LAUBENHEIM – Auch oder vielleicht gerade in ihrer Jubiläumskampagne zum sechs mal elfjährigen Bestehen zeigten die Schwarzen Gesellen Laubenheim (SGL) bei ihren närrischen Sitzungen im Sportzentrum Laubenheimer Ried ganz viel Kreativität und bereiteten in vielfältigen Formen und mit viel Humor Themen aus Laubenheim und dem Rest der Welt auf. Änderungen gab es bei der Elferrat-Besetzung: Erstmals gehörten auch Frauen zum Komitee. Und auch der Mann in der Mitte war neu in dieser Funktion – Sitzungspräsident Max Trossbach ist Nachfolger des Vereinsvorsitzenden Matthias Keil.

Anlaufschwierigkeiten? Fehlanzeige. Sofort war er in Hochform, forderte von den Narren im Saal eine Stimmung von 111 Prozent, was denen sichtlich nicht schwer fiel. Er glänzte mit Wortwitz und sorgte auch dadurch für gute Laune, dass er den Sieg der deutschen Handball-Mannschaft im EM-Halbfinale aktuell in seine Moderation einbaute.
Für gute Laune zu sorgen, ist für einen Protokoller gerade in der heutigen Zeit etwas schwieriger. Peter Häffner meisterte diesen schwierigen Part aber souverän, traf auch bei Themen wie Trump oder Putin den richtigen Ton, und erhielt vor allem für seinen Appell, bei der anstehenden Landtagswahl eine Mitte-Partei zu wählen, großen Beifall.
Bei den „Dummbabbelern“ Toni Tierwald und Frank Debo konnte man eine Bestellung im Wirtshaus in Zeiten von Call-Center-Kommunikation erleben. In ihrem Gespräch blödelten sie über eine Situation nach der nächsten und zeigten dabei viel Gespür für heutige Themen. Ein Laubenheimer bekommt vom Sensenmann zudem einen letzten Wunsch gewährt. Der lautet: „Ich möchte, dass du mich erst holst, wenn die Laubenheimer Grundschule gebaut ist…“ Nicht weniger lustig zu ging es bei „Bachelor“ Nick Stenner, der die Universität nicht allzu oft von innen sieht. Dazu bewarb er sich auch beim TV-Format „Bachelor“. Älter war „Rentner“ Klaus Schmitt, der ein besonderes Augenmerk auf Laubenheimer Themen legte, aber auch in launigen Versen erzählte, was aus Donald Trump geworden wäre, wenn seine Familie in der Pfalz geblieben wäre.

Im Trigespräch „Die Mondmission“, das auch bühnenbildnerisch eindrucksvoll war, glauben Max Trossbach und Dennis Bugner nur, in ihrer närrischen Mission auf dem Mond gelandet zu sein. Stattdessen befinden sie sich nur auf dem Horst-Schwertel-Platz in der Laubenheimer Mitte und geraten an einen „Verkehrsüberwacher“ (Johannes Lammersdorf). Ihre Wünsche für Laubenheim und Mainz tat die „gute Fee“ Petra Beringer kund – als sie über Fußball zu sprechen kam, zeigten sich im närrischen Auditorium aber auch verschiedene Vereinssympathien.
Wie immer wurde bei den SGL auch musikalisch und tänzerisch viel geboten. Birgit Demmer sang zu Beginn „Auf der Sitzung“ zur Einstimmung. Die Rabensänger hatten in Form eines Quiz mit der Fastnachts-KI Chat-SGL bekannte Lieder mit neuen Texten umgeschrieben. Für viel Nostalgie im Saal gerade bei den Älteren sorgten Koni Schaefer und Georg Hesslung mit ihrem Moritaten-Vortrag: Sie zeigten Bilder, die Kampagnen der SGL in vergangenen Zeiten geprägt hatten, und brachten dazu die damaligen Strophen nach langer Zeit wieder zu Gehör. Als „Tabledancer“ präsentierte sich der Kirchenchor.
Den Saal richtig zum Abtanzen brachten die „Hübsche Bübsche und die zwei Laubenummer“. Schön anzuschauen waren auch die erneut auftretenden fünf (!) Balletts. Die ganz jungen Mädchen – die SGLchen – tanzten zum Thema „Wolken“ gleich zu Beginn. Mit Unterstützung des „Jungen Männerballetts“, das bei den Hebefiguren half, animierte die Gruppe „Unlimited“ dazu, an Träume zu glauben. Das „Alte Männerballett“ sorgte zu 90er-Hits für Stimmung. Das „Junge Männerballett“ begab sich auf eine Reise zu den Wikingern. Und das Damenballett ging auf Safari.
Ein großes Kompliment an den Verein, eine gut fünfeinhalbstündige Sitzung wie immer ausschließlich mit eigenen Aktiven im Alter zwischen acht und über 80 Jahren zusammenstellen zu können, von denen etliche ihre Vielseitigkeit durch die Übernahme verschiedener Aufgaben demonstrierten. Das Reservoir an Talenten geht den SGL offensichtlich nicht aus.
fwa


























