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Lerchenberger genießen Vorträge, Gesänge und Balletts Fastnacht >>>Beim LCC sorgen attraktive Gäste und eigene närrische Talente für beste Laune

Max Bohland, Sohn von Sitzungspräsident Ulli Bohland, spendet als „Novize“ den Narren seinen Segen. Foto: fwa

LERCHENBERG – Ein Jahr vor dem fünf mal elfjährigen Jubiläum konnte der Lerchenberger Carneval Club (LCC) 1972 „Die Euleköpp“ seine Kostümsitzung erstmals wieder in einem praktisch fertiggestellten Bürgerhaus begehen, nachdem das Gebäude zuletzt immer noch einen eher provisorischen Charakter besaß. „Das Narrenherz ganz freudig lacht – beim LCC an Fassenacht“ – unter diesem Motto bot der LCC wieder eine sehr abwechslungsreiche Sitzung mit mehr als fünf Stunden herzerfrischenden Vorträgen, stimmungsvollen Gesängen und sehenswerten Ballett-Darbietungen.

Michael Geyer reißt als „Professor für Musik und Wein“ einen Witz nach dem anderen über Musiker. Foto: fwa

Der LCC gehört zu den Vereinen, bei denen sowohl attraktive Gäste von außerhalb kommen als auch närrische Talente innerhalb zu finden sind, die für beste Laune beim Publikum sorgen. Und gerade die Familie Bohland bietet närrische Talente auf. Während Vater Ulli Bohland die Rolle des Sitzungspräsidenten mit gekonnten Reimen ausfüllte und die Künstler passend anmoderierte, gab es von Sohn Max einen Kokolores-Vortrag. Als „Novize“ genehmigt der sich erst einmal einen Schoppen, bevor er von seiner Ausbildung in einem hessischen Kloster erzählt. Dort passiert viel Ungewöhnliches: Das Schwimmbad wird mit dem übrig gebliebenen Wein gefüllt und unter der Dusche fangen alle an, „Rucki zucki“ zu singen. Den Narren spendet der „Novize“ einen Segen, nachdem er dazu einen Workshop besucht hat. Alle im Saal müssen die Augen schließen. Als sie sie wieder öffnen, sagt er: „Und habt ihr meinen Segen gemerkt wohlfeil? Nein, ich auch nicht, aber ich fand’s trotzdem geil.“ In seinem Alltag spielt die Berufsschule  eine große Rolle, erzählt er von seinem Unterricht in Deutsch, Sozialkunde, Englisch, Biologie und Kunst. Nach dem Vortrag gibt es dann sogar noch Details aus dem Innenleben der Familie Bohland: Als der Vater den Sohn für seinen Vortrag lobt und ihm die obligatorische Flasche Wein überreicht, erzählt er, dass der normalerweise selbst an den Weinschrank geht und sich dort die Flaschen wegholt. Einen eigenen Fanclub hat Max Bohland auch: Sein Freundeskreis ist gekommen und jubiliert.

Hebt die Blüten in den Himmel: Das Damenballett „Las Romanas“. Foto: fwa

Zuvor hat „Influ-Meenzer“ Martin Schmitt bereits das Protokoll gesprochen. Im Bundestag gebe es einen Abwesenheitsrekord bei Linke, Grüne und AfD und dann werde kritisiert, dass die Bürger zu wenig arbeiteten. „Wir kriegen an einem Teilzeittage mehr gebacke an Ergebnissen und Fortschritten noch als solche Leit in einer Woch.“ Den Menschen rät er, Fastnacht zu feiern, das steigere die Stimmung im Land. Putin, Trump und Xi Jinping bekommen ihr Fett weg. Was aus politischen Größen einst geworden ist, macht er daran klar, dass man deren Namen verschiedener Produkte im Supermarkt findet. Auch das Fernsehprogramm kritisiert er: „Es geht schlimmer auf eine ziemlich harte Weise, dann kommt der Florian Silbereise.“ Auch zur „Stadtbild“-Debatte um Bundeskanzler Friedrich Merz bezieht er klar Stellung: „Ich finde, Probleme illegaler Migration zu benennen, aus Menschen noch keinen Nazi macht, das Ignorieren der Probleme bis zum Ende spielt echten Nazis in die Hände.“ Für diese Aussage erntet er großen Applaus. Auch in Mainz kenne man Zeiten der Orientierungslosigkeit wie in Berlin – nur nenne man das hier nicht Stromausfall, sondern Aschermittwoch vor zwölf Uhr.

Michael Geyer als „Professor für Musik und Wein“ hält eine Vorlesung „Wein, Wahnsinn und wissenschaftlich belegter Kontrollverlust“. Einen Witz nach dem anderen reißt er über Musiker – er kann es sich erlauben, ist er doch selber einer. Seine fein erdachten und stimmungsvollen Weinlieder lassen richtig Stimmung aufkommen. Der „Advokat des Volkes“ Rüdiger Schlesinger, Frank Brunswig und „Apotheker“ Jens Baumgärtner komplettierten mit pointierten Vorträgen die Redner-Liste. Die Altrheinstromer und Pit Rösch ließen zu ihren Liedern den Saal mittanzen. Und fürs Auge boten die „Las Romanas“ mit ihrer Naturreise und die Mainzer Klinik-Athleten mit ihrer „Biker-Show“ schöne Bilder und atemberaubende Hebefiguren. „Star Generation“ zeigte mit seiner musikalischen Reise quer durch die Jahrzehnte und Genres, wie viele unterschiedliche Stile es beherrscht.

fwa