Start Mainz-Mombach Auslastung, knappe Kapazitäten und erster Handlungsbedarf Köblers erste Sportstätten-Tour in Mombach gestartet

Auslastung, knappe Kapazitäten und erster Handlungsbedarf Köblers erste Sportstätten-Tour in Mombach gestartet

Sport- und Finanzdezernent Daniel Köbler informierte sich auf der Bezirkssportanlage in Mombach über Auslastung, Zustand und Handlungsbedarf der städtischen Sportinfrastruktur. Links im Bild Platzwart Frank Buchmann, rechts Bernd Balte von der Sportverwaltung. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

MOMBACH – Der neue Sport- und Finanzdezernent, Mainzer Bürgermeister Daniel Köbler (Grüne), hat seine angekündigte Bestandsaufnahme der städtischen Sportanlagen begonnen. Auf der Bezirkssportanlage in Mombach verschaffte er sich gemeinsam mit Platzwart Frank Buchmann und Bernd Balte vom städtischen Sportamt einen ersten Eindruck von Zustand, Nutzung und möglichem Handlungsbedarf vor Ort. Köbler sagte zum Auftakt, er wolle „die Sportstätten, die wir in der Stadt haben, sukzessive anpacken“ und sehen, „was da alles passiert, was Arbeit ist und was vielleicht auch noch zu tun ist“.

Die Bezirkssportanlage Mombach gehört zu den am stärksten frequentierten Sportstätten der Stadt. Selbst an jenem Ferientag herrschte reger Betrieb. Tatsächlich zeigte sich die Anlage als eng getakteter Ort zwischen Schul-, Vereins- und Freizeitsport. Mehrere Vereine, Jugendmannschaften und Schulen nutzen das Gelände, dazu kommen Freizeitgruppen und bei Bedarf auch Spiele mit erhöhten Sicherheitsanforderungen. Aus Sicht der Verantwortlichen ist Mombach damit ein Beispiel dafür, wie hoch der Druck auf die städtische Sportinfrastruktur inzwischen ist.

Plakativ zeigte das der Rundblick über die Umkleidekabinen. Zwar stehen neun Kabinen zur Verfügung, doch eine davon ist ohne Duschen, zwei weitere sind sehr klein. Vor allem an Wochenenden gerät die Anlage an ihre Grenzen. Buchmann schilderte die Lage deutlich: „Wenn die Samstagspiele spielen, dann sind zeitgleich vier Spiele. Dann sind acht Mannschaften auf einen Schlag hier drin. Das ist Wahnsinn.“ Noch zugespitzter wird es bei den Erwachsenen: „Dann sind hier fünf Spiele. Das heißt zehn aktive Mannschaften. Erwachsene. Mit neun Kabinen. Da ist hier die Hölle los.“

Die besonderen Anforderungen des Regionalligabetriebs erhöht die Anforderungen: Der Platzbedarf größer, auch weil Mannschaften zusätzliche Räume für Betreuung, Material oder Regeneration benötigen. Entsprechend klar wurde vor Ort formuliert, dass weitere Kabinen und Funktionsräume die Situation deutlich entspannen würden.

Auch bei der Platzbelegung stößt die Anlage nach Angaben des Sportamts an ihre Grenzen. Die vorhandenen Flächen sind eng getaktet, Mannschaften müssen sich Trainingszeiten und Teilflächen teilen. Neue Mannschaften oder zusätzliche Vereinsangebote ließen sich deshalb oft kaum noch unterbringen. Aus dem Sportamt hieß es dazu: „Wir haben einfach keine Kapazitäten mehr auf den Plätzen.“ Das sei ein „Riesenproblem“. Diese Lage betreffe nicht nur Mombach, sondern zeige sich in ähnlicher Form auch auf anderen Anlagen.

Ohne die Eigeninitiative vor Ort fängt vieles auf. Buchmann zweigt auf die Taktiktafeln und auf Tafeln mit Übersichten, auf denen vermerkt, welche Mannschaft wann welchen Platz nutzt. Die Verteilung der Umkleiden wird so transparent wie möglich organisiert. Nach Angaben der Beteiligten haben sich außerdem Nutzergespräche mit den Vereinen bewährt, um Konflikte bei Platz- und Kabinenverteilung schneller und direkter zu lösen.

Eine besondere Rolle spielt die Mombacher Bezirkssportanlage zudem für den höherklassigen Fußball. Weil hier Fantrennung möglich ist, können bestimmte als Risikospiele eingestufte Begegnungen auf dem Gelände ausgetragen werden. „Das ist die einzige Anlage, wo wir Fantrennung machen können“, hieß es beim Rundgang. Zusätzliche Zugänge, Absperrungen, Technik- und Lagerflächen sind deshalb Teil des Betriebs. Auch für Übertragungen im Regionalliga-Kontext wurden zusätzliche Lösungen geschaffen, darunter ein Container für Technik.

Neben der Auslastung ist auch der bauliche Unterhalt ein Thema. Beschädigungen, unbefugtes Betreten und Vandalismus bereiten nach Angaben der Verantwortlichen regelmäßig Probleme. Zäune würden überwunden oder beschädigt, Garagen aufgebrochen und Infrastruktur in Mitleidenschaft gezogen. Buchmann schilderte das nüchtern: „Das ist halt ein großes Problem hier, das muss man wirklich sagen. Dass hier nicht so viel kaputt gemacht wird.“ Die Zäune seien an vielen Stellen zu niedrig oder beschädigt, was das Problem verschärfe.

Bei einzelnen Projekten gibt es zugleich Fortschritte. Die Umrüstung der Flutlichtanlage auf LED ist vorgesehen beziehungsweise in Teilen bereits umgesetzt. Aus dem Sportamt hieß es, dafür gebe es Förderzusagen des Landes, die Umsetzung solle „im Laufe des Jahres“ erfolgen. Auch das Thema Energie spielte beim Rundgang eine Rolle. Auf dem Tribünendach befindet sich eine Photovoltaik-Anlage, deren Potenzial bislang aber nicht ausgeschöpft wird, weil die bauliche Anbindung an ein vorgesehenes Gebäude fehlt.

Trotz aller Engpässe überwog beim Rundgang der Eindruck, dass die Anlage für den Sport in Mainz eine zentrale soziale Funktion erfüllt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Schulen, Vereine und Freizeitsportler nutzen sie intensiv. Ein Vertreter des Sportamts betonte: „Hier in Mombach sieht man einfach schön, welche Bedeutung auch Sportanlagen für die Gesellschaft haben.“ Es sei „total wichtig, dass sich Menschen hier begegnen können, dass Kinder sich bewegen und lernen, auch im Gruppensport zu treiben“.

Köblers erster Vor-Ort-Termin führte die starke Auslastung der Anlage und die Grenzen der vorhandenen Infrastruktur klar vor Augen: Deren Bedeutung für den Sportbetrieb in Mainz wurde ebenfalls deutlich. Der recht konkrete Eindruck dürfte die Aufgaben für den Dezernenten nicht leichter gemacht haben.