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„Wir kämpfen für das Waldschwimmbad“ 50. Jubiläum >>>Budenheim setzt auf die Zukunft seiner Schwimmbadperle

Wenn es nach dem Betreiber geht, wird es das Waldschwimmbad noch 100 Jahre geben: Schwimmbadleiter Martin Spies, Sachgebietsleiterin Maria Volz, Markus Grieser (Gemeindewerke) und Bürgermeister Stephan Hinz (v.l.n.r.) Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

BUDENHEIM – Seit 50 Jahren ist das Waldschwimmbad in Budenheim ein guter Treffpunkt für Jung und Alt. Im Jubiläumsjahr hatte die Gemeinde als Betreiber jenes seltene Stück kommunaler Daseinsvorsorge mit einer kleinen Feier und einem Tag mit kostenlosem Zugang für die Badegäste gewürdigt.

Doch wie geht es dem Budenheimer Schwimmbad im Jubiläumsjahr? Eine Konkurrenz zu anderen Einrichtungen sei es nicht, sagt Markus Grieser, technischer Vorstand bei den Gemeindewerken. „Im Bäderbetrieb gibt es sie eigentlich gar nicht, weil die Nachfrage in den Schwimmbädern gut ist.“ Ja, sie wird immer größer. „Die nächsten 100 Jahre sind gesichert“, schmunzelt er und fügt hinzu, es sei nicht von der Hand zu weisen, „dass so ein Schwimmbad immer viel Geld kostet und dass es Jahr für Jahr eine Kraftanstrengung ist, das am Leben zu erhalten.“

Das tat die Kommune in den vergangenen Jahren durch Investitionen. „Alle Fensterfassaden und das Dach sind neu“, erläutert Bürgermeister Stephan Hinz (CDU). Neu ist auch das Blockheizkraftwerk (BHKW), das in Zusammenarbeit mit der Energie-Dienstleistungsgesellschaft (EDG) aus Nieder-Olm installiert wurde. Es versorgt auch angrenzende Gebäude – darunter zwei Hochhäuser – mit Wärme. „Allein schafft das BHKW es nicht, aber es trägt zur Wärmeversorgung bei. Was wir hier brauchen, ist vor allem der Strom, weil das sehr energieintensiv ist“, so die Erläuterung.

So ist das Waldschwimmbad in die kommunale Klimaschutzplanung eingebunden. Hinz erklärt: „Mit allen kommunalen Einrichtungen wird jetzt überprüft, was wir herausholen können.“ Erste Ergebnisse werden bis Ende des Jahres erwartet. Eines betont Hinz aber vehement: „Das Waldschwimmbad bleibt, solange ich Bürgermeister bin. Ich setze alles dafür ein.“

Auch ohne ein formelles Tourismuskonzept übt das Schwimmbad eine überregionale Anziehungskraft aus. „Die Gäste kommen aus dem ganzen Landkreis. Wer kann sich denn als Kommune heute noch so ein Schwimmbad leisten?“, fragt der Bürgermeister rhetorisch. Sogar US-amerikanische Gäste von der Air Base Wiesbaden schauen regelmäßig vorbei. Genauso seien Schulklassen aus dem Umland häufig vor Ort.

Nicht nur aus seiner Sicht steht das Schwimmbad für die lebendige Gemeindearbeit. Sechs Mitarbeiter, davon zwei in Teilzeit, und eine Sachgebietsleitung kümmern sich um den Betrieb. „Wir machen regelmäßig beim Girls’ Day mit, haben Praktikanten, sogar Jahrespraktikanten“, berichtet Schwimmbadleiter Martin Spies.

Das Publikum sei vielfältig: „Sehr viele Kinder, allein durch die Schwimmkurse. Sie bringen regelmäßig ihre Familien mit.“ Im öffentlichen Badebetrieb ist die Altersverteilung etwa „halb Kinder, halb Erwachsene“, im Vereinsbetrieb sogar mit einem höheren Kinderanteil.

Nicht zuletzt trägt auch der rege Vereinssport zur Vitalität der Einrichtung bei. „Die DFK-Sportfreunde Budenheim bieten viel an – meine Frau macht dort dienstags Aqua-Aerobic“, erzählt Hinz mit einem Augenzwinkern. Die Wassertemperatur? „Heute war es perfekt kalt“, sei dann auch schon mal zu hören.

 

Gregor Starosczyk-Gerlach