Start Gesellschaft „Ein knallgelbes Brezel-Hemd“ Bretzenheimer Jakobiner feiern die 5. Jahreszeit

„Ein knallgelbes Brezel-Hemd“ Bretzenheimer Jakobiner feiern die 5. Jahreszeit

Beim Einmarsch hagelte es Blumensträuße für das Pubblikum. Foto: Johannes Preyß

BRETZENHEIM – Dass sich der Rosenmontag nähert, erkennt man immer daran, dass die Prunksitzungen mit jeder Woche mehr werden. Dieser Effekt ist dieses Jahr, in dem der Rosenmontag so früh ist, besonders deutlich zu spüren. Das merkte auch Markus Kieber, Sitzungspräsident der Bretzenheimer Jakobiner, in seiner Eröffnungsrede der Prunksitzung in der TSG-Halle an: „Viel zu viel in einer viel zu kurzen Kampagne“, man habe sein Bestes gegeben und „wem’s nicht gefällt, für den tut’s mir leid“.

Dabei kann sich das, was geleistet wurde, sehen lassen. Nach dem Eröffnungsspiel über einen verzweifelten österreichischen Koch auf der Suche nach dem Fernsehgarten kam ein eindrucksvoller Einmarsch, dessen Mittelpunkt natürlich der Elferrat darstellte, unter dem sich sogar, durchaus eine Seltenheit, zwei Frauen befanden. Ebenfalls zog der vereinseigene Musikzug unter Leitung von Kevin Klotz ein und präsentierte als kleine Zugabe die närrische Jakobiner-Hymne „Ich hab‘ ein knallgelbes Brezel-Hemd“.

In knallgelber Tracht präsentierte sich der Musikzug der Jakobiner. Foto: Johannes Preyß

Für viele kam der Höhepunkt des Abends sicher schon mit dem Auftritt des SAV Laubenheim und einer Choreografie voller Tanzakrobatik, die sich sehen lassen konnte. Für eine Viertelstunde verwandelte sich die Bühne in eine Zirkusmanege, wohlgemerkt aber ohne Matten oder Sicherheitsnetz, sodass man manchmal nicht wusste, ob man Angst oder Ehrfurcht haben sollte. Letztendlich siegte aber die Faszination.

Zeit fürs Protokoll, das von Thomas Schmitt als „Oberlehrer“ dargeboten wurde. Dieser ging in seiner närrisch oberlehrerhaften Haltung kritisch mit der Politik ins Gericht. Zur Bundespolitik sagte er: „Normal wird mit der Opposition gestritten, untereinander, das sind neue Sitten.“ Aber auch die Mainzer Verwaltung bekam ihr Fett weg, sodass sein Fazit lautete: „So schließ’ ich nun das Protokoll, von Politik die Nase voll!“

Bei der eindrucksvollen Akrobatik des SAV Laubenheim konnte man Angst bekommen. Foto: Johannes Preyß

Es folgt eine wilde Tanz- und Musikperformance der Klinikathleten. Inhalt waren Verkleidungen als Bodyguards, ein Klimakleber und eine Luxuslimousine. Wer hier nach einem tieferen Sinn suchte, der ist an diesem Abend wohl in der falschen Halle gelandet, denn das Publikum fing diese herrlich sinnfreie Stimmung perfekt auf und machte ausgelassen mit. Danach saß Hiltrud Fuhrmann auf der Bühne, und mit ihr ein altbekanntes Bretzenheimer Original. So folgte ihr Vortrag ganz dem Motto: „Früher war nicht alles besser“, aber eigentlich war früher alles besser. Musikalisch wurde es dann wieder mit dem ersten Bretzenheimer Auftritt der Mainzer Band „Handkäs un sei Mussig“, der die Stimmung perfekt einfing.

Nach der Pause ging die zweite Hälfte, eröffnet vom Jakobiner Musikzug, musikalisch weiter. So folgte das Hechtsheimer Ballett „Fun & Dance“, das ebenfalls einen akrobatischen Höhepunkt darstellte und aus Ebersheim präsentierten sich die Römer Steffen Schwibinger und Timo Schwarz. Dass die zweite Hälfte musikalisch dominiert war, wirkte sich entsprechend auf die ausgelassene Stimmung des Publikums aus, denn auf das Jakobiner Männerballett folgten noch die Helau-Rockband „Amigos Del Sol“ und das Bretzenheimer TMS-Ballett. Außerdem stand Alfons Kirch auf der Bühne und das stimmungsvolle Finale wurde von Christian Issel gestaltet.

Protokoller Thomas Schmitt präsentierte sich als „Oberlehrer“. Foto: Johannes Preyß

Johannes Preyß