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Die Eierfahrt der Ruderer hat Tradition Rudersport >>>Trotz Minusgraden folgten 200 Teilnehmer der Einladung des Weisenauer Rudervereins und wagten sich in ihren Booten auf den Rhein

Der Weisenauer Ruderverein 1913 hatte zum Eieressen geladen. Foto: kga

WEISENAU – Das Wetter war herrlich am 11. Januar. Blauer Himmel, klare Luft, Sonnenschein. Beste Bedingungen zum Rudern. Wenn da nicht die Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt wären. Michael Dürsch, Vorsitzender des Weisenauer Rudervereins 1913 (WRV), schaute deshalb um 10.15 Uhr noch ein wenig skeptisch den Rhein flussab. Doch ab 10.40 Uhr etwa trudelten sie alle ein. Ein Boot nach dem anderen legte am Steg an, keiner der befreundeten Ruder- und Kanuvereine und Gemeinschaften bis hinunter nach Bingen wollte die Einladung verfallen lassen. Und so hatten sich alle aufgemacht zur sogenannten „Eierfahrt“ in ihren flachen schnittigen Ruderbooten über den Rhein bis nach Weisenau. Dort holten die Gäste nach und nach ihre Boote an Land und freuten sich danach auf ein geselliges Beisammensein bei gekochten Eiern, Brezeln, Glühwein und Punsch im Bootshaus des WRV.

Die Ankunft der Gäste am WRV-Steg unterhalb der Weisenauer Brücke. Foto: kga

500 Eier und Brezeln sowie je 100 Liter Glühwein – spendiert vom ebenfalls anwesenden Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) – und Punsch hatte der Verein für seine gut 200 Gäste zu bieten. Außerdem wurden Eierlikör und Schnaps zum „Aufwärmen von innen“ gereicht. Dürsch freute sich und begrüßte die Teilnehmer der 60. Eierfahrt, deren Ausrichter in jedem Jahr wechseln. Aus Bingen und Ingelheim, aus Eltville, Biebrich, Kastel, Mainz, Flörsheim und Rüsselsheim kamen die Gäste. Manche Ruderer hatten wahrlich lange Strecken auf sich genommen, um gegen den Strom nach Weisenau zu rudern. Belohnt wurden sie alle mit großem Hallo und Applaus. Und einem dreifachen „Hipp, hipp, hurra“.

Das Aufwärmen im Bootshaus bei Glühwein, Ei und Brezeln. Foto: kga

Dürsch wärmte sich seine Hände am Glühweinglas und schaute zufrieden zu, wie die Gäste anlegten und auf Kommando alle gleichzeitig aus den flachen, langen Booten ausstiegen.Trotz der Kälte wirkten auch die Sportler zufrieden und freuten sich, Kameraden anderer Vereine im Bootshaus zu treffen. Der Geräuschpegel war riesig, alle hatten sich etwas zu erzählen. Dabei wurden die blau gefärbten Eier, die überall auf den Tischen standen, auf die Platte geschlagen, gepellt und dann genüsslich mit Salz oder auch Senf verspeist.

MRV-Vorsitzender Michael Dürsch und Ortsvorsteher Ralf Kehrein als Spender des Glühweins begrüßten die Gäste. Foto: kga

Natürlich muss die Frage gestellt werden: „Wieso Eierfahrt?“ Diese sei eine Tradition aus Berlin. Dort gebe es die Fahrten um die Osterzeit schon sehr lange. „Früher gab es bei den Berlinern allerdings Soleier und nicht wie hier bei uns gekochte Eier“, so Dürsch. Die Berliner haben laut dem Vorsitzenden die Eierfahrten an den Rhein gebracht. Eine Idee, die hier gerne aufgegriffen wurde und nunmehr seit 60 Jahren jeweils am zweiten Sonntag im Januar ausgerichtet wird.  Zuletzt verkündete Dürsch den Gästen mit den Worten „Nach der Eierfahrt ist vor der Eierfahrt“ den Treffpunkt für die Eierfahrt 2027: Dann werden alle zu Gast beim Ruderverein Ingelheim sein.

kga

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