
GONSENHEIM – Jahrelang haben sie für eine Reduzierung des Tempos gekämpft, jetzt ist es geschafft: Acht neue Schilder entlang der Gonsenheimer Lennebergstraße weisen darauf hin, dass dort nur noch 30 gefahren werden darf. Die einst dafür von Anwohnern gegründete Bürgerinitiative feierte dieses Ereignis am Maxborn mit Kuchen, Spundekäs und Sekt mit Vertretern des Ortsbeirats und Bürgern. Auf Tafeln war die Geschichte des „Kampfes“ chronologisch zusammengefasst worden. Die Sprecher der BI, Anwohnerin und Journalistin Susanne Gelhard und Anwalt Tillmann Krach bedankten sich für die Unterstützung durch den Ortsbeirat und die gute Zusammenarbeit und erhoben mit Ortsvorsteher Josef Aaron (Grüne) das Glas. „Das ist ein Grund zum Feiern“, lobte dieser die Beharrlichkeit und Ausdauer der Anwohner.

Es war Tillmann Krach, der nach eigenen Worten bereits 1995 eine private Anfrage bezüglich des Tempos in der Anwohnerstraße bei der Stadt stellte. Doch es sollte bis heute dauern, bis die zugelassene Geschwindigkeit in der Lennebergstarße tatsächlich von 50 auf 30 herabgesetzt wurde. Mit dem Ergebnis, dass es ruhiger und sicherer vor der Haustür geworden ist. Autofahrer brauchen dafür jetzt etwas länger für die 680 Meter vom Ortseingang bis zum Juxplatz. „Genau 32 Sekunden“, wie die BI errechnet hat.
Im November 2017 hatte sich die BI gegründet. 37 Unterschriften waren damals gesammelt worden, um auf die Situation vor Ort hinzuweisen. Radfahrer frequentierten die Straße und für Kinder sei die Lennebergstraße ein Schulweg. Eine Ortsbegehung 2018, an der auch die damalige Ortsvorsteherin Sabine Flegel (CDU) teilnahm, brachte einen Teilerfolg. Damals war es aus rechtlichen Gründen nicht möglich gewesen, die zugelassene Geschwindigkeit auf der Landesstraße (L422) herabzusetzen. Die Einrichtung eines alternierenden Parkens, um Autofahrer zum Abbremsen zu zwingen, und die Verlegung des Radwegs stadteinwärts auf den breiten Fußweg sollten die Situation entschärfen. Doch die getroffenen Maßnahmen hätten laut BI alles nur noch chaotischer und somit auch gefährlicher für alle Verkehrsteilnehmer gemacht. Bei einem Spaziergang im Sommer 2025, an dem auch Udo Beck von der Straßenverkehrsbehörde und die Radfahrbeauftragte Franziska Voigt teilgenommen hatten, hatte Krach ausgeführt: „Viele Kinder fahren mit ihren Rädern auf der Straße, weil es zum Beispiel an der Haltestelle Theodor-Körner-Straße auf dem Fußweg viel zu eng wird, um dort zu fahren. Eine heikle Angelegenheit, wenn dann Autos mit 50 oder auch mehr an ihnen vorbeirauschen.“

Zuletzt half eine Gesetzesänderung von 2024, die mit zur Umsetzung der Forderungen verhalf. Seither nämlich können Kommunen für ein reduziertes Tempo mit Schulwegen und stark frequentierten Fußgängerüberwegen argumentieren. Der Ortsbeirat stellte abermals Anträge bei der Stadt und dann war der Jubel groß: „Tempo 30 tagsüber und auch Tempo 30 in der Nacht“ wurden genehmigt. Schon jetzt sei es wesentlich entspannter und ruhiger. Damit das so bleibt, werde es aber natürlich auch Kontrollen geben, erklärten Krach und Gelhard.
kga

























