Wie der Kirchenvorstand weiterhin mitteilt, ist im Anschluss an die Arbeiten hinter der Kirche der Bau einer barrierefreien Toilette vorgesehen. Nach Beendigung des gesamten Projekts besteht noch ein großer Wunsch des Kirchenvorstands und zahlreicher Gemeindemitglieder: eine kleine grüne Oase auf dem rückwärtigen Gartengelände. Doch das ist noch Zukunftsmusik, da das zunächst aus Kostengründen noch nicht realisiert werden kann. Vielleicht finden sich hierfür noch Spender, denn diese Verschönerung würde zusätzlich zur Aufwertung des Stadtteils enorm beitragen.

Elke Fauck